US-Präsident Donald Trump ist einer der politisch und militärisch einflussreichsten Menschen der Welt. Umso erschreckender ist seine skrupellose Rede von Mittwoch (5. August) bei einer Veranstaltung in Las Vegas.
Mit diesem Auftritt hat sich Trump erneut von einer ganz anderen Seite gezeigt. Bei einer Ansprache auf dem Event „No Tax on Tips“ in Las Vegas sprach der US-Präsident über Ölvorkommen in Venezuela. Er ließ es sich nicht nehmen, zu betonen, wie viele Milliarden Fässer Öl die USA dadurch erhalten würden. Dabei schwang deutlich mit, welche enormen Profite damit einhergehen müssten. Bei seinem fast schon bedrohlichen Auftritt redete Trump auch davon, in einem weiteren Land mit dem Abzweigen von Öl weiterzumachen.
📌 Ölvorkommen in Venezuela Venezuela besitzt mit rund 303 Milliarden Barrel (Stand 2025) die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt, noch vor Saudi-Arabien, und hält damit rund 17 Prozent der weltweiten Gesamtvorkommen. Etwa 90 Prozent der gesamten venezolanischen Reserven befinden sich im sogenannten Orinoco-Schwerölgürtel im Osten des Landes. Bei dem Großteil der Vorkommen handelt es sich um extraschweres und zähflüssiges Rohöl. Dieses lässt sich im Vergleich zu leichtem Rohöl nur unter extrem hohem technologischen Aufwand, unter Zugabe von Verdünnungsmitteln und mit spezialisierten Raffinerien fördern und verarbeiten. Obwohl das Land auf gigantischen Reserven sitzt, ist die tatsächliche Ölförderung seit Jahren massiv eingebrochen.
Politikexperte: „Selbstbereicherer im Weißen Haus“
Während in Venezuela nach einem schweren Erdbeben Ende Juni eine verheerende Lage herrscht, scheint sich Trump nur über die Ölvorkommen im Land zu erfreuen: „Milliarden über Milliarden Barrel Öl kommen aus Venezuela. Es ist eines der weltweit ergiebigsten Gebiete für Erdöl. Und wie Sie wissen, war es ein 48-minütiger Krieg – und wir haben diesen Krieg mit dem bezahlt, was wir dort in vielfacher Menge herausgeholt haben“, sagte der US-Präsident in Las Vegas. Mit dem 48-minütigen Krieg meint er den überraschenden und rasanten Militäreinsatz der USA in Venezuela Anfang des Jahres, bei dem Präsident Maduro und seine Frau festgenommen wurden. Und damit noch nicht genug.
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Trump bezeichnete dieses Vorgehen als die „altmodische Art“ und stellte anschließend provokant die Frage ans Publikum: „Dem Sieger gehört die Beute, richtig?“ Der deutsche Politikwissenschaftler Thomas Jäger zeigte sich schockiert über dieses Verhalten. Auf der Plattform „X“ nannte er den US-Präsidenten einen „Selbstbereicherer“ und kritisierte, wie sehr Trump damit den USA schade. Für Donald Trump scheint die Ölbereicherung allerdings noch lange kein Ende zu nehmen.
Zum Ende seiner Ansprache über Venezuela brachte Trump noch ein weiteres Land als Ziel für Ölgewinnung ins Spiel: „Und genau das tun wir übrigens auch in der wunderbaren Islamischen Republik Iran“, erklärte er in einem überheblichen Ton. Dabei müsste der US-Präsident mit Blick auf den Irankrieg aktuell eigentlich eher besorgt sein.
