Alarm an der Nato-Ostflanke: Kampfjets holen Drohne über Litauen vom Himmel

Kurz nach Mitternacht holten italienische Eurofighter ein unbemanntes Flugobjekt über Litauen vom Himmel. Das Verteidigungsministerium in Vilnius bestätigte den Abschuss durch Nato-Kräfte. Zuvor hatten die Behörden in mehreren Regionen des Landes Alarm geschlagen und vor einer Bedrohung aus der Luft gewarnt. Herkunft und Typ des Flugkörpers blieben zunächst unklar.

Auf der Plattform X äußerte sich Präsident Gitanas Nauseda zu dem Vorfall. Er schrieb: „Ich danke den Einsatzkräften der Allianz für ihre schnelle Reaktion“. Der Staatschef betonte zudem die Wichtigkeit des Einsatzes. „Angesichts der zunehmenden Aggression Russlands gegen die Ukraine ist diese Bereitschaft für unsere Region von entscheidender Bedeutung. Gemeinsam mit unseren Nato-Verbündeten wird Litauen seinen Luftraum verteidigen.“ Ein solcher Abschuss über litauischem Gebiet passierte Berichten zufolge zum ersten Mal.

📌 Fakten zur NATO Gründung: 4. April 1949 in Washington, D.C. durch 12 Gründungsmitglieder (u. a. USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien). Hauptquartier: Brüssel, Belgien. Mitglieder: 32 Staaten (Deutschland trat 1955 bei, neuere Mitglieder sind u. a. Finnland 2023). Amtssprachen: Englisch und Französisch. Bündnisfall (Artikel 5): Ein bewaffneter Angriff auf einen oder mehrere Verbündete gilt als Angriff gegen alle. Er wurde in der Geschichte erst einmal ausgerufen – nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA. Konsensprinzip: Alle Entscheidungen der NATO werden einstimmig getroffen; jedes Mitglied, unabhängig von seiner Größe, hat ein Vetorecht. Abschreckung und Verteidigung: Das Bündnis dient dem Schutz der gemeinsamen Werte wie Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

Trümmerteile in ländlicher Region entdeckt

Rund 50 Kilometer südöstlich der zweitgrößten Stadt Kaunas stürzte das Objekt ab. Vilmantas Vitkauskas leitet das nationale Krisenmanagementzentrum und nannte das Dorf Pratkunai als Ort des Geschehens. Vermutlich drang die Drohne aus dem benachbarten Belarus in den Luftraum ein. Bislang gibt es keine Informationen über Schäden oder Opfer. Einsatzkräfte fanden im Absturzgebiet bereits Trümmerteile, die nun untersucht werden.

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Geografisch befindet sich das Land in einer äußerst exponierten Lage. Litauen teilt Grenzen mit der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad sowie mit Belarus. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine wächst dort das Bedrohungsgefühl. Laut Regierungsangaben hat der litauische Militärgeheimdienst Hinweise, dass Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten erwägen könnte.

Schutz durch internationale Verbündete

Zur Stärkung der Sicherheit baut die Bundeswehr aktuell eine deutsche Panzerbrigade vor Ort auf. Bis 2027 soll dieser Kampfverband mit 4.800 Soldaten vollständig einsatzfähig sein. Da die Baltenstaaten keine eigenen Kampfjets besitzen, übernehmen größere Nato-Staaten abwechselnd die Luftraumüberwachung. Derzeit sind die italienischen Streitkräfte auf dem Militärflughafen Siauliai stationiert.

Im Zuge des Ukraine-Krieges kam es im Baltikum schon mehrfach zu Zwischenfällen mit Drohnen. Bei ukrainischen Angriffen auf russische Ziele verirrten sich wiederholt Flugkörper und stürzten ab. Auch Drohnen russischer Bauart flogen bereits aus Belarus ein. Erst im August schossen die italienischen Kampfjets eine Drohne über Lettland ab. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich zuvor in Estland.