„Abgelaufen“ und trotzdem gut? Kaufland fordert Kunden zum Schnuppertest auf

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist überschritten und schon landet das Lebensmittel im Müll? Das muss nicht sein! Denn viele Produkte können auch nach Ablauf des aufgedruckten Datums noch genießbar sein. Supermärkte wie Kaufland machen Verbraucher dabei auf einen wichtigen Unterschied aufmerksam.

Statt Lebensmittel vorschnell wegzuwerfen, sollen Kunden ihre Sinne einsetzen. Kaufland empfiehlt bei geeigneten Produkten einen einfachen Test. Dabei spielen das Aussehen, der Geruch und schließlich der Geschmack eine entscheidende Rolle. Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung, die Verbraucher unbedingt beachten sollten.

📌 Mindesthaltbarkeitsdatum – das sollten Verbraucher wissen MHD ist keine gesetzliche Wegwerfgrenze: Das Mindesthaltbarkeitsdatum gibt an, bis wann ein Lebensmittel bei richtiger Lagerung seine typischen Eigenschaften behalten sollte. Danach ist es nicht automatisch verdorben. Verbrauchsdatum ist verbindlich: Bei leicht verderblichen Lebensmitteln wie frischem Hackfleisch oder Geflügel steht häufig „zu verbrauchen bis“. Nach Ablauf darf die Ware nicht mehr verzehrt werden. Jährlich landen Millionen Tonnen im Müll: In Deutschland entstehen pro Jahr rund 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle. Ein erheblicher Teil davon fällt in privaten Haushalten an. MHD muss nicht immer auf die Verpackung: Frisches Obst und Gemüse, Wein, Salz, Zucker und Kaugummi sind beispielsweise von der Pflicht zur MHD-Kennzeichnung ausgenommen. Eier haben eine Sonderregel: Das Mindesthaltbarkeitsdatum von Eiern liegt höchstens 28 Tage nach dem Legen. Nach Ablauf sollten sie nur noch durcherhitzt verzehrt werden.

Kaufland erklärt den Unterschied beim Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD, sorgt immer wieder für Missverständnisse. Viele Menschen halten es für ein festes Ablaufdatum. Tatsächlich garantiert der Hersteller damit lediglich, dass ein ungeöffnetes und richtig gelagertes Produkt bis zu diesem Zeitpunkt bestimmte Eigenschaften behält.

Ist das Datum überschritten, bedeutet das also nicht automatisch, dass das Lebensmittel verdorben ist. Genau hier setzt die Empfehlung von Kaufland an. Verbraucher sollen geeignete Produkte zunächst genauer unter die Lupe nehmen, bevor sie diese entsorgen.

Zunächst sollten Kunden kontrollieren, ob Verpackung und Inhalt unauffällig sind. Schimmel, Verfärbungen oder eine aufgeblähte Verpackung können Warnzeichen sein. Danach folgt der Geruchstest. Nur wenn alles normal erscheint und das Produkt dafür geeignet ist, kommt vorsichtiges Probieren infrage.

Milchprodukte besonders betroffen

Bei Kaufland betrifft das beispielsweise bestimmte Milchprodukte. Der Händler nutzt zudem die Kennzeichnung „Oft länger gut“. Sie soll Kunden daran erinnern, ihre Lebensmittel nicht allein anhand des MHD zu beurteilen. Damit möchte der Supermarktriese unnötige Lebensmittelabfälle reduzieren.

Doch Achtung: Für Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum gelten völlig andere Regeln. Steht auf der Verpackung „zu verbrauchen bis“, ist nach diesem Tag Schluss. Besonders leicht verderbliche Produkte können gefährliche Keime enthalten, ohne auffällig zu riechen oder auszusehen.

Der Schnuppertest von Kaufland ist deshalb kein Freibrief für sämtliche Lebensmittel. Entscheidend sind die richtige Lagerung, der Zustand des Produkts und vor allem die Art der Datumsangabe. Wer diese Unterschiede kennt, kann Lebensmittelverschwendung vermeiden, ohne unnötige Gesundheitsrisiken einzugehen.