Unternehmen läuten die AfD-Alarmglocken! Sie fürchten den Stillstand

Kurz vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin schlägt die Reisebranche Alarm. Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) sieht fundamentale Interessen durch die AfD bedroht. Zentrale Positionen der Partei richten sich laut einer Erklärung vom Freitag (18. September) direkt gegen die Grundlagen der Branche.

Drei politische Forderungen bereiten den Verantwortlichen große Sorgen. Eine restriktive Einwanderungspolitik, das Rütteln am Schengen-Raum und ein möglicher Euro-Ausstieg stehen im Widerspruch zu einem funktionierenden Reisemarkt. Für die Betriebe bilden diese Punkte das Fundament ihrer Arbeit.

📌 Tourismus in Meckenburg-Vorpommern Der Tourismus ist mit rund 7 Milliarden Euro Jahresumsatz und etwa 120.000 Beschäftigten eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Jahr 2025 wurden über 33 Millionen Übernachtungen registriert. Das Bundesland gehört zu den Top-Reisezielen in Deutschland und belegt im innerdeutschen Vergleich regelmäßig Spitzenplätze.

Offene Grenzen als Lebensader

BTW-Präsident Sören Hartmann findet dazu deutliche Worte. „Unsere Branche lebt von Offenheit, Mobilität und internationalem Austausch. Menschen über Grenzen hinweg zusammenzubringen und Gäste aus aller Welt willkommen zu heißen, gehört zu ihrem Kern“, betont der Verbandschef.

Beim Personal blickt die Branche ebenfalls mit Sorge auf mögliche Veränderungen. Aktuell haben 44,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Gastgewerbe einen Migrationshintergrund. Der Verband stellt klar: „Ohne sie würden Teile der Branche stillstehen.“

Massive Folgen für den Verkehr

Kehren dauerhafte Grenzkontrollen in Europa zurück, rechnet die Wirtschaft mit erheblichen Belastungen. Von erschwerten Bedingungen wären Autofahrer, Fluggäste und Flusskreuzfahrten betroffen. „Im Luftverkehr würden längere Umsteigezeiten zudem die Drehkreuzfunktion der deutschen Flughäfen schwächen“, warnt der Verband.

Ein Abschied vom Euro würde laut AFP zudem neue Risiken bei Wechselkursen schaffen und langfristige Planungen massiv erschweren. Auch Einschränkungen des queeren Lebens hätten für Kunden und Mitarbeiter unakzeptable Folgen.

Verständnis für Frust

Trotz der Warnungen zeigt der Präsident Verständnis für die Stimmung. Hartmann erklärt: „Wir wissen, dass der Frust bei vielen Bürgern wie Unternehmen in Deutschland hoch ist. Der Wirtschaftsstandort schwächelt in vielerlei Hinsicht, die Kosten allen voran für Energie steigen, die Menschen haben immer weniger verfügbares Geld auf dem Konto und gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen um ihre Existenz – auch in unserer Branche.“

Die Antwort auf diese Krisen liegt für den BTW jedoch keinesfalls in einer Abschottung. Am Sonntag entscheiden die Wähler in Mecklenburg-Vorpommern über einen neuen Landtag, in Berlin wird das Abgeordnetenhaus gewählt.

Etwas weiter südlich, in Thüringen, kam es derweil zu einem ganz anderen Wahl-Eklat. Was die AfD dabei für eine Rolle gespielt hat, liest du hier.