Ab den frühen 2030er Jahren heulen die Motoren der Formel 1 wieder auf afrikanischem Boden auf. Mit einem Zehn-Jahres-Vertrag sichert sich Ruanda den Grand Prix von Afrika. Ein wichtiger Schritt, den unter anderem Lewis Hamilton seit längerer Zeit vehement gefordert hatte.
Für die Verantwortlichen schließt sich damit eine riesige Lücke. „Da Ruanda ab dem nächsten Jahrzehnt in den Rennkalender aufgenommen wird, wird unser Sport auf jedem bewohnten Kontinent ausgetragen und bringt die Weltmeisterschaft den Fans rund um den Globus näher denn je“, frohlockt Geschäftsführer Stefano Domenicali. Doch es gibt auch kritische Stimmen zum Afrika-Comeback der Formel 1.
📌 Die restlichen F1-Rennen des Jahres USA (Austin): 25. Oktober 2026 Mexiko (Mexiko-Stadt): 1. November 2026 Brasilien (Sao Paulo): 8. November 2026 Las Vegas (USA): 21. November 2026 Katar (Lusail): 29. November 2026 Abu Dhabi (Yas Marina): 6. Dezember 2026
Formel 1: Hilfe aus Katar für Afrika
Südlich der Hauptstadt Kigali entsteht im Distrikt Bugesera die neue Strecke. Pünktlich zum Start des nächsten Jahrzehnts wollen die Bauherren den Kurs fertigstellen. Direkt nebenan wächst ein neuer internationaler Flughafen in die Höhe. Hierbei mischt Qatar Airways als 60-prozentiger Anteilseigner kräftig mit und tritt gleichzeitig als Hauptsponsor der Rennserie auf.
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Präsident Paul Kagame betrachtet das Event als gewaltigen Schritt für die Wahrnehmung seiner Nation. „Heute gehört der Tag Afrika. Seit mehr als drei Jahrzehnten fand die weltweit führende Motorsportmeisterschaft ohne diesen Kontinent statt – das ändert sich nun mit dieser Vereinbarung“, sagte das Staatsoberhaupt.
Für Lewis Hamilton geht mit dieser Ankündigung ebenfalls ein Traum in Erfüllung. Der 41-jährige Ferrari-Pilot hatte Ruanda zuvor als eines seiner absoluten Lieblingsländer bezeichnet. Die Zeit sei zu „100 Prozent“ reif, um nach Afrika zurückzukehren, hatte er kürzlich gesagt.
Schattenseiten des neuen Austragungsortes
Doch es gibt auch Kritik, insbesondere an Ruanda. Traurige Berühmtheit erlangte der Staat einst durch den Völkermord von 1994, bei dem in 100 Tagen rund 800.000 Menschen ermordet wurden. Auch heute betrachten Menschenrechtler die Situation vor Ort mit Sorge. Berichte über willkürliche Inhaftierungen und die Verfolgung von Regierungsgegnern belasten das Land schwer.
Bislang zeigte die Formel 1 jedoch wenig Berührungsängste mit autokratisch geführten Staaten. Solange die Bereitschaft bestand, millionenschwere Antrittsgebühren zu zahlen, blendeten die Macher politische Bedenken oft aus.
