Putins Russland schickt neue Drohung an London – „Katastrophale Folgen“

Russland verschärft den Ton gegenüber Großbritannien. Das Außenministerium in Moskau droht offen damit, auf ukrainische Angriffe mit britischen Waffen auch mit Schlägen gegen britische Militärziele zu reagieren. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erklärte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Donnerstag (27. August) eine russische Antwort könne auch „britische Militäreinrichtungen und -ausrüstung in der Ukraine und darüber hinaus“ treffen.

Auslöser der neuen Drohungen sind die britischen Storm-Shadow-Marschflugkörper, die London der Ukraine zur Verfügung stellt. Für Moskau sind sie seit Langem ein Reizthema, weil Kiew damit Ziele weit hinter der Front angreifen kann.

📌 Was sind Storm-Shadow-Raketen? Storm Shadow ist ein britisch-französischer Marschflugkörper mit großer Reichweite. Die Rakete wird aus der Luft gestartet und kann Ziele weit hinter der Front treffen. Großbritannien liefert die Waffe seit 2023 an die Ukraine. Russland kritisiert ihren Einsatz besonders scharf, weil ukrainische Streitkräfte damit auch militärische Ziele auf von Russland kontrolliertem Gebiet und teils tief hinter der Front angreifen können.

Moskau wirft London immer tiefere Beteiligung vor

Sacharowa warf der britischen Regierung vor, sich immer stärker in den Krieg einzumischen. Die Waffenlieferungen wertet Russland als Beleg dafür, dass London längst nicht mehr nur politisch an der Seite der Ukraine stehe. Die russische Botschaft in London hatte bereits wenige Tage zuvor ähnlich scharf formuliert und mögliche Konsequenzen angekündigt.

Großbritannien weist diese Darstellung zurück. London betont seit Beginn des Krieges, die Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen den russischen Angriff zu unterstützen, ohne selbst Kriegspartei zu sein.

Storm Shadow rückt erneut in den Mittelpunkt

Die neuen Drohungen folgen auf einen weiteren britischen Schritt zur Unterstützung Kiews. Bei einem Besuch in der Ukraine wurde zuletzt über eine noch engere Zusammenarbeit bei der Produktion von Langstreckenwaffen gesprochen.

Britischen Medienberichten zufolge könnte die Ukraine künftig Zugang zu sensibler Storm-Shadow-Technologie erhalten. Ziel wäre es demnach, bestimmte Komponenten oder Varianten der Marschflugkörper direkt in der Ukraine herzustellen.

Für Russland wäre das eine weitere Verschiebung der bisherigen Grenzen westlicher Unterstützung.

CIA-Chef war zuletzt in Moskau

Die Drohung fällt zudem in eine politisch angespannte Phase. CIA-Direktor John Ratcliffe war zuletzt zu Gesprächen in Moskau. US-Medien berichteten unter Berufung auf anonyme Quellen, Ratcliffe habe Russland dabei vor einem möglichen Angriff auf Nato-Staaten gewarnt. Offiziell bestätigt wurde das bislang nicht.

Der zeitliche Zusammenhang sorgt dennoch für zusätzliche Aufmerksamkeit. Während hinter verschlossenen Türen offenbar direkte Gespräche zwischen Washington und Moskau laufen, verschärft Russland öffentlich die Drohungen gegenüber einem Nato-Mitglied.

Ähnliche Drohungen hatte Moskau bereits Mitte August ausgesprochen, nachdem Berichten zufolge in Großbritannien hergestellte Drohnen bei ukrainischen Angriffen auf russische Ziele eingesetzt worden waren. London reagierte damals demonstrativ gelassen. Ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums erklärte, Großbritannien werde weiter an der Seite der Ukraine stehen.

An dieser Linie hat sich bislang nichts geändert.