Heute Abend zieht eine partielle Sonnenfinsternis über Deutschland hinweg. Viele Hobbyfotografen zücken dafür ihr Smartphone. Die gute Nachricht: Du kannst das Spektakel tatsächlich mit dem Handy einfangen. Die schlechte Nachricht: Ohne Schutzfolie riskierst du einen kaputten Kamerasensor.
Als Technik-YouTuber Marques Brownlee im April 2024 auf X fragte, ob die Sonne den Handysensor „verschmoren“ lassen könnte, rechnete er wohl kaum mit einer Antwort der Nasa. Doch die Raumfahrtbehörde meldete sich prompt zu Wort.
📌 Sonnenfinsternis Entstehung: Eine Sonnenfinsternis tritt auf, wenn der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht und dabei das Sonnenlicht ganz oder teilweise blockiert. Das ist nur bei Neumond möglich. Total vs. partiell: Bei einer totalen Sonnenfinsternis verdeckt der Mond die Sonne komplett, sodass es für kurze Zeit taghell dunkel wird. Bei einer partiellen Finsternis, wie heute Abend in Deutschland, bleibt ein Teil der Sonne sichtbar. Seltenes Naturschauspiel: Totale Sonnenfinsternisse sind an ein und demselben Ort extrem selten, im Schnitt nur alle paar hundert Jahre. Deshalb reisen Hobbyastronomen oft weite Strecken, um sie live zu erleben. USA 2024: Am 8. April 2024 zog eine totale Sonnenfinsternis über weite Teile Nordamerikas, unter anderem durch Mexiko, die USA und Kanada. In Städten wie New York oder Racine (Wisconsin) war sie allerdings nur partiell zu sehen, während andere Regionen des Landes die totale Verdunkelung erlebten.
Nasa antwortet Technik-YouTuber direkt
„Wir haben das Team unserer Fotoabteilung des Nasa-Hauptquartiers gefragt und die Antwort lautet: ja“, twitterte die Behörde laut „Tagesspiegel“-Bericht zurück. Jeder Bildsensor kann demnach Schaden nehmen, sobald er ungeschützt direkt in die Sonne blickt. Besonders riskant wird es mit einem Vergrößerungsaufsatz auf der Linse.
Die Nasa rät daher zu einem geeigneten Filter. „Am besten halten Sie eine Sonnenfinsternisbrille vor das Objektiv Ihres Telefons“, empfiehlt sie. Nur bei einer totalen Verdunkelung entfällt dieser Schutz. Da in Deutschland lediglich eine partielle Finsternis stattfindet, brauchst du unbedingt eine Schutzfolie.
So gelingt das perfekte Foto
Schritt eins: Schütze deinen Sensor. Lege einen zertifizierten Filter nach ISO 12312-2 vor die Handylinse. Fehlt dir ein spezieller Kamerafilter, tut es auch die Folie einer zertifizierten Sonnenfinsternisbrille, solange sie die Linse komplett bedeckt. Normale Sonnenbrillen oder selbstgebastelte Filter helfen hier gar nicht.
Schritt zwei: Nutze ein Stativ. Eine feste Halterung verhindert verwackelte, unscharfe Aufnahmen zuverlässig.
Schritt drei: Belichte manuell. Sobald die Sonne mittig im Display erscheint, tippst du drauf und stellst so den Fokus scharf. Meist blendet dein Handy dann einen Helligkeitsregler mit Sonnensymbol ein. Damit regelst du die Belichtung herunter und vermeidest ein überstrahltes Bild.
Schritt vier: Probiere die Videofunktion. Bewegtbilder fangen die besondere Lichtstimmung oft eindrucksvoller ein als ein einzelnes Foto und machen sich gut auf Social Media. Auch hier gilt: Der Solarfilter bleibt Pflicht, denn der Sensor ist dem Sonnenlicht deutlich länger ausgesetzt.
Manuelle Belichtung und Fokus führen zum Erfolg
Wähle vor dem Filmen eine hohe Auflösung und fixiere Belichtung sowie Fokus manuell. Der sogenannte AE/AF-Lock verhindert ständiges Nachschärfen und nervige Hell-Dunkel-Wechsel im Video.
Auf Android-Geräten aktivierst du die Sperre per Doppeltipp oder langem Gedrückthalten auf den Fokusbereich. Bei iPhones hältst du die gewünschte Stelle gedrückt, bis „AE/AF-Sperre“ in gelber Schrift erscheint. Ein Tipp auf eine andere Stelle deaktiviert die Funktion wieder.
Wer zusätzlich Speicherplatz freiräumt, kann sich sogar an einem Zeitraffer-Video versuchen. Diese Aufnahmen verschlingen allerdings deutlich mehr Kapazität als gewöhnliche Fotos oder Clips.
Die Sonnenfinsternis lässt die Strompreise kräftig steigen. Welche Verbraucher das tatsächlich am Geldbeutel spüren können.
