Pistorius bei Trump-Minister – bei der Nationalhymne setzt er ein selbstbewusstes Zeichen

Wie kann man sich gegen die Trump-Regierung behaupten? Mit Selbstbewusstsein. Genau dieses Eintreten für deutsche und europäische Interessen demonstrierte Verteidigungsminister Boris Pistorius in den USA.

Er wurde am Mittwoch am Pentagon von US-Amtskollege Pete Hegseth empfangen. Der Trump-Vertraute nennt sich allerdings lieber Kriegsminister (Secretary of War). Im Rahmen der zeremoniellen militärischen Ehren wurde auch die deutsche Nationalhymne gespielt. Während Pistorius neben Hegseth stand, machte er etwas, was sicherlich Eindruck hinterließ beim US-Amerikaner.

📌 Mehr über den US-Minister Hegseth Der 46-Jährige hat Abschlüsse an den Elite-Universitäten Princeton und Havard. Er diente für die US-Army im Irak und in Afghanistan und schied als Major aus. Sein Aufstieg gelang ihm als Moderator beim konservativen US-Nachrichtensender Fox. Hegseth ist in seiner dritten Ehe. Zusammen mit seiner aktuellen Ehefrau Jennifer Rauchet lebt er in einer Patchwork-Familie mit sieben Kindern, davon drei leibliche. Er trägt mehrere Tätowierungen, darunter auch das Jerusalemkreuz und den Aufruf „Deus vult“ (Gott will es), der im Zusammenhang mit dem ersten Kreuzzug steht.

Pistorius setzt markiges Zeichen bei Besuch im Pentagon

Wie auf Aufnahmen zu sehen ist, sang Pistorius das „Lied der Deutschen“ mit. Entschlossener als mancher Nationalspieler bei der Fußball-WM. Damit unterstrich er schon zu Beginn des Treffens, dass er für die Interessen seines Landes eintreten wolle. Patriotismus ist etwas, was in Kreisen der MAGA-Bewegung von Trump anerkennat wird.

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Die beiden Minister unterzeichneten Rüstungsvereinbarungen – plötzlich muss das Deutschland dem großen Bruder dabei helfen, die Munitionsbestände wieder aufzustocken. Laut Hegseth werden durch die Vereinbarungen die Möglichkeiten erweitert, gemeinsam Waffen zu entwickeln und zu produzieren. Dazu gehören auch die Bereiche Lizenzen, Wartung und Instandhaltung. Das Ziel sei klar: „leistungsfähige Systeme für amerikanische, deutsche und verbündete Streitkräfte in großem Maßstab und zügig bereitzustellen, um maximale Schlagkraft zu erzielen“, so der Trump-Minister.

Trump-Minister lobt Deutschland: „Gutes Beispiel“

Pistorius erkennt Chancen für die deutsche Industrie: „Wir bieten Know-how und Kapazitäten für die gemeinsame Produktion an.“ Und weiter: Wenn die Kapazitäten in den USA nicht ausreichen – und angesichts der großen Nachfragezahlen ist das in einigen Bereichen definitiv so – haben wir angeboten, in Deutschland zu produzieren. Das stößt auf viel Gegenliebe.“

Weiter lobte Hegseth die Aufrüstung der Bundeswehr unter der Merz-Regierung und Pistorius. Deutschland mache „große Fortschritte“. Diese verknüpfte der Republikaner aber gleichzeitig mit seinem Boss. Vor der Rückkehr von Trump ins Weiße Haus habe diese Fortschritte „wohl niemand für möglich gehalten“. Auf jeden Fall aber gehe die Bundesrepublik bei der Erfüllung der neuen Fünf-Prozent-Verpflichtung der NATO „mit gutem Beispiel voran“.