Was sind die besten Backwaren bei Aldi?

Aldi gilt für viele als Anlaufstelle für günstiges Toastbrot und warme Brötchen. Doch wie gut sind die Backwaren des Discounters wirklich? Unabhängige Tests und Gerichtsverfahren liefern dazu erstaunlich klare Antworten. Ein Überblick zeigt, wo Aldi wirklich punktet und wo Kunden genauer hinschauen sollten.

Im Sortiment finden sich sowohl abgepackte Ware als auch frisch aufgebackene Brötchen aus dem Automaten. Beide Kategorien unterscheiden sich stark in Herstellung und Bewertung. Während einige Produkte bei Testern glänzen, sorgt die Herkunft anderer Backwaren seit Jahren für Diskussionen. Wer die Unterschiede kennt, trifft beim Einkauf die bessere Wahl.

📌 Fakten Toastbrot ist mit einem Anteil von rund 28 Prozent das meistgekaufte Brot der Deutschen, so eine Erhebung der Stiftung Warentest. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vertritt nach eigenen Angaben rund 14.500 Betriebe mit 291.000 Beschäftigten. Fachbäckereien verkaufen weiterhin mehr als die Hälfte aller Backwaren in Deutschland, wobei rund zwei Drittel davon auf große Bäckereiketten entfallen. Auch die vegane Curry-Brotaufstrich-Eigenmarke Myvay von Aldi erhielt bei Öko-Test die Bestnote „sehr gut“. Laut Verbraucherzentrale Sachsen gilt lose angebotenes Brot rechtlich nur am Tag der Herstellung als „frisch“.

Wie gut schneidet Aldi-Toastbrot ab?

Toastbrot zählt laut einer Erhebung zu den beliebtesten Broten der Deutschen überhaupt. Genau bei dieser Kategorie konnte Aldi zuletzt besonders überzeugen. Der Aldi Goldähren Sandwichtoast erhielt in einer Ausgabe von Stiftung Warentest die Note „Gut“ mit 2,4. Das Brot überzeugte dabei sogar geschmacklich einige teurere Markenprodukte.

Noch besser schnitt eine andere Sorte ab. Das Goldähren-Vollkorntoast bekam von den Testern eine 2,2 und zählte mit 0,79 Euro pro 500-Gramm-Packung zu den Preistipps im gesamten Test. Für den Geldbeutel bedeutet das ein spürbar gutes Verhältnis aus Preis und Qualität.

Was zeigt der Öko-Test bei Brötchen?

Auch abseits von Toastbrot punktete Aldi zuletzt kräftig. Öko-Test untersuchte insgesamt 36 Körnerbrötchen zum Aufbacken und prüfte dabei verschiedene Discounter-Marken im direkten Vergleich. Die Bio Landbrötchen kernig mit Sauerteig von Aldi Nord und Aldi Süd erreichten dabei die Bestnote „sehr gut“, so DerWesten.

Auch die Gut Bio Brötchen der Sorte Krustenspitz überzeugten die Tester mit derselben Top-Bewertung. Eine Vierer-Packung kostet bei Aldi Nord aktuell 1,99 Euro. Zwei Spitzenurteile in einem Test sprechen für eine solide Produktionsqualität bei den verpackten Backwaren.

Wird bei Aldi wirklich frisch gebacken?

Ganz anders sieht die Lage bei der Backstation in der Filiale aus. Aldi Süd stattete bereits vor Jahren rund 1.770 Filialen in Süd- und Westdeutschland mit sogenannten Backautomaten. Kunden drücken dort einen Knopf, kurze Zeit später fällt die warme Ware heraus. Kneten, gären lassen und formen passiert dabei längst nicht mehr vor Ort.

Früher lieferte der Bäckereikonzern Lieken die fertigen Teiglinge an die Filialen. Aldi warb damals mit Sätzen wie „Ab sofort backen wir den ganzen Tag Brot und Brötchen für Sie“. Genau diese Werbeaussagen sorgten in der Bäckerbranche für erheblichen Unmut.

Wie standen die Chancen vor Gericht?

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks verklagte Aldi Süd schließlich wegen angeblich irreführender Werbung. Vor dem Landgericht Duisburg brachte ein Verbandsreferent den Streitpunkt deutlich auf den Punkt. „Das sind große Blackboxen, wo kein Mensch weiß, was da passiert“, sagte Daniel Schneider laut news38. Sein Fazit fiel eindeutig aus: „Das kann kein Backen sein.“

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Neben der Werbung ging es auch um konkrete Rezepturen. Das Roggenmischbrot aus dem Backautomaten enthielt der Klageschrift zufolge nur 34 Prozent Roggenmehl. Das Deutsche Lebensmittelbuch schreibt für diese Brotsorte eigentlich 50 bis 90 Prozent vor.

Wie schmeckt die Aufbackware wirklich?

Am Ende zählt für viele Kunden vor allem der Geschmack. Ein Back-Experte bewertete Aldi-Backwaren aus dem Automaten, die laut seiner Einschätzung bereits zu 60 bis 70 Prozent teilgebacken angeliefert werden, so news38. Über ein Baguette urteilte er nüchtern: „Ich hätte mir da mehr erwartet.“

Trotzdem relativierte der Tester seine eigene Kritik gleich wieder. „Viele Verbraucher wollen es so“, gab er zu bedenken. Der niedrige Preis bleibt für die meisten Kunden schließlich das entscheidende Argument beim Griff zur Backstation.

Was heißt das für Aldi-Kunden konkret?

Wer abgepacktes Toastbrot oder Körnerbrötchen sucht, bekommt bei Aldi laut aktuellen Tests solide bis sehr gute Qualität. Bei der Backstation mit warmen Brötchen sieht die Lage differenzierter aus. Dort handelt es sich um industrielle Aufbackware, nicht um traditionelles Bäckerhandwerk.

Für den schnellen und günstigen Einkauf reicht das völlig aus. Wer echtes Handwerksbrot mit langer Teigführung sucht, kommt am Bäcker seines Vertrauens weiterhin nicht vorbei. Beide Wege haben am Ende ihre eigene Berechtigung.