FIA beschließt radikale Änderung in der Formel 1

Schon im nächsten Jahr schrumpft die Distanz bei den Rennen der Formel 1. Die zuständige Kommission fasste bei einem Treffen nun den endgültigen Beschluss für diese bereits angedeutete Regeländerung.

Künftig fahren die Piloten bei einem Grand Prix nicht mehr rund 305 Kilometer. Stattdessen sinkt die Strecke auf 290 Kilometer, was einer Verkürzung von etwa zwei bis drei Runden entspricht.

📌 Faktenbox: Länge der Formel-1-Rennen Heute mindestens 305 km: Ein Grand Prix läuft über die kleinste volle Rundenzahl oberhalb von 305 Kilometern. Ausnahme Monaco: dort sind es nur gut 260 Kilometer. Ab 2027 kürzer: Die F1-Kommission hat beschlossen, die Renndistanz auf 290 Kilometer zu senken — das entspricht meist zwei bis drei Runden weniger. Längstes Rennen: Der Kanada-GP 2011 dauerte wegen einer langen Regenunterbrechung 4:04:39 Stunden — Rekord in der F1-Geschichte. Kürzestes Rennen: Spa 2021 war nach nur wenigen Runden hinter dem Safety Car beendet und gilt als kürzester Grand Prix der Geschichte.

Neue Motorregeln haben Folgen

Der Hintergrund liegt unter der Motorhaube. Die Formel 1 hatte bereits im Laufe der Saison 2026 weitere Anpassungen am neuen Antriebsreglement angeschoben. Für 2027 soll der Verbrennungsmotor wieder einen größeren Anteil an der Gesamtleistung übernehmen. Gleichzeitig wird die elektrische Komponente etwas zurückgenommen.

Bereits im Mai verständigten sich FIA, Teams und Motorenhersteller grundsätzlich darauf, die Leistung des Verbrenners um rund 50 kW anzuheben. Parallel sollte die maximale elektrische Leistung entsprechend sinken. Dafür muss auch der zulässige Energiefluss des Kraftstoffs angepasst werden.

Genau diese Änderungen nennt die FIA nun ausdrücklich als Grund für die verkürzte Renndistanz. Ein höherer Kraftstoffdurchfluss bedeutet schließlich auch einen höheren Verbrauch über die Distanz. Die Verkürzung auf 290 Kilometer soll helfen, das neue Verhältnis zwischen Verbrennungsmotor und Elektroanteil in der Praxis abzubilden.

Nachtanken bleibt keine Lösung

Eine Rückkehr zu klassischen Tankstopps ist damit nicht verbunden. Während eines Rennens dürfen die Autos weiterhin nicht einfach Kraftstoff nachfüllen. Die Teams müssen mit der beim Start vorhandenen Menge über die komplette Grand-Prix-Distanz kommen.

Damit bleiben nur andere Stellschrauben. Ein wesentlich größerer Tank würde Gewicht und Fahrzeugkonzept beeinflussen. Starkes Spritsparen würde wiederum dem Ziel widersprechen, die Piloten möglichst viel attackieren zu lassen. Die Formel 1 entscheidet sich deshalb für den vergleichsweise einfachen Weg: weniger Kilometer.

Für die Zuschauer dürfte die Veränderung trotzdem überschaubar bleiben. Je nach Strecke verschwinden zwei oder drei Umläufe. Auf Kursen mit langen Runden fällt die Differenz naturgemäß geringer aus als auf kurzen Strecken.

F1 reagiert auf Probleme der neuen Ära

Die Änderung ist Teil einer größeren Nachjustierung des 2026 eingeführten Motorenreglements. Bereits nach den ersten Saisonrennen hatten Fahrer und Teams Probleme beim Energie-Management angesprochen. Die FIA reagierte mehrfach und veränderte unter anderem die Vorgaben zum Laden und Abrufen der elektrischen Energie.

Für 2027 folgt nun der nächste Schritt. Der Verbrennungsmotor soll nominell rund 50 kW stärker werden, während die elektrische Leistung entsprechend reduziert wird. FIA und Formel 1 wollen damit unter anderem erreichen, dass die Fahrer weniger stark mit Energie haushalten müssen und häufiger voll attackieren können.

Die kürzeren Rennen sind damit weniger eine isolierte Show-Regel als eine direkte Folge dieser technischen Kurskorrektur. Ausgerechnet das neue Motorenkonzept sorgt also dafür, dass sich eine jahrzehntelang etablierte Größe der Formel 1 verändert.

Auch die Drei-Stunden-Regel verschwindet

Bei dem Treffen wurde noch eine zweite bemerkenswerte Änderung für 2027 beschlossen. Bislang darf zwischen Rennstart und Rennende inklusive Unterbrechungen höchstens ein Zeitraum von drei Stunden liegen. Diese starre Grenze soll künftig verschwinden.

Stattdessen wird bei von Regen oder anderen Problemen beeinträchtigten Rennen eine feste Endzeit definiert. Die maximale reine Fahrzeit von zwei Stunden bleibt allerdings bestehen. Der Unterschied kann bei langen roten Flaggen entscheidend werden.

Die FIA begründet die Änderung ausdrücklich mit den Zuschauern. Bei längeren Unterbrechungen soll die Chance steigen, anschließend doch noch möglichst viel Rennen fahren zu können. Auch bei unterbrochenen Trainings erhält die Rennleitung künftig mehr Spielraum, die Session zu verlängern.

Damit steht die Formel 1 2027 erneut vor sichtbaren Veränderungen. Die auffälligste lässt sich sogar ganz einfach in einer Zahl ausdrücken: Aus 305 werden 290 Kilometer. Und erstmals seit langer Zeit wird ein regulärer Grand Prix damit grundsätzlich kürzer.