Deutschland oder Italien? Sturm-Juwel Tresoldi packt aus

Mit einem Dreierpack glänzte Nicolo Tresoldi beim 4:1-Sieg der deutschen U21 gegen Malta. Ein solcher Angreifer käme der A-Nationalmannschaft von Jürgen Klopp extrem gelegen, da dessen Auswahl in den ersten zwei Partien nur ein Tor erzielte.

Bislang zögert der 22-Jährige jedoch mit einem klaren Bekenntnis zwischen Deutschland und Italien. Wäre diese Frage geklärt, stünde er wohl schon im A-Kader. Stattdessen wird am Donnerstag (20.45 Uhr/ZDF) gegen Serbien sein früherer U21-Kollege Nick Woltemade auf seiner Position erwartet.

📌 Das ist Nicolo Tresoldi Geboren in Italien: Tresoldi kam 2004 in Cagliari auf Sardinien zur Welt. International geprägt: Sein Vater ist Italiener, seine Mutter stammt aus Argentinien. Mit 13 nach Deutschland: Wegen des Jobs seiner Mutter zog die Familie nach Niedersachsen – dort landete Tresoldi bei Hannover 96. Früher Tennis statt Fußball: Als Kind spielte er sogar für Italiens U12-Tennisnationalteam.

Auf der Jagd nach historischen Bestmarken

Vorerst konzentriert sich der Torjäger auf die Nachwuchsauswahl. In der ewigen Torschützenliste ließ er nach seinen Toren in Lettland und Malta bereits Rudi Völler hinter sich. Nur Pierre Littbarski (18) und Heiko Herrlich (17) rangieren noch vor ihm. Bei den Einsätzen liegt Fabian Ernst fünf Spiele entfernt.

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Am Dienstag möchte das Team in Bielefeld gegen Georgien das Ticket für die EM in Albanien und Serbien lösen. „Ich habe Ziele mit dem Team, aber auch persönliche Ziele“, betonte Tresoldi. Er ergänzte: „Es fehlen mir jetzt zwei Tore, und hoffentlich kann ich schon nächsten Dienstag die zwei Tore schießen.“

Ein Tauziehen zwischen zwei Nationen

Auf Malta trug der FC Brügge-Profi die Kapitänsbinde, weil Tom Bischof zum A-Team befördert wurde. „Nicolo weiß von mir, aber auch von Jürgen Klopp, der auch schon einen engen Draht zu ihm hat, dass er ein Stürmer ist, auf den wir setzen, aber wir wollen keinen Druck aufbauen“, erklärte U21-Trainer Antonio Di Salvo.

Geboren wurde der Angreifer in Italien, wo sein Vater Emanuele bereits Profi war. Erst als Teenager zog er nach Deutschland. „Es ist keine einfache Entscheidung und ich glaube, jeder weiß: beide Länder bedeuten mir sehr viel“, verriet der ehemalige Hannoveraner kürzlich.

Verständnis vom Bundestrainer

Für diese Zwickmühle zeigt der Bundestrainer Verständnis. „Für einen jungen Kerl ist das wahnsinnig schwierig. Es geht null Komma null darum, dass er morgens aufsteht und die eine oder die andere Nationalhymne singen will. Sondern es geht um ganz viele Dinge“, stellte Klopp klar.

Diese Bedenkzeit nimmt sich der Torjäger bewusst. Nach dem 0:1-Rückstand gegen Malta genoss er seinen Dreierpack sichtlich. „Ich freue mich sehr über das erste Tor, ein richtiges Stürmertor. Das zweite Tor ist ein Kopfballtor, auch gut“, fasste er zusammen. Den Schlusspunkt markierte er per Freistoß: „Und wenn ich auch solche Tore schießen kann wie das dritte, ist es noch besser.“