Pünktlich zum großen Highlight-Spiel gegen Rekordmeister Bayern München darf Vincent Wagner nun doch auf der Trainerbank Platz nehmen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hob die Sperre gegen den 40-jährigen Fußball-Lehrer in einer mündlichen Verhandlung auf. Zuvor hatte Schiedsrichter Martin Petersen einen entscheidenden Fehler eingeräumt.
Unter dem Vorsitz von Stephan Oberholz kippte das Gremium das vorangegangene Urteil. „Der gegen Vincent Wagner ausgesprochene Feldverweis wird aufgehoben. Eine automatische Sperre entfällt“, erklärte Oberholz. Laut dem Vorsitzenden ist dieser Beschluss eine absolute Ausnahme, die nur durch das offene Eingeständnis des Unparteiischen zustande kam. Wagner zeigte sich erleichtert und dankte dem Referee für seine Ehrlichkeit. Er betonte: „Ich bin froh, dass der Gerechtigkeit Genüge getan wurde.“
📌Elversberg in der Bundesliga In der Saison 26/27 spielt die SV Elversberg erstmals in der Bundesliga. Erfolgreicher hätte der Ligastart dabei nicht sein können: Gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach gelangen zwei Siege. Damit steht man nach zwei Spieltagen sogar vor dem FC Bayern München.
Platzverweis in der Halbzeitpause
Am vergangenen Samstag hatte der Aufsteiger einen knappen 4:3-Sieg in Mönchengladbach gefeiert. Während der Halbzeitpause betrat der bereits verwarnte Wagner das Spielfeld. Daraufhin zeigte ihm Petersen wegen unsportlichen Verhaltens die Gelb-Rote Karte. Einen ersten Einspruch gegen die daraus folgende automatische Sperre wies der DFB zunächst ab.
Per Video-Schalte nahm der Schiedsrichter an der mündlichen Verhandlung teil und bewertete seinen eigenen Platzverweis rückblickend als Fehler. „Im Nachgang empfand ich meine Reaktion als unangemessen. Ich würde die Entscheidung nicht noch einmal so treffen. Ich war vielleicht zu sensibel und habe die Situation falsch interpretiert“, gab Petersen unumwunden zu.
Prominente Unterstützung für den Trainer
Auch von oberster Stelle der DFB-Schiri GmbH kam deutliche Kritik an der ursprünglichen Entscheidung. Marco Fritz, der dort als Experte für Regelfragen fungiert, stufte die Aktion ebenfalls als Fehlentscheidung ein. „Ich kann nichts feststellen, was eine Gelb-Rote Karte rechtfertigt. Es offensichtlich, dass das Betreten des Feldes nicht respektlos erfolgte. Es ist nicht erkennbar, dass er die Stimmung aufheizen wollte. Mehr als eine Ermahnung sehe ich da nicht“, analysierte der ehemalige Referee.
Im Vorfeld hatte der Platzverweis bereits für großes Unverständnis gesorgt. Selbst die Verantwortlichen des kommenden Gegners schalteten sich in die Debatte ein. Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen und Trainer Vincent Kompany plädierten öffentlich für eine Aufhebung der Sperre. Nun kann Wagner sein Team am Sonntag um 17.30 Uhr wie gewohnt betreuen. Die Partie läuft beim Streamingdienst DAZN.
