Putin kürzt bei Rente und Bildung – und buttert noch mehr Milliarden ins Militär

Wladimir Putin treibt die Aufrüstung seines Landes weiter voran. Gleichzeitig plant der russische Präsident offenbar drastische Einschnitte im sozialen Bereich. Das geht aus Regierungsdokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen.

Rente, Bildung und Gesundheit sollen unter Putins Sparkurs leiden. Für das Militär hingegen sind Rekordsummen vorgesehen. Die Zahlen zeigen, wie sehr der Krieg gegen die Ukraine die Prioritäten in Putins Russland verschiebt. Putin setzt weiter voll auf Kriegswirtschaft in Russland.

📌 Wladimir Putins Rückhalt bröckelt: Im Juli 2026 vertrauten laut „FOM“ noch 67 Prozent Putin. 10 Prozentpunkte weniger als im Januar 2026. Zudem sank die Zustimmung zu Putins Arbeit zeitweise sogar um 15 Prozentpunkte. Außerdem wächst die Kriegsmüdigkeit in Russland. Laut „Deutsche Welle“ sprechen sich inzwischen sechs von zehn Russen für Friedensverhandlungen aus.

Putin & Russland: Sozialausgaben sollen drastisch sinken

Die Mittel für die Sozialpolitik sollen im Jahr 2027 um 7 Prozent sinken. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Regierungsdokumente, die der Agentur vorliegen. Zur Sozialpolitik zählen unter anderem Renten, Zahlungen an Kriegsveteranen und Mutterschaftsleistungen.

Auch Bildung und Gesundheit trifft es hart. Die Budgets für beide Bereiche sollen im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen um 6 beziehungsweise 6,8 Prozent gekürzt werden.

Militärausgaben erreichen Rekordniveau

Für das Jahr 2027 plant die Regierung laut „Tagesspiegel“ in Moskau Militärausgaben in Höhe von 17,1 Billionen Rubel. Das entspricht umgerechnet rund 178 Milliarden Euro. Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf ist das ein Anstieg um rund 27 Prozent. Es ist der höchste Wert seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022.

Die gesamten Verteidigungsausgaben sollen den Dokumenten zufolge in den nächsten drei Jahren 50 Billionen Rubel betragen. Für 2026 waren ursprünglich Verteidigungsausgaben in Höhe von 12,1 Billionen Rubel eingeplant. Die tatsächliche Summe bleibt jedoch geheim und wird nicht veröffentlicht.

Haushaltsdefizit verdoppelt sich

Die steigenden Rüstungsausgaben belasten den russischen Haushalt spürbar. Die Regierung in Moskau verdoppelte laut Reuters ihre Prognose für das Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Zur Finanzierung des Defizits plant Putins Regierung für 2027 Steuererhöhungen. Darunter ist eine Sonderabgabe für Metall- und Bergbauunternehmen. Die Kosten für den Schuldendienst steigen zudem wegen der hohen Zinsen im Jahr 2027 voraussichtlich um 21,6 Prozent.

Duma dürfte neuen Haushalt billigen

Der Haushaltsentwurf soll dem Parlament bis zum 1. Oktober vorgelegt werden. In der Staatsduma hält die kremlnahe Partei Geeintes Russland die Mehrheit. Ein Scheitern des Entwurfs gilt deshalb als unwahrscheinlich.

Die Behörden erklärten, der Sieg im Krieg gegen die Ukraine habe Vorrang vor anderen Belangen. Für die russische Bevölkerung bedeutet das: weniger Geld für Rente und Gesundheit, mehr Geld für Putins Krieg.

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