So langsam wird es konkreter mit der geplanten Zuckersteuer der Merz-Regierung. Während es lange Zeit so aussah, als könnte die Steuer auch sogenannte Zero-Produkte erwischen, geht ein neuer Entwurf in eine komplett andere Richtung.
Coke Zero, aber auch alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein und alkoholfreier Sekt wären demnach nicht von der Abgabe betroffen. Darüber berichtet „Focus Online“, dessen Redaktion den Entwurf am Mittwoch (30. September) nach eigenen Angaben schon einsehen konnte.
📌 Das sind die geplanten Steuersätze der Zuckersteuer (nach Zuckergehalt) Ab 5 g Zucker / 100 ml: 26 Cent je Liter 7 bis 10 g Zucker / 100 ml: 32 Cent je Liter Mehr als 10 g Zucker / 100 ml: 38 Cent je Liter
Das steht im neuen Klingbeil-Papier
Klassische Softdrinks, gesüßte Säfte, Eistees und bestimmte Milch- und Fruchtgetränke würden dem Entwurf zufolge teurer werden. Wie viel hängt von der Höhe des Zuckergehalts ab. Allerdings befindet sich der Entwurf auch erst in der Ressortabstimmung. Zur Abstimmung vorgelegt ist noch nichts.
Derzeit sieht es aber so aus, als plane die Merz-Regierung drei Steuerstufen, die jeweils vom Zuckergehalt des Getränkes ausgehen. Bei 5 bis 7 Gramm je 100 Milliliter wären 26 Cent je Liter fällig. Bei 7 bis unter 10 Gramm je 100 Milliliter 32 Cent je Liter. Und ab 10 Gramm pro 100 Milliliter schließlich 38 Cent je Liter.
Massive Kritik am älteren Entwurf
Ein früherer Entwurf der geplanten Steuer hatte im August für massive Kritik gesorgt. In der Folge hat Bundesfinanzminister Lars Klingbeil sein Vorhaben offenbar deutlich entschärft. Die Besteuerung von zuckerfreien Getränken ist jetzt komplett raus. Getränke unter 5 Gramm pro 100 Milliliter bleiben darüber hinaus steuerfrei.
Ursprünglich war eine Besteuerung bereits ab 4,5 Gramm Zucker je 100 Milliliter vorgesehen. Die eigentliche Idee hinter der Steuer bleibt aber gleich: Die Staffelung soll Herstellern einen Anreiz bieten, den Zuckergehalt der Getränke möglichst zu reduzieren. Erfahrungen aus Großbritannien zeigen, dass das durchaus funktionieren kann. Hier richtet sich die Zuckersteuer seit Jahren nach dem Zuckergehalt der Getränke. Viele Hersteller senkten daraufhin gezielt die Rezepturen.
Auch die Supermärkte erwarten durch die Klingbeil-Pläne eine massive Veränderung im Kundenverhalten. Ein bestimmter Trend könnte sich beschleunigen.
