Rund acht Wochen nach dem Ende der WM 2026 sitzt der Frust bei Oliver Baumann offenbar noch immer tief. Gegenüber dem Sender „Nitro“ äußerte sich der 36-jährige Torwart nun kritisch über seine damalige Degradierung durch den ehemaligen DFB-Trainer Julian Nagelsmann.
Lange Zeit galt der Schlussmann der TSG Hoffenheim als klare Nummer eins im deutschen Tor. Unmittelbar vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada holte Nagelsmann jedoch überraschend Manuel Neuer zurück zwischen die Pfosten. Ein Schock, den der langjährige DFB-Spieler erstmal verdauen musste.
📌 Oliver Baumanns WM-Fiasko Ursprünglich war der Hoffenheimer als Nummer eins für die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko eingeplant. Wenige Wochen vor dem Startschuss entzog Nagelsmann dem Routinier jedoch völlig unerwartet den Stammplatz. Stattdessen beförderte der damalige Coach den eigentlich schon aus der DFB-Auswahl zurückgetretenen Manuel Neuer vom FC Bayern München zurück ins Tor.
DFB-Degradierung hinterlässt Spuren bei Baumann
Zu den genauen Umständen sagt Baumann: „Im Sommer tat deutlich mehr weh, wie das gelaufen ist. Das war unfassbar – auch nicht nur aus einer Richtung tatsächlich.“ Was genau der Profi mit dieser Andeutung meinte, ließ er allerdings unbeantwortet.
Während der gesamten WM stand Neuer bis zum Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay in allen vier Partien auf dem Platz. Im Anschluss an das Turnier beendete der Bayern-Keeper nach 2024 zum zweiten Mal seine Karriere in der Nationalmannschaft. Für Baumann ergab sich daraus jedoch keine neue Chance. Der aktuelle Bundestrainer Jürgen Klopp verzichtete für die kommenden vier Länderspiele komplett auf die Dienste des Hoffenheimers.
Baumann spielt in den Zukunftsplanungen des DFB keine Rolle mehr
Stattdessen nominierte der neue Coach neben dem 34-jährigen Marc-André ter Stegen gleich mehrere jüngere Keeper. Das Aufgebot umfasst nun Alexander Nübel, Finn Dahmen, Noah Atubolu und Jonas Urbig.
Nach der 0:2-Pleite seiner TSG Hoffenheim in der Europa League bei OFI Kreta fand Baumann deutliche Worte zu seiner Nicht-Nominierung: „Die Entscheidung muss ich akzeptieren. Die gefällt mir nicht, das ist klar. Sie schlagen einen anderen Weg ein, das muss ich akzeptieren und respektieren.“ Bitter, aber wohl nicht ganz so bitter wie seine Degradierung bei der WM.
Insgesamt bestritt der erfahrene Torhüter 13 Länderspiele für Deutschland, die alle in die Amtszeit von Nagelsmann fielen. Seinen bislang letzten Einsatz im DFB-Trikot absolvierte er bei der WM-Generalprobe gegen die USA in Chicago. Bei diesem 2:1-Erfolg zeigte der Keeper wenige Tage vor Turnierbeginn noch einmal eine überzeugende Leistung. Zu diesem Zeitpunkt hatte der damalige Bundestrainer die Entscheidung pro Neuer allerdings längst gefällt.
Genau wie Baumann fehlt nun auch Schalke-Star Soufiane El-Faouzi im 44-Mann-Kader von Bundestrainer Klopp. Der DFB-Zug dürfte für den 24-Jährigen damit endgültig abgefahren sein.
