Lidl verkauft auch Möbel – das steckt hinter der Marke Livarno Home

Lidl ist längst nicht mehr nur der Ort für Milch, Brot und Sonderangebote. Unter der Eigenmarke Livarno bietet der Discounter mittlerweile ein breites Möbel- und Einrichtungssortiment an. Von Sideboards über Sessel bis zu Lichterketten reicht die Produktpalette. Wer genauer hinschaut, stellt schnell fest: Hinter dem Namen Livarno steckt kein einzelner Hersteller, sondern ein ganzes Firmengeflecht.

Die Eigenmarke deckt inzwischen fast jeden Wohnbereich ab. Dazu zählen Möbel, Leuchten, Heimtextilien, Bettwäsche, Badmöbel und Gartenmöbel. Auch Deko-Artikel und kleinere Haushaltshelfer tauchen regelmäßig unter dem Livarno-Logo auf. Wer durch die Lidl-Filiale läuft oder online einkauft, findet die Marke kaum noch zu übersehen.

📌 Das steckt hinter Livarno Home Hinter Livarno-Produkten stehen laut Herstellerangaben unter anderem die Unternehmen Delta-Sport Handelskontor, OWIM, EDI Light, HOYER Handel und MATO Interpräsent. Beim Seitenschrank „Palermo“ nennt Lidl die deutsche FMD Möbel GmbH als verantwortlichen Hersteller. Die Marke Livarno Home wurde eigenen Angaben zufolge 2015 gegründet und produziert exklusiv für Lidl.

Lidl baut sein Non-Food-Geschäft gezielt aus

Der Hintergrund liegt im sogenannten Non-Food-Geschäft des Discounters. Lebensmittel bleiben zwar das Kerngeschäft, doch Lidl will mit Wohnartikeln, Mode und Technik stärker wachsen. Die Eigenmarken sollen dabei die zentrale Rolle übernehmen.

In der Vergangenheit lag der Non-Food-Anteil am Umsatz jedoch nur bei rund sieben Prozent. Wie „Ruhr24“ unter Berufung auf die Lebensmittelzeitung berichtet, will Lidl diesen Wert nun deutlich steigern. Dafür investiert der Discounter gezielt in feste Flächen und eigene Bedürfniswelten in den Filialen.

Lidl ordnet seine Filialen komplett neu

Um die Eigenmarken sichtbarer zu machen, hat Lidl den Non-Food-Bereich komplett umgebaut. Statt verstreuter Regale gibt es jetzt klar abgegrenzte Themenwelten. Kunden sollen Produkte dadurch schneller finden, ohne lange suchen zu müssen.

Wie die TextilWirtschaft berichtet, hat Lidl den Non-Food-Bereich in allen 3.250 deutschen Filialen in sechs Themenwelten aufgeteilt. Jede Welt besitzt eine eigene Ankermarke mit klarem Profil. Für Wohnen und Einrichtung übernimmt Livarno diese Rolle. Mode läuft über Esmara, Sport über Crivit.

Mehrere Firmen stecken hinter Livarno

Trotz des einheitlichen Markennamens kommt längst nicht jedes Produkt vom selben Hersteller. Livarno funktioniert als reine Handelsmarke. Lidl lässt die Artikel von unterschiedlichen Unternehmen produzieren und bringt sie anschließend unter eigenem Namen in den Verkauf.

Wie „Giga“ in einer Analyse aufzeigt, variiert der verantwortliche Hersteller sogar innerhalb einzelner Produktgruppen. Selbst bei vermeintlich ähnlichen Artikeln wie Leuchten tauchen unterschiedliche Firmen in den Produktangaben auf. Wer wissen will, wer einen bestimmten Artikel tatsächlich gefertigt hat, muss daher auf die Angaben auf der Produktseite oder in der Bedienungsanleitung schauen.

Lidl will Marke weiter ausbauen

Für Käuferinnen und Käufer ändert sich im Alltag wenig. Der Markenname Livarno bleibt das verlässliche Versprechen für ein bestimmtes Preis- und Qualitätsniveau. Welche Firma konkret dahintersteckt, spielt für die meisten beim Einkauf eine untergeordnete Rolle.

Hinter den Kulissen tut sich bei Lidl jedoch einiges. Wie „Chip“ berichtet, treibt Benjamin Steeb, seit Dezember im Vorstand für den Nonfood-Einkauf bei Lidl International, die Neupositionierung der Marke derzeit aktiv voran. Erste Ergebnisse sollen demnach schon im kommenden Jahr sichtbar werden. Bei Kleinmöbeln und Küchenzubehör nimmt sich Lidl dabei ausgerechnet zwei große Konkurrenten zum Vorbild: Ikea und Action.

Blazer für 12,99 Euro, Kleider unter zehn Euro: Esmara ist Lidls Mode-Erfolg. Aber wer produziert die Kleidung für den Discounter?