Die Sorge nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ist groß. Fast 44 Prozent holte die AfD. Wurde damit mit großem Abstand zur stärksten Kraft. Dazu kam eine Wahlbeteiligung von 77,8 Prozent. Zum Vergleich: Bei der vorherigen Wahl im Jahr 2021 lag sie bei gerade einmal 60,3 Prozent. Für große Freude sorgte die große Wählerschar bei FUNKE-Journalist Alexander Marinos jedoch nicht, wie er im Interview mit dem Sender „Welt TV“ erklärte.
Zwar habe die AfD viele Nicht-Wähler mobilisieren können, so Marinos, „aber ich kann mich über diese hohe Wahlbeteiligung nicht freuen. Die These aus der Politikwissenschaft, dass eine hohe Wahlbeteiligung auch Symptom einer Krise sein kann, ist nicht ganz neu, und ich glaube, das sehen wir hier.“
📌 Die Wahl in Sachsen-Anhalt Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 wurde die AfD mit 43,8 Prozent klar stärkste Kraft und konnte ihr Ergebnis gegenüber 2021 mehr als verdoppeln, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Die bislang regierende CDU stürzte auf 17,2 Prozent ab, während SPD 9,3 Prozent, Grüne 8,9 Prozent, Linke 8,6 Prozent und das BSW 5,3 Prozent erreichten. Die FDP scheiterte mit 2,6 Prozent am Wiedereinzug.
Das Erstarken der AfD und die Folgen
Viele Menschen seien zur Wahl gegangen, die dies sonst eher nicht tun, so der Chefredakteur Aus- und Weiterbildung der FUNKE-Regionalmedien. Man müsse ihnen auch unterstellen, dass sie sonst eher unpolitisch und politisch nicht gut informiert seien und so leichter auf Wahlversprechen von Populisten reinfallen können.
Sein Fazit: „Wenn eine rechtsextremistische Partei solch hohe Zustimmungswerte bekommt, dann kann das kein Erfolg für die Demokratie sein.“ Zudem stimme er auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst zu, nun die Prüfung eines Verbotsverfahrens der AfD anzustreben: „Ich finde, dass er absolut richtig liegt. Ich glaube, dass der Zeitpunkt vielleicht ein bisschen unglücklich ist, nach einer solchen Landtagswahl und vor weiteren Wahlen. Das sieht blöd aus, weil jetzt natürlich das Argument kommt, Herr Wüst sei der Anti-Demokrat, aber es gibt keinen günstigeren Zeitpunkt mehr für ein Verbotsverfahren.“
Was Alexander Marinos über die weitere Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt und auch Kanzler Merz denkt, kannst du dir hier im Video ansehen.
Was passiert eigentlich in Sachsen-Anhalt, wenn Ulrich Siegmund sich doch nicht zum Ministerpräsidenten wählen lässt? Wir gehen der Sache auf den Grund.
