Eine abgeschlossene Ausbildung kann ein guter Einstieg ins Berufsleben sein – doch wie viel verdient man danach tatsächlich? Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Handwerksberufen.
Besonders bei den Gehältern liegen einige Ausbildungsberufe deutlich über anderen.
📌 Handwerksberufe Große Vielfalt: In Deutschland gibt es mehr als 130 Ausbildungsberufe im Handwerk. Dazu zählen beispielsweise Berufe im Bau, in der Metallverarbeitung, im Lebensmittelhandwerk und im Bereich Fahrzeugtechnik. Tradition trifft Technik: Handwerkliche Berufe verbinden häufig praktische Tätigkeiten mit moderner Technik. Digitale Planung, computergesteuerte Maschinen und neue Fertigungsverfahren spielen in vielen Bereichen eine zunehmend wichtige Rolle. Wichtige Rolle für den Alltag: Handwerker sorgen unter anderem dafür, dass Häuser gebaut, Fahrzeuge repariert, elektrische Anlagen installiert und Lebensmittel hergestellt werden. Viele dieser Leistungen sind für Wirtschaft und Gesellschaft unverzichtbar. Meister und Selbstständigkeit: Nach einer Ausbildung besteht in vielen Handwerksberufen die Möglichkeit, eine Meisterqualifikation zu erwerben. Sie kann unter anderem den Weg zur Gründung eines eigenen Handwerksbetriebs eröffnen.
In diesem Handwerksausbildungsberuf verdient man vergleichsweise viel
Am höchsten fällt der mittlere Bruttomonatsverdienst in der ausgewählten Gruppe bei Werkzeugmechanikerinnen und Werkzeugmechanikern aus. Vollzeitbeschäftigte mit diesem Ausbildungsberuf kamen im April 2025 auf einen Median von 4.063 Euro im Monat. Damit liegt der Wert deutlich über dem mittleren Verdienst aller Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung, der bei 3.774 Euro lag.
Auch Maurerinnen und Maurer erreichen einen vergleichsweise hohen Verdienst. Ihr mittleres Bruttomonatsgehalt lag bei 3.990 Euro und damit nur knapp unter der Marke von 4.000 Euro. Mit etwas Abstand folgen Dachdeckerinnen und Dachdecker mit einem Median von 3.393 Euro monatlich.
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Bei Malerinnen und Malern sowie Lackiererinnen und Lackierern lag der mittlere Verdienst bei 3.251 Euro. Damit verdienen sie nach diesen Zahlen weniger als Maurer oder Werkzeugmechaniker, liegen aber weiterhin über dem Wert, der für Beschäftigte ohne beruflichen Ausbildungsabschluss angegeben wird. Dieser betrug im April 2025 3.120 Euro.
Mit Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss ist nochmal mehr drin
Deutlich niedriger fällt das Einkommen bei Friseurinnen und Friseuren aus. Hier lag der Median bei 2.340 Euro brutto im Monat und damit rund 1.700 Euro unter dem Wert der Werkzeugmechaniker. Die Zahlen machen damit deutlich, wie unterschiedlich die Verdienstmöglichkeiten trotz einer abgeschlossenen Ausbildung ausfallen können.
Ein Blick auf höhere Bildungsabschlüsse zeigt gleichzeitig, dass Ausbildung nicht die einzige Verbindung zwischen Qualifikation und Einkommen ist. Bei einem Meister-, Techniker- oder Fachschulabschluss lag der mittlere Verdienst bei 5.000 Euro, bei einem Bachelor bei 4.808 Euro und bei einem Master bei 6.303 Euro. Personen mit Promotion oder Habilitation kamen im Median sogar auf 8.261 Euro – allerdings sind diese Werte nicht direkt mit einzelnen Handwerksberufen vergleichbar.
Akademiker haben nicht bessere Chancen auf Jobmarkt
Trotz höherer Durchschnittsverdienste haben Akademiker derzeit nicht automatisch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Ein im Mai 2026 veröffentlichter Bericht des SWR verwies darauf, dass sich die Jobsuche für manche Hochschulabsolventen durch wirtschaftliche Unsicherheit und veränderte Anforderungen, etwa durch Künstliche Intelligenz, erschwert. Gleichzeitig suchen Unternehmen weiterhin nach Fachkräften.
Die Zahlen zeigen deshalb vor allem eines: Sowohl die Wahl des Berufs als auch die Qualifikation können einen erheblichen Einfluss auf Einkommen und berufliche Chancen haben.
