Aldi Reisen lockt seit Jahren mit günstigen Pauschalurlauben, Kreuzfahrten und Rundreisen. Millionen Deutsche haben über den Discounter schon ihren Urlaub gebucht. Doch kaum jemand weiß, wer die Reisen tatsächlich plant und organisiert. Aldi selbst packt keine Koffer und bucht keine Hotels.
Hinter den bunten Prospekten in den Filialen steckt ein ganz eigenes Geschäftsmodell. Der Discounter tritt lediglich als Schaufenster auf. Wer wirklich für Qualität, Preise und Reiseablauf verantwortlich ist, bleibt vielen Kunden verborgen. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich.
📌 Berge & Meer Touristik GmbH Der Firmensitz von Berge & Meer befindet sich seit 2004 in einem ehemaligen Hotelkomplex in Rengsdorf. Das Unternehmen wurde 2019 und 2020 mit dem German Brand Award ausgezeichnet. Neben Aldi Reisen betreibt Berge & Meer auch die Marke Tchibo Travel. Seit Ende 2025 ist Berge & Meer exklusiver Online-Partner des Bonusprogramms Payback. Am Firmensitz im Westerwald arbeiten rund 250 Menschen an Einkauf, Vertrieb und Kundenservice.
Aldi Reisen wirkt als Vermittler
Aldi Reisen ist rechtlich betrachtet nur der Vermittler der Angebote. Der eigentliche Reiseveranstalter heißt Berge & Meer Touristik GmbH und sitzt in Rengsdorf im Westerwald, wie „urlaubspiraten.de“ berichtet. Das Unternehmen plant, kalkuliert und verkauft die Reisen im Hintergrund. Aldi stellt lediglich seine Marke und seine Filialen zur Verfügung.
Berge & Meer blickt dabei auf eine lange Firmengeschichte zurück. Klaus Scheyer gründete das Unternehmen 1978 und baute damit einen der ersten deutschen Reise-Direktanbieter auf. Von 2001 bis 2019 gehörte Berge & Meer vollständig zum TUI-Konzern. Seit 2019 ist die Hamburger Beteiligungsgesellschaft GENUI Eigentümerin, so die Angaben des Unternehmens.
Grundstein der Partnerschaft
Im Januar 2007 startete die Zusammenarbeit mit einem schmalen, achtseitigen Flyer in den Aldi-Filialen. Aus diesem bescheidenen Anfang wuchs über die Jahre ein umfangreiches Reiseportal. Zunächst betrieb Berge & Meer das Geschäft parallel zu anderen Partnermarken. Heute läuft die Marke Aldi Reisen als eigenständiger Vertriebskanal weiter.
Seit 2019 fungiert Berge & Meer als alleiniger Veranstalter hinter Aldi Reisen. Die Konstruktion bleibt für Kunden weitgehend unsichtbar, da Aldi als Absender auftritt. Gebucht wird trotzdem stets über die Strukturen des Westerwälder Reiseveranstalters. Rechtlich bindend sind deshalb auch dessen Reisebedingungen.
Welche Urlaubsarten bietet Aldi Reisen an?
Das Angebot reicht nach eigenen Angaben heute weit über klassische Pauschalreisen hinaus. Kunden buchen Hotel-und-Flug-Pakete, reine Hotelaufenthalte oder Reisen mit eigener Anreise per Auto. Daneben gibt es Rundreisen mit Mietwagen, in Kleingruppen oder individuell zusammengestellt, wie Aldi selbst betont. Auch Safaris und Erlebnisreisen gehören mittlerweile zum Portfolio.
Kreuzfahrten spielen eine wichtige Rolle im Sortiment. Angeboten werden Hochseekreuzfahrten, Flusskreuzfahrten sowie Kombinationen aus Rad und Schiff. Ergänzt wird das Programm durch Städtereisen, Aktivurlaub und saisonale Angebote wie Advents- oder Silvesterreisen. Für nahezu jeden Geschmack findet sich damit ein passendes Angebot.
Der Grund für die niedrigen Preise
Der niedrige Preis erklärt sich vor allem durch den Direktvertrieb. Berge & Meer verhandelt selbst mit Hotels und Fluggesellschaften und schaltet keine Zwischenhändler ein. Diese schlanke Struktur spart Kosten, die sonst an Reisebüros oder weitere Vermittler gehen würden. Der Vertrieb über Aldi bringt zusätzlich enorme Reichweite ohne teure Werbekampagnen.
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Trotz der günstigen Preise wirbt das Unternehmen mit geprüfter Qualität. Eigene Mitarbeiter kontrollieren demnach Hotels und Partner direkt vor Ort, erklärt Berge & Meer auf seiner Unternehmensseite. Ob sich diese Kontrollen in jedem Einzelfall spürbar auswirken, lässt sich von außen kaum überprüfen. Erfahrungsberichte von Reisenden fallen entsprechend unterschiedlich aus.
Absicherung für Kunden
Wer eine Pauschalreise bucht, profitiert automatisch von gesetzlichem Insolvenzschutz. Jeder deutsche Reiseveranstalter muss Kundengelder gegen eine eigene Zahlungsunfähigkeit absichern. Kunden erhalten dafür bei der Buchung einen sogenannten Sicherungsschein. Dieser Schutz gilt unabhängig davon, welche Marke auf dem Prospekt steht.
Wichtig bleibt für Kunden vor allem ein genauer Blick auf die Reisebedingungen. Da Berge & Meer als Veranstalter fungiert, gelten dessen AGB und Stornoregeln. Ein Preisvergleich vor der Buchung schadet ebenfalls nicht, denn ähnliche Reisen tauchen manchmal auch bei anderen Anbietern auf. So lässt sich am Ende wirklich das beste Angebot finden.
