„Jeder, der berechtigt ist, für das Nationalteam zu spielen, sollte sich anstrengen – denn ich werde gucken.“ Mit diesen Worten deutete Jürgen Klopp bei seiner Vorstellung als Bundestrainer an, dass es einige neue Gesichter im Nationalteam geben könnte, wenn er das Ruder übernimmt. Der Augenblick der Wahrheit ist jetzt gekommen.
Am Donnerstag (17. September) nominiert Jürgen Klopp seinen ersten DFB-Kader. Auf die Nationalmannschaft warten innerhalb von zwei Wochen dann vier Spiele. Auf diese Spieler darf der neue Bundestrainer dabei eigentlich nicht verzichten.
📌 Die ersten DFB-Spiele unter Klopp 24. September, 20.45 Uhr: Niederlande – Deutschland 27. September, 20.45 Uhr: Deutschland – Griechenland 1. Oktober, 20.45 Uhr: Deutschland – Serbien 4. Oktober, 20.45 Uhr: Griechenland – Deutschland
Jürgen Klopp: Frischer Schwung auf der Außenbahn?
Die Positionen in der Außenverteidigung sind schon seit Jahren eine Baustelle beim DFB. Als Rechtsverteidiger musste immer wieder Joshua Kimmich ran. Den Bayern-Star sieht Klopp bei sich aber im zentralen Mittelfeld. Hinten rechts braucht es also frische Kräfte. Und hier darf die Diskussion nicht ohne Philipp Treu geführt werden. Mit dem SC Freiburg stürmt er gerade durch die Bundesliga, nach drei Spielen hat der SC die maximale Punktausbeute und erst ein Gegentor kassiert! Das liegt auch an Treu, der unentwegt für seine Mannschaft kämpft.
In den ersten drei Saisonspielen weist der Außenverteidiger eine erfolgreiche Zweikampfquote von 91,7 Prozent auf (via Fotmob). Zudem ist er auch im Aufbauspiel mit über 86 Prozent angekommenen Pässen ein wichtiger Faktor. Gute Voraussetzungen für Jürgen Klopp, der sich sicherlich nicht nur defensive Aufgaben von seinen Außenverteidigern wünscht.
Auf der linken Abwehrseite hat Deutschland mit David Raum und Nathaniel Brown zwar etablierte Spieler. Doch gerade Brown machte zuletzt als 10er auf sich aufmerksam. Braucht der Bundestrainer also noch einen neuen Linksverteidiger? Dann sollte er Hennes Behrens anrufen. Beim FC Augsburg ist der 21-Jährige die Entdeckung des Saisonstarts, verpasste bisher keine Minute. Auch eine Vorlage war schon dabei. Angestrengt hat er sich also auf jeden Fall.
Ginter muss belohnt werden
Wenn wir schon beim Erfolg der Freiburger waren, führt der Weg auch an Matthias Ginter nicht vorbei. Der hat schon 51 Länderspiele auf dem Buckel, war aber seit 2023 nicht mehr dabei. Das muss sich eigentlich ändern. Schon letzte Saison spielte Ginter überragend, galt für viele Experten als möglicher WM-Kandidat.
Doch spätestens nach diesem Saisonstart ist das DFB-Comeback für den Freiburger fällig. Ginter hält in Freiburg nicht nur den Laden dicht, sondern ist insbesondere bei Standards vorne auch brandgefährlich. Zwei Tore in der Conference League, drei Vorlagen in der Bundesliga sprechen für sich. In dieser Form muss der Ex-Dortmunder wieder in die Nationalmannschaft
Wiedersehen mit Karius?
Und dann wäre da noch ein alter Bekannter von Jürgen Klopp. Loris Karius, seinerzeit Liverpool-Keeper unter dem Bundestrainer, war in der vergangenen Saison ein Garant für den Wiederaufstieg des FC Schalke 04. In die Bundesliga-Saison startete er gegen Augsburg zwar mit einem Abwurf, der prompt zum Gegentor führte, doch seither ist er in einer Bomben-Verfassung.
Unglaubliche 22 Bälle konnte der S04-Schlussmann schon parieren. Ausgerechnet gegen Bayern München hielt er die Null und auch bei Union Berlin waren seine Hände der Grund, dass Schalke den Sieg nicht wegwarf. Als Stammkeeper für die kommenden Jahre kommt Karius sicher nicht in Frage. Doch eine Nominierung als erfahrener Keeper, der den jungen Jonas Urbig oder Noah Atubolu zur Seite stehen kann, sollte eigentlich drin sein.
