Rund eine Viertelstunde nach der Doppelpleite der CDU bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin trat Friedrich Merz vor die Presse. Dass der Kanzler überhaupt am Wahlsonntag direkt ein Statement zu Landtagswahlen abgab, zeigte schon den Ernst der Lage in der CDU. Der Parteichef und Bundeskanzler versammelte die Ministerpräsidenten und weitere CDU-Größen im Präsidium um sich. Offenbar, um sich deren Gefolgschaft zu sichern und die innerparteiliche Kommunikation zu kontrollieren.
Als Merz dann vor die Presse trat, pochte er auf den Reformkurs seiner Regierung. Es brauche nun „Rückgrat, Standfestigkeit und Geduld“.
📌 Landtagswahlen am 20. September In Mecklenburg-Vorpommern und Berlin haben die Menschen gewählt. Klare Wahlsiegerin in Berlin ist Die Linke mit Spitzenkandidatin Elif Eralp. In Berlin hat die AfD nach aktuellen Hochrechnungen die meisten Stimmen. Doch keiner will mit der Partei Koalitionsgespräche führen.
Merz beklagt „autoritäres Gift“
Merz attackierte radikale Parteien links wie rechts, die das Vertrauen in die staatlichen Institutionen untergraben würden – ohne AfD, BSW und Linke namentlich zu nennen. Man dürfe nicht immer alles schlechtreden im Land. Der Ton in der gesellschaftlichen Debatte sei „rauer und unversöhnlicher“ geworden. Weiter beklagte er das „autoritäre Gift“. Reformen seien das Gegenmittel.
Doch hat Merz mit dieser Ansprache am frühen Sonntagabend, direkt nach den Prognosen, die Menschen überzeugen können? Die ersten Meinungen im Netz sind kritisch. Er habe monoton und träge gesprochen. Es sei „keine Ruckrede“ geworden, meint ein X-Kommentator. Manche beklagen, dass Merz überhaupt keine Reaktion gezeigt habe, nicht mal den Rücktritt als CDU-Parteichef.
Viel Kritik im Netz: „Schwach, blass, wenig überzeugend“
„Das sind die gleichen reformleeren Durchhalteparolen. Das überzeugt niemanden“, schreibt ein X-User. „Schwach, blass und wenig überzeugend“, so ein weiterer. „Nichts als Phrasen. Historisch erbärmlich“, zerlegt ein anderer diesen Auftritt.
Der linke Video-Journalist Thilo Jung meint, dass Merz die Botschaft des Wahlabends nicht verstanden habe. Während die Linkspartei stärkste Kraft in Berlin wurde, beharre Merz trotzdem auf Einschnitten bei Rente und Gesundheit.
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„Da hat kein Kanzler gesprochen“
Die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang bemängelt via X: „Da hat gerade kein Kanzler gesprochen. Sondern ein CDU-Vorsitzender, der versucht, Personaldebatten in seiner eigenen Partei zu verhindern.“
Der Komiker Aurel Mertz findet via Threads: „Merz hat die Aura einfach nicht.“ Andere Nutzer in diesem Netzwerk fragen sich einfach nur: „Was war das denn?“ Sie bleiben ratlos zurück nach der Ansprache und vermissen erneut Empathie und Überzeugungskraft beim Kanzler.
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