Putin arbeitet an einer Waffe, die wie aus einem Endzeit-Szenario klingt. Das neue Atom-U-Boot „Khabarovsk“ soll bis zu sechs nuklear angetriebene Poseidon-Unterwasserdrohnen tragen können. Russische Propagandisten drohen bereits offen damit, die Waffe gegen Großbritannien einzusetzen.
Dabei geht es um eine autonome Unterwasserwaffe mit Nuklearantrieb und Atomsprengkopf. Sie soll große Entfernungen unter Wasser zurücklegen und anschließend vor einer gegnerischen Küste detonieren können. Eine solche Explosion könnte enorme Verwüstungen verursachen und nach Angaben des britischen „Mirror“ auch einen Tsunami auslösen.
📌 Putins Poseidon Bis zu sechs Waffen: Die „Khabarovsk“ soll für den Transport von bis zu sechs Poseidon-Unterwasserdrohnen ausgelegt sein. Eigener Atomreaktor: Poseidon wird nuklear angetrieben und soll dadurch sehr große Entfernungen unter Wasser zurücklegen können. Mindestens 30 geplant: Russland hat laut „Mirror“ Pläne für mindestens 30 Poseidon-Waffen und vier geeignete U-Boote bekannt gemacht. Keine Einsatzankündigung: Die konkrete Drohung gegen Großbritannien stammt von TV-Moderator Wladimir Solowjow und nicht von Putin oder dem russischen Verteidigungsministerium.
Neues U-Boot für Poseidon
Die rund 10.000 Tonnen schwere „Khabarovsk“ verließ dem Bericht zufolge zuletzt ihren Hafen für Erprobungsfahrten im Weißen Meer. Das U-Boot wurde speziell für den Einsatz der Poseidon-Waffen entwickelt. Bis zu sechs Exemplare soll es transportieren können.
Poseidon unterscheidet sich grundlegend von einer klassischen ballistischen Rakete. Die Waffe bewegt sich selbstständig unter Wasser und wird von einem eigenen kleinen Atomreaktor angetrieben. Dadurch soll sie Ziele über enorme Entfernungen erreichen können.
Eine nukleare „Tsunami-Drohne“
Besonders gefürchtet ist das theoretische Einsatzszenario vor einer Küste. Dort könnte Poseidon seinen nuklearen Sprengkopf unter Wasser zünden. Die Explosion würde zunächst eine gewaltige Druckwelle erzeugen.
Ob daraus tatsächlich ein verheerender „nuklearer Tsunami“ entstehen könnte, hängt allerdings von Sprengkraft, Entfernung zur Küste und Wassertiefe ab. Die drastische Bezeichnung stammt vor allem aus Berichten über russische Drohungen und sollte daher nicht als gesicherte technische Wirkung verstanden werden.
Propagandist droht Großbritannien
In Russland wird die Waffe bereits für martialische Drohungen genutzt. Der bekannte kremlnahe Fernsehmoderator Wladimir Solowjow brachte einen Angriff auf Großbritannien ins Spiel. Hintergrund ist die britische Militärhilfe für die Ukraine. „Gebt den Briten drei Tage, um zu lernen, unter Wasser zu atmen, und trefft sie dann mit Poseidon“, sagte Solowjow laut „Mirror“.
Die russische Botschaft in London beschuldigte Großbritannien laut „Mirror“, zum „Komplizen und Mittäter“ geworden zu sein. Das britische Verteidigungsministerium hält dagegen. London werde weiter „Schulter an Schulter mit der Ukraine“ stehen und ihr die notwendige Ausrüstung zur Verteidigung gegen Russlands Invasion liefern.
Würde Putin Poseidon einsetzen?
Trotz der martialischen Drohungen halten Experten einen tatsächlichen Einsatz für äußerst unwahrscheinlich. Richard Connolly vom britischen „Royal United Services Institute“ verweist darauf, dass Russland die Waffe bislang nicht in großen Stückzahlen produziert.
Poseidon sei für extreme Szenarien vorgesehen. Ein Einsatz gegen Großbritannien oder einen anderen Nato-Staat hätte zudem unabsehbare Konsequenzen für Putins Russland. „Sie würden es also nicht tun, weil sie wissen, dass sie einen Preis dafür zahlen würden“, erklärt Connolly.
Russland plant weitere Waffen
Nach den Angaben des „Mirror“ plant Russland langfristig mindestens 30 Poseidon-Unterwasserdrohnen. Vier speziell ausgerüstete U-Boote sollen die Waffen transportieren können. Wie weit diese Pläne tatsächlich umgesetzt sind, bleibt allerdings offen.
