Rewe und Penny: Das Geheimnis hinter den beiden Supermarktketten

Wer bei Penny durch die Gänge schlendert und kurz darauf bei Rewe einkauft, ahnt oft nicht, wie eng beide Läden tatsächlich verbunden sind. Auf den ersten Blick trennt die beiden Ketten einiges. Rewe präsentiert sich als übersichtlicher Vollsortimenter, Penny tritt als schnörkelloser Discounter auf. Trotzdem stecken beide unter demselben Firmendach, und genau das sorgt bei vielen Kunden für Verwunderung.

Hinter beiden Marken steckt die Rewe Group aus Köln. Der Konzern führt neben Rewe und Penny auch Marken wie Toom, Nahkauf und die DER Touristik. Penny läuft dabei als eigenständige Tochter innerhalb dieser Struktur.

📌 Mehr zu Penny Penny wurde 1973 von der Kölner Leibbrand-Gruppe gegründet, die Rewe Group beteiligte sich ein Jahr später. 1994 brachte die Rewe Group Penny über ein Joint Venture mit Esselunga erstmals nach Südeuropa. 2023 wuchs Penny prozentual am stärksten in Rumänien, gefolgt von Ungarn und Tschechien. Die Rewe Group erzielte 2023 einen Konzern-Jahresüberschuss von 736,2 Millionen Euro. Penny betreibt eigenständige Länderableger in Italien, Österreich, Rumänien, Tschechien und Ungarn.

Woher die Verbindung eigentlich stammt

Die Wurzeln der Beziehung reichen Jahrzehnte zurück. Ursprünglich war Penny eine Gründung der Kölner Leibbrand-Gruppe. Erst im Lauf der Zeit rückte der Discounter näher an den Kölner Konzern heran und wurde fest in die Unternehmensgruppe eingegliedert, wie „Merkur“ berichtet.

Seitdem gehört Penny zu den wichtigsten Standbeinen der Rewe Group und trug besonders nach der Jahrtausendwende entscheidend zum Konzernwachstum bei.

Warum Rewe und Penny trotzdem unterschiedlich wirken

Rewe setzt auf ein riesiges Sortiment mit bis zu 50.000 Produkten. Penny reduziert die Auswahl auf rund 2000 Artikel und punktet mit niedrigen Preisen. Diese Aufteilung ist gewollt, damit sich die Marken nicht gegenseitig Kunden abjagen.

Ein bekanntes Beispiel ist die Grillmarke Butcher’s, ursprünglich exklusiv bei Penny entwickelt. Weil das Konzept so gut ankam, zog Rewe später mit eigenen Butcher’s-Produkten nach, wie „Supermarktblog“ rekonstruiert hat. Ein Rewe-Sprecher erklärte dazu: „Rewe übernimmt mit Butcher’s eine bereits etablierte und erfolgreiche Eigenmarke und kann diese durch die Listung in den Supermärkten für beide Vertriebslinien in der Bekanntheit weiter stärken.“

Zwei Marken, ein wirtschaftlicher Motor

Der deutsche Handelsbereich aus Rewe-Filialen und Penny steigerte seinen Umsatz 2023 um 7,8 Prozent auf 40,4 Milliarden Euro. Penny allein wuchs um 8,6 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro, wie aus einer Mitteilung der „Rewe Group“ hervorgeht.

Wer die Konzernzugehörigkeit kennt, versteht besser, warum Eigenmarken in beiden Läden auftauchen. Am Ende bleibt die Konstruktion ein cleveres Modell, mit dem ein Unternehmen zwei unterschiedliche Kundengruppen gleichzeitig bedient.

Mit über 850 Bio-Produkten ist Rewe deutschlandweit unter den Supermärkten ganz vorne mit dabei. Diese Produkte überzeugten in Warentests.