Jeden Monat verschwinden kleine Beträge vom Girokonto, oft völlig unbemerkt. Ein vergessenes Abo hier, hohe Zinsen dort, eine doppelte Versicherung obendrauf. Wer genau hinschaut, findet meistens gleich mehrere solcher Kostenfallen gleichzeitig.
Die gute Nachricht: Die meisten dieser Geldfresser lassen sich mit wenig Aufwand stoppen. Wir zeigen fünf typische Fallen und erklären, wie du sie am schnellsten loswirst.
📌 Girokonto-Fakten Kontoführungsgebühren: Viele Banken verlangen monatliche Gebühren für die Kontoführung. Je nach Bank und Kontomodell können zusätzlich Kosten für Karten oder bestimmte Buchungen anfallen. Kostenlos ist nicht immer kostenlos: Ein Konto kann mit „kostenloser Kontoführung“ beworben werden, aber trotzdem Bedingungen haben. Zum Beispiel kann ein regelmäßiger Geldeingang vorgeschrieben sein. Dispozinsen: Wer sein Girokonto überzieht, zahlt dafür Zinsen. Diese sogenannten Dispozinsen sind häufig deutlich höher als die Zinsen für normale Kredite. Girocard und Kreditkarte: Für eine Girocard oder Kreditkarte können zusätzliche Jahresgebühren anfallen. Ob eine Karte kostenlos ist, hängt vom jeweiligen Kontomodell ab. Geldabheben: Beim Abheben von Bargeld können Gebühren entstehen – insbesondere an Automaten fremder Banken. Welche Automaten kostenlos genutzt werden können, hängt vom eigenen Kreditinstitut und Kartentyp ab.
Welche Abos laufen heimlich weiter?
Streamingdienste oder Zeitschriften-Abos zählen zu den häufigsten Übeltätern auf dem Kontoauszug. Ein einzelner Betrag von acht oder zwölf Euro fällt kaum auf. Mehrere solcher Abos zusammen ergeben aber übers Jahr schnell eine stattliche Summe.
Ein Blick auf Kontoauszüge und laufende Abonnements lohnt sich deshalb fast immer, rät die Verbraucherzentrale Hamburg. Wer selten genutzte Dienste findet, kann sie meist unkompliziert online kündigen, häufig über den gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsbutton. Wichtig ist nur, die Kündigungsbestätigung gut aufzubewahren.
Wie teuer wird der Dispo wirklich?
Wer sein Konto überzieht, zahlt oft überraschend hohe Zinsen dafür. Viele nutzen den Dispo regelmäßig, ohne die tatsächlichen Kosten zu kennen. Dabei unterscheiden sich die Sätze von Bank zu Bank erheblich.
Banken verlangen im Schnitt 11,28 Prozent Dispozinsen, wie eine Auswertung von Verivox zeigt. Bei manchen Instituten liegt der Zins sogar über 15 Prozent. Wer dauerhaft im Minus steht, sollte deshalb einen Ratenkredit prüfen, denn der kostet oft nur etwa halb so viel.
Zahlst du für zwei gleiche Policen?
Nach einem Umzug oder einer Hochzeit besitzen viele Haushalte plötzlich doppelte Versicherungen. Zwei Hausratpolicen oder zwei Haftpflichtverträge decken dann dasselbe Risiko gleich zweimal ab. Im Schadensfall bringt das trotzdem keinen finanziellen Vorteil.
Eine Doppelversicherung ist schlicht unnötig teuer, erklärt Finanztip. Den neueren der beiden Verträge können Betroffene meist fristlos kündigen und dabei auf den bereits bestehenden älteren Vertrag verweisen. So bleibt am Ende nur noch eine Prämie übrig.
Verlängert sich dein Fitnessvertrag automatisch?
Fitnessstudio-Verträge zählen zu den klassischen Kostenfallen im Alltag. Wer die Kündigungsfrist verpasst, zahlt oft monatelang unbemerkt weiter. Seit März 2022 gelten dafür allerdings strengere gesetzliche Regeln.
Eine automatische Verlängerung um ein ganzes weiteres Jahr ist seitdem nicht mehr erlaubt, bestätigt die Verbraucherzentrale Bayern. Nach der ersten Vertragslaufzeit lässt sich ein Studiovertrag mit nur einem Monat Frist kündigen. Ein Blick in die eigenen Vertragsunterlagen zeigt schnell, welche Frist tatsächlich gilt.
Was kostet dein Girokonto im Monat?
Auch die Kontoführung selbst kann teuer werden. Viele Banken verlangen mittlerweile eine monatliche Grundgebühr, dazu kommen oft Kosten für Karten oder für Bargeldabhebungen. Über mehrere Jahre summieren sich solche Gebühren zu einem beachtlichen Betrag.
Ein Vergleich zwischen Filialbank und Direktbank lohnt sich deshalb regelmäßig. Wer selten eine Filiale braucht, findet online häufig kostenlose Alternativen. Der Wechsel selbst dauert dank Kontowechselservice meist nur wenige Tage.
Fünf Minuten Kontoauszug prüfen können am Ende also mehrere Hundert Euro im Jahr bringen. Ein einziger Nachmittag reicht meist aus, um alle fünf Geldfresser aufzuspüren. Danach bleibt spürbar mehr vom Gehalt übrig.
