Vor etlichen TV-Bildschirmen hat Jürgen Klopp den finalen Formtest seiner 44 nominierten Spieler analysiert. Statt im Stadion saß der neue Bundestrainer im Hauptquartier in Herzogenaurach. Dort erlebte der 59-Jährige treffsichere Neulinge wie Younes Ebnoutalib und spürte die riesige Vorfreude seiner Schützlinge. Für den Neustart mit zwei Kadern und vier Länderspielen dürfte ihn diese geballte Fußball-Lust extrem bestärkt haben.
Den tristen WM-Blues der Ära von Julian Nagelsmann hat der Coach offenbar bereits vertrieben. Nach seinem Einsatz über 90 Minuten samt Tor für den FC Bayern reist Jamal Musiala voller Tatendrang nach Franken. „Ich habe viel mit ihm geredet. Die Vibes und die Energie sind super“, verriet der Offensivstar. Schon lange vor dem Eintreffen der ersten 24 Akteure bezog der DFB-Chefcoach eines der Holzhäuser auf dem Adidas-Homeground.
📌 Klopps erste DFB-Kader Kader Niederlande & Griechenland (H): Finn Dahmen, Alexander Nübel, Marc-André ter Stegen, Hennes Behrens, Yann Aurel Bisseck, Nathaniel Brown, Max Rosenfelder, Nico Schlotterbeck, Jonathan Tah, Philipp Treu, Josha Vagnoman, Nadiem Amiri, Bambasé Conté, Yannik Engelhardt, Chris Führich, Serge Gnabry, Lennart Karl, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Felix Nmecha, Kevin Schade, Anton Stach, Younes Ebnoutalib, Kai Havertz Kader Serbien & Griechenland (A): Noah Atubolu, Finn Dahmen, Jonas Urbig, Waldemar Anton, Ridle Baku, Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, David Raum, Malick Thiaw, Karim Adeyemi, Mika Baur, Tom Bischof, Saïd El Mala, Brajan Gruda, Vitaly Janelt, Felix Keidel, Aleksandar Pavlović, Derry Scherhant, Florian Wirtz, Jonathan Burkardt, Nick Woltemade
Jürgen Klopps Debütanten wie beflügelt
Gleich vier Partien in der Nations League gegen die Niederlande, Serbien und zweimal Griechenland stehen nun an. Bei Jürgen Klopps unerwartet nominierten Talenten löste die Berufung sofort einen Leistungsschub aus. „Ich konnte es gar nicht so richtig realisieren. Es fühlt sich einfach sehr, sehr surreal an irgendwie“, erklärte der Freiburger Derry Scherhant nach dem 2:2 in Frankfurt. Für Klopp zählt auf dem Weg zur EM 2028 und WM 2030 ausschließlich die aktuelle Form.
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„Alles hängt von Leistung ab. Es geht darum, für das nächste Spiel bereit zu sein“, stellte er bei der Kaderbekanntgabe klar. Trotzdem bleibt die Tür für momentan schwächelnde Akteure offen. Eines der prominentesten Opfer der aktuellen Nominierung ist Deniz Undav. Nach der Niederlage mit Stuttgart gegen Dortmund ließ der erfolgreichste deutsche WM-Torschütze seinen Frust deutlich erkennen. Eigentlich hatte der 30-Jährige wegen seiner neun Treffer in 13 Länderspielen fest mit einer Einladung gerechnet.
Routinier beendet seine Karriere im Nationalteam
Nach seiner Auswechslung gab sich der Stürmer jedoch kämpferisch. „Ich bin kein Kind von Traurigkeit, ich heule jetzt nicht rum. Es geht weiter, und ich werde wieder alles geben“, sagte der Angreifer. Er wolle sich nun neu beweisen, um im November wieder dabei zu sein. Genau solche brennenden Typen sucht Jürgen Klopp für künftige Erfolge. Ein erfahrener Profi wird diesen Weg allerdings nicht mehr mitgehen.
Als dritter WM-Teilnehmer nach Torwart Manuel Neuer und Verteidiger Antonio Rüdiger hat Pascal Groß seinen Rücktritt aus der DFB-Auswahl verkündet. „Für mich war’s das nach der WM“, erklärte der 35 Jahre alte Spieler von Brighton. Zum Abschied wünschte er der neuen Generation nur das Beste.
