Trump droht der Schweiz mit seiner ganzen Macht: „Mit einem Federstrich werden sie zum Problemland“

Donald Trump teilt wieder gegen Europa aus – diesmal gegen die Schweiz. In seiner Weltsicht passt es ihm gar nicht, dass die Schweiz auf Kosten seiner USA lebt. In einem Interview mit Jake Sherman von Punchbowl News teilte er gegen die Eidgenossen aus. Mitsamt einer unverhohlenen Drohung.

So beklagt Trump, dass die USA ein Handelsdefizit von 39 bis 41 Milliarden US-Dollar mit der Schweiz haben. „Mit einem Federstrich“ könnte er dieses Defizit beseitigen, prahlt er mit seiner Macht. Dann wäre die Schweiz „kein Elite-Land mehr“, sondern werde „zum Problemland“. Gönnerhaft fügte er hinzu: „Zum Glück bin ich ein netter Mensch.“

📌 So reich ist die Schweit Schweizer haben das höchste Vermögen pro Kopf. Laut dem aktuellen „Global Wealth Report“ der Großbank UBS beträgt das durchschnittliche Vermögen eines erwachsenen Schweizers 910.382 US-Dollar. Allerdings verzerrt die hohe Anzahl an Superreichen diese Statistik. Dennoch: Jeder achte Schweizer besitzt ein Vermögen von über einer Million US-Dollar. Gründe für den Wohlstand des Landes: Stabilität und Neutralität, auch in den Weltkriegen blieb das Land vor Zerstörungen verschont. Hochspezialisierte Industrien (Pharma, Medizintechnik) und Luxusgüter bringen starke Exportzahlen. Zudem ist die Landeswährung, der Schweizer Franken, extrem stabil.

Trump prahlt mit seiner Macht: „Alles, was ich tun muss“

Trump droht also mit höheren Zöllen oder gar Importverboten. „Alles, was ich tun muss, ist zu sagen: ‚Ich will keine eurer Uhren. Ich will keine eurer Waren.’“ Dabei hat das große Handelsdefizit ziemlich wenig mit Rolex, Swatch, Omega, Tudor, Breitling und anderen berühmten Uhrenmarken aus der Schweiz zu tun. Mal ganz davon abgesehen, dass die US-Amerikaner sich wohl kaum diktatorisch von Trump vorschreiben lassen wollen, welche Uhren sie einkaufen können.

Die Wahrheit hinter dem Handelsdefizit

Viel größer ist der Anteil an Pharmazeutika und Medizinprodukten. Vor allem aber verzerrt auch Gold die Handelsstatistik und bläht sie auf. Schweizer Raffinerien schmelzen Rohgold und gießen es in die genauen Formate, die der US-Markt braucht. Beispielsweise 100-Unzen-Barren oder 1-Kilogramm-Barren. Dieses neu geformte Gold wird dann als Schweizer Export in die USA verschickt und landet in den Lagern der COMEX in New York oder bei Banken und Investoren.

Das Gold wird in der Schweiz somit sozusagen nur „durchgeschleust“ und neu formatiert. Es erzeugt riesige Exportzahlen, die aber fast nichts mit der realen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Schweiz gegenüber den USA zu tun haben. Darum ist Trumps Beschwerde über die Schieflage der Handelsbilanz ziemlich haltlos.