Die Schreie waren das Einzige, was andere Bergsteiger von dem Unglück mitbekamen. Am Dienstagmittag (8. September) stürzte ein 43 Jahre alter Deutscher am Klettersteig „Via ferrata Mario Zandonella“ in den Südtiroler Dolomiten mehr als 80 Meter in die Tiefe. Niemand hatte den Absturz selbst gesehen.
Gegen 12.30 Uhr alarmierte eine Gruppe von Bergsteigern die Rettungskräfte, wie der Italienische Alpenverein mitteilte. Der Deutsche war offenbar allein unterwegs. Wo genau er den Halt verlor, ist deshalb bislang nicht bekannt.
📌 „Via ferrata Mario Zandonella“ Der Klettersteig „Via ferrata Mario Zandonella“ führt an der Rotwand in den Dolomiten entlang und gilt als kurz, aber anspruchsvoll. Die Route verläuft durch die Südwand und verlangt Erfahrung, Trittsicherheit und eine gute Kondition. Nicht alle Passagen sind durchgehend gesichert. Genau deshalb ist die Tour trotz ihrer vergleichsweise überschaubaren Länge nicht zu unterschätzen. Der Klettersteig liegt im Grenzgebiet zwischen den Provinzen Belluno und Bozen und wird vor allem von erfahrenen Bergsteigern genutzt.
Rettungskräfte finden Deutschen in einer Schlucht
Die Besatzung des Rettungshubschraubers „Falco 1“ aus Pieve di Cadore begann daraufhin mit der Suche. Unterhalb des Klettersteigs entdeckten die Helfer den Mann schließlich in einer Schlucht. Medizinisches Personal und ein Techniker wurden zu ihm hinabgelassen. Hilfe kam jedoch zu spät. „Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen“, teilte der Alpenverein mit. Die Verletzungen des 43-Jährigen waren zu schwer.
Sein Leichnam wurde anschließend geborgen und zur Schutzhütte „Rifugio Italo Lunelli“ gebracht. Dort übernahmen Einsatzkräfte aus dem Comelico-Tal und eine Bergrettungseinheit der Guardia di Finanza die weiteren Maßnahmen. Woher der Mann aus Deutschland stammt, ist bislang nicht bekannt.
Ursache des Absturzes noch unklar
Warum der Bergsteiger abstürzte, müssen die Ermittlungen noch klären. Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA könnte der Mann ausgerutscht sein. Bestätigt ist diese Vermutung bislang nicht.
Nach Angaben der Rettungskräfte trug der Deutsche geeignete Kletterausrüstung.
