Blanke Wut gegen Urlauber auf Mallorca: Zoff geht weiter

Schon wieder machen die Bewohner der beliebten Mittelmeerinsel ihrem Ärger über die vielen Urlauber Luft. Lediglich zwei Wochen nach der großen Demonstration in der Hauptstadt Palma versammelten sich die Menschen nun in der Kleinstadt Sóller im Westen von Mallorca.

Aufgerufen zu dem Protestmarsch hatte die Organisation „Menys Turisme Més Vida“, was übersetzt „Weniger Tourismus, mehr Leben“ bedeutet. Bereits zum ersten Mal im Jahr 2024 mobilisierte diese Bürgerplattform die Massen, um auf die wachsenden Probleme durch den Besucheransturm aufmerksam zu machen.

📌Darum protestieren die Einwohner Mallorcas Extremer Wohnraummangel & hohe Mieten: Zahlreiche Wohnungen werden als Ferienunterkünfte genutzt, wodurch bezahlbarer Wohnraum für Einheimische kaum noch vorhanden ist. Überlastung von Infrastruktur & Natur: Überfüllte Straßen, verstopfte Strände, Müllprobleme und Ressourcenknappheit (wie Wasser) belasten die Insel stark. Verdrängung & sinkende Lebensqualität: Die Ausrichtung des Alltags auf Touristen führt zur Steigerung der Lebenshaltungskosten, während viele Jobs im Tourismussektor schlecht bezahlt sind.

Unterschiedliche Angaben zu den Teilnehmerzahlen

Wie viele Menschen genau durch die bei Touristen äußerst beliebte Ortschaft zogen, bleibt unklar. Nach offiziellen Angaben der Behörden beteiligten sich rund 1.000 Personen an der Kundgebung. Deutlich höher fielen jedoch die Schätzungen der lokalen Medien aus.

So ging die „Mallorca Zeitung“ von etwa 2.000 Demonstranten aus. Noch mehr Teilnehmer zählte das „Mallorca Magazin“, welches die Menge auf stolze 2.500 Menschen bezifferte.

Wohnungsnot und Schmährufe gegen Feriengäste

Während des Aufmarsches in Sóller richtete sich die Wut der Einheimischen direkt gegen die Besucher. Aus der Menge heraus waren immer wieder Schmährufe zu hören, bei denen die Urlauber abwertend als „guiris“ bezeichnet wurden.

Trotz der aufgeheizten Stimmung verlief die Veranstaltung friedlich. Im Gegensatz zu den Protesten in Palma vor vierzehn Tagen kam es diesmal zu keinen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Den Kern des Unmuts bildet die dramatische Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Wegen der vielen Feriengäste steigen die Mieten auf der Insel unaufhaltsam, wodurch die drängende Wohnungsnot für die einheimische Bevölkerung immer weiter in den Mittelpunkt rückt. Auch wenn der Protest dieses Mal friedlich verlief, zeigt es, dass die Situation angespannt bleibt und die Anwohner die Entwicklung nicht einfach hinnehmen wollen.

Mehr zu den Protesten gegen Urlauber auf Mallorca liest hier.