Risiken um Trendprodukt bei ESN, More und Co. – Experten gehen auf die Barrikaden

Ob als Tablette, Tee, in Pulverform oder als Tropfen: Ashwagandha wird bei vielen bekannten Marken als Lifestyle-Produkt beworben. Das Präparat solle gegen Stress, innere Unruhe und mentale Belastungen helfen. Foodwatch spricht hingegen von gesundheitlichen Risiken und mahnte bekannte Hersteller jetzt ab.

Supplemente sind seit Jahren im Hype. Immer wieder werden die Nahrungsergänzungsmittel als gesunde und gute Ergänzung zur Ernährung beworben, stellenweise auch wissenschaftlich belegt. Dabei versprechen Hersteller oft gesundheitliche Vorteile, um ihre teils sehr kostspieligen Produkte an Kundinnen und Kunden zu verkaufen. Auch die Hersteller ESN, More Nutrition und Naturally Pam von Pamela Reif bieten solche Produkte an, darunter die Pflanze Ashwagandha. Foodwatch kritisierte das jetzt scharf und mahnte die Marken dafür ab. Das sind die Hintergründe.

📌 Fakten zu Ashwagandha Ashwagandha, im Deutschen auch als Schlafbeere, indischer Ginseng oder Winterkirsche bezeichnet, ist eine traditionelle Heilpflanze aus dem Ayurveda. Wenige Studien deuten darauf hin, dass die Pflanze helfen könnte, Stress und Angst zu reduzieren und auch gegen Schlaflosigkeit und Müdigkeit zu wirken. Verbraucherschützer und Experten warnen jedoch vor potenziellen Risiken bei unkontrollierter Langzeiteinnahme, da es unter anderem zu Leberschäden oder Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen kann. Schwangere und Stillende werden von der Einnahme von Ashwagandha dringend abgeraten, da die Pflanze wehenfördernd wirken und das ungeborene Kind gefährden kann.

Foodwatch: „Die Werbeclaims verstoßen gegen EU-Verordnung“

Für foodwatch ist es nicht in Ordnung, Ashwagandha als gesundheitsförderndes Produkt zu vermarkten. Dabei bezieht sich die europäische Verbraucherschutzorganisation auf Warnhinweise des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach sollen insbesondere Kinder, Schwangere und Stillende sowie Personen mit einer Erkrankung der Leber auf die Einnahme der Pflanze verzichten. Auch allen anderen rät das Institut wegen mangelnder Datenlage vom Produkt ab. Aber was sind die Gründe für diese Warnung?

Konkret schrieb das BfR in seinem Bericht: „Zu berichteten Akutfolgen der
Einnahme von Präparaten mit Ashwagandha zählen Beschwerden des
Verdauungstraktes wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sowie Benommenheit,
Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit und Hautausschläge“ Außerdem soll die Einnahme auch das Immunsystem beeinflussen können. Besonders alarmierend befand das BfR den möglichen Zusammenhang von Ashwagandha-haltigen Präparaten mit Leberschäden.

Auch die „Apotheken Umschau“ betonte, dass die wissenschaftliche Studienlage zur Ashwagandha-Pflanze sehr gering sei. Foodwatch verurteilte die Bewerbung des Produkts durch die drei Hersteller deshalb stark und schrieb: „Die Werbeclaims lassen sich wissenschaftlich nicht belegen. Und verstoßen nach Ansicht von foodwatch gegen die europäische Health-Claims-Verordnung. foodwatch hat ESN, More Nutrition und Naturally You deshalb abgemahnt.“

Ashwagandha: Einschränkung und Verbot in mehreren Ländern

Die Verbraucherschutzorganisation machte in ihrer Mitteilung auch darauf aufmerksam, dass andere Länder wie Großbritannien, Frankreich und die Niederlande bereits Sicherheitswarnungen zur Einnahme der Pflanze veröffentlicht hätten. Dänemark sei als einziges Land bisher sogar so weit gegangen, Ashwagandha zu verbieten.

Auch andere Nahrungsergänzungsmittel wurden in der Vergangenheit wegen etwa zu hoher Dosierung oder bedenklicher Zusatzstoffe immer wieder bemängelt.