Diese Karriere ist ein wilder Weg. Joy-Lance Mickels galt bei Borussia Mönchengladbach einst als großes Offensivversprechen. Der Durchbruch bei den Profis blieb aus. Jetzt steht der frühere Gladbach-Youngster mit Sabah FK plötzlich in der Champions League.
Der Klub aus Aserbaidschan gewann das entscheidende Playoff-Spiel gegen Hapoel Beer Sheva mit 5:2 nach Verlängerung. Mickels hatte daran maßgeblichen Anteil. Der 32-Jährige traf zum zwischenzeitlichen 5:1 und setzte damit ein Ausrufezeichen.
📌 Joy-Lance Mickels Mickels traf 2012/13 in der U19-Bundesliga West 17-mal für Gladbach. Wegen Knieproblemen kam er bei Borussia Mönchengladbach II nur kurz zum Zug. Heute spielt er in Aserbaidschan für FK Sabah Im März debütierte Mickels für Ruandas A-Nationalmannschaft.
Gladbach-Traum bleibt unerfüllt
Bei Borussia Mönchengladbach träumte Mickels einst von der Bundesliga. In der U19 machte er mit vielen Toren auf sich aufmerksam. Auch in einem internen Test gegen die Profis traf er. Später sagte er: „Zu diesem Zeitpunkt war ich fest davon überzeugt, dass ich ein Teil der ersten Mannschaft werden würde.“
Doch daraus wurde nichts. Eine Knieverletzung bremste Mickels im ersten Seniorenjahr heftig aus. Für Gladbach II blieb es bei vier Kurzeinsätzen. 2014 wechselte er zu Schalke, wo er zeitweise bei den Profis mittrainierte.
Über Schalke nach Aserbaidschan
Auch auf Schalke platzte der Traum vom großen Durchbruch. Mickels bekam keinen Pflichtspieleinsatz für die Profis. Später blickte er selbstkritisch zurück: „Ich war nicht so professionell, wie ich es hätte sein müssen.“ Danach folgten Stationen unter anderem in Aachen, Nordhausen und Jena.
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2021 ging Mickels dann nach Aserbaidschan zu Sabah FK. Viele in seinem Umfeld sahen den Schritt skeptisch. „Viele meiner Freunde sagten zu mir: Wenn ich nach Aserbaidschan wechsle, kann ich direkt meine Karriere beenden“, erinnerte er sich später.
Mickels schreibt Sabah-Geschichte
Der Anfang in Baku war schwer. Mickels lebte im Hotel, hatte keine Wohnung und kaum Kontakte. Doch er biss sich durch. Bei Sabah wurde er Stammspieler, Scorer und später Teil einer Mannschaft, die erstmals aserbaidschanischer Meister wurde.
Nun folgt der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Sabah kämpfte sich durch die Champions-League-Qualifikation. Mickels traf gegen The New Saints und KuPS. Gegen Aarhus bereitete er ein Tor vor und traf selbst. Gegen Beer Sheva legte er in den Playoffs nach. Nun die Sensation: Sabah hat es in die Ligaphase geschafft.
Nationalelf rundet Comeback ab
Auch abseits der Königsklasse nahm seine Karriere eine besondere Wendung. Im März gab Mickels sein Debüt für Ruanda. Gleichzeitig liefen auch seine Brüder Joy-Slayd und Leroy erstmals für die A-Nationalmannschaft auf.
Für Borussia Mönchengladbach bleibt diese Geschichte bemerkenswert. Aus dem früheren Top-Talent wurde kein Bundesliga-Star am Niederrhein. Doch Mickels fand seinen eigenen Weg. Jetzt warten Champions League und Nationalelf – später kann ein Fußballmärchen kaum kommen. Auch spannend: Angst vor einer Wiederholung: Gladbachs große Krise in den 2000ern – und die Parallelen zu heute
