Wegen Social-Media-Suchtgefahr: Meta zahlt Milliarden-Dollar-Entschädigung

Im Streit um die Social-Media-Sucht von Kindern legt Meta eine gigantische Summe auf den Tisch. Knapp 16,7 Milliarden US-Dollar zahlt der Facebook-Mutterkonzern an die klagenden US-Bundesstaaten, mehrere Territorien und den District of Columbia. Durch diesen weitreichenden Deal legen die beteiligten Parteien ihre juristische Auseinandersetzung ohne ein weiteres Gerichtsverfahren endgültig bei.

Zuvor hatten die Kläger dem Tech-Giganten schwere Vorwürfe gemacht, da Meta Minderjährige gezielt zu einer ausufernden Nutzung von Instagram und Facebook verleitet haben soll. Gleichzeitig habe der Konzern die damit verbundenen Risiken vor der Öffentlichkeit und den Eltern bewusst verheimlicht. Damals wie heute weist das Unternehmen diese massiven Anschuldigungen strikt zurück.

📌 Das ist Meta Früherer Name: Das Unternehmen hieß bis Oktober 2021 Facebook, Inc. und wurde von Mark Zuckerberg gegründet. Bekannte Marken: Zu dem Konzern gehören unter anderem Facebook, Instagram, WhatsApp, Threads, der Facebook Messenger und die VR-Marke Meta Quest. Das Metaverse: Der Name „Meta“ leitet sich von der Vision ab, ein immersives virtuelles Zeitalter (das Metaverse) mitzubauen. Aktuelle Verfahren und Vergleiche: Meta stand wegen Vorwürfen im Fokus, seine Apps (wie Instagram) bewusst so zu gestalten, dass sie bei Jugendlichen Suchtverhalten auslösen. Kürzlich schloss das Unternehmen einen Milliarden-Vergleich (rund 16,7 Milliarden US-Dollar) mit US-Bundesstaaten ab.

Harte Worte und neue Schutzmaßnahmen

Für Virginias Generalstaatsanwalt Jay Jones stellt der Deal einen «monumentalen Sieg für den Schutz der amerikanischen Kinder» dar. In einer Mitteilung fand er deutliche Worte für das Vorgehen des Konzerns: „Jahrelang hat Meta die Öffentlichkeit absichtlich über die süchtig machenden und schädlichen Designmerkmale getäuscht, die die psychische Gesundheit junger Menschen massiv beeinträchtigt haben.“

Unterdessen kündigte der Konzern weitreichende Einschränkungen an, die nach einer gerichtlichen Genehmigung für die kommenden zehn Jahre gelten sollen. Konkret plant Meta ein tägliches Zeitlimit von zwei Stunden für Minderjährige. Nur mit der ausdrücklichen Zustimmung der Eltern lässt sich diese für Facebook und Instagram geltende Sperre künftig deaktivieren.

Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens blockiert demnächst ein spezieller Nachtmodus die Apps komplett. Während dieser nächtlichen Stunden können die Betroffenen weder eigene Beiträge veröffentlichen noch fremde Inhalte betrachten. Auch gegen falsche Schönheitsideale geht das Unternehmen nun vor, indem es Filter für extremes Make-up und Schönheitsoperationen abschaltet. Ebenso verschwinden die oft kritisierten Likes standardmäßig für Jugendliche, sodass Reaktionen auf Beiträge unsichtbar bleiben.

Existenzbedrohende Forderungen und weitere Rückschläge

Vor einigen Monaten warnte Meta noch vor Strafen in Höhe von bis zu 1,4 Billionen Dollar, was die Existenz des Unternehmens ernsthaft bedroht hätte. Anwälte der Klägerseite rechneten in dem in Oakland gestarteten Prozess hingegen eher mit einer Summe von rund 200 Milliarden Dollar.

Der aktuelle Vergleich reiht sich nahtlos in eine Serie von juristischen Niederlagen ein. Erst kürzlich ordnete ein Gericht in New Mexico an, dass Meta über eine halbe Milliarde Dollar für Hilfen an geschädigte Kinder zahlen muss. Dort dürfen Minderjährige bald maximal 90 Stunden pro Monat auf den Plattformen verbringen. Bereits im März verloren Meta und YouTube einen wegweisenden Prozess in Los Angeles, weil sie laut den Geschworenen fahrlässig handelten. Gegen beide Urteile wollen die Tech-Giganten in Berufung gehen.