Was vermissen Real-Stammkunden, die jetzt bei Kaufland kaufen?

Real ist als Warenhauskette Geschichte. Hunderte Filialen wurden zu Kaufland, Edeka oder Globus umgebaut. Viele Stammkunden mussten sich plötzlich an neue Gänge, ein anderes Sortiment und fremde Kassensysteme gewöhnen. Nicht jeder ist von dieser Umstellung begeistert.

Der Hintergrund: Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro wollte die bundesweiten Real-Filialen verkaufen. Eine russische Investorengruppe übernahm die Kette zunächst und veräußerte dann große Teile an Kaufland, Edeka und Globus. Seitdem melden sich immer wieder Kunden zu Wort, die ihrem alten Real nachtrauern.

📌 Noch weitere Fakten zur Kaufland-Expansion: Kaufland durfte insgesamt bis zu 92 ehemalige Real-Märkte übernehmen. Globus Holding sicherte sich 16 ehemalige Real-Standorte. Kaufland übernahm zusätzlich den Online-Marktplatz real.de und baute ihn zu kaufland.de aus.

Warum vermissen Kunden die Frischetheke?

In Parchim ärgerte sich ein Kaufland-Kunde auf Facebook über die fehlende Frischfleischtheke. „Schade, dass Kaufland in der neuen Filiale in Parchim keine Frischfleischtheke mehr betreibt“, schrieb er. Bei Real sei das deutlich besser gewesen, ein beliebtes Angebot sei einfach weggefallen. Das Medium „BW 24“ berichtete darüber.

Zudem fügte der Kunde hinzu: Das abgepackte Fleisch sei „nicht das, was sich Kunden wünschen.“ Kaufland entschuldigte sich und verwies auf einen Rückverfolgungsservice für die Fleischherkunft. Zufrieden stellte das den Kunden nicht: „Den Herkunftsnachweis kann man auch an einer Frischfleischtheke bekannt geben, Kaufland“, entgegnete er.

Was ärgert ehemalige Kunden in Hamm?

In Hamm eröffnete bereits die vierte Kaufland-Filiale binnen weniger Kilometer, während der einzige Real-Standort komplett verschwand. Eine Kundin schrieb: „Ich bin so gerne bei uns in den Real gegangen. Kaufland war nie so meine Option. Echt schade.“ Eine andere kommentierte knapp: „Einfach traurig.“

Weitere Stimmen fielen ähnlich aus. „Ich kann kein Kaufland mehr sehen“, schrieb eine Nutzerin, eine andere ergänzte: „Kaufland gibt es viele in Hamm. Real gab es nur einmal.“ Manche hätten sich am Standort sogar lieber einen Edeka gewünscht.

Welche Sortiments-Lücken bleiben spürbar?

Der Grundunterschied zwischen beiden Ketten liegt im Konzept. Real setzte im Eingangsbereich vor allem auf Non-Food-Ware wie Elektronik und Haushaltswaren, Kaufland stellt stattdessen Obst und Gemüse nach vorne.

Eine Kundin in Hamm monierte zudem, dass es kaum noch Oberbekleidung gebe. Auch die Fahrradabteilung werde vermisst. Eine vergleichbar große Sport- und Spielwarenabteilung führte Kaufland bislang gar nicht. In manchen umgebauten Filialen wurde im Gegenzug das Angebot an Bio-, vegetarischen und veganen Lebensmitteln spürbar erweitert.

Fehlt Kunden das breite Elektronik-Angebot?

In Oldenburg sorgte der überstürzte Umbau für besonders viel Unmut. Fotos zeigten Kartons und Paletten statt fertiger Regale. „Zum Weinen, was aus diesem erst vor einigen Jahren sehr schönen, umgebauten Markt gemacht wurde“, kommentierte ein Nutzer, ein anderer sprach von einer „Resterampe“.

Über den optischen Ärger hinaus vermissten viele Kunden dort vor allem das große Non-Food-Sortiment. Elektronik und ähnliche Artikel gehörten bei Real traditionell zum festen Angebot, bei Kaufland fehlen sie in dieser Breite.

Fehlt auch das Payback-Punktesammeln?

Neben Sortiment und Optik vermissen manche Kunden ganz banale Dinge. Ein Nutzer schrieb wehmütig: „Seit Real weg ist, vermisse ich Payback. Schade, dass es Kaufland nicht mit übernimmt.“

Nicht alle Reaktionen fallen negativ aus. Manche Kunden loben die größere Lebensmittelauswahl bei Kaufland oder freuen sich schlicht darüber, dass der Standort erhalten bleibt und Arbeitsplätze gesichert werden. Wie zufrieden ehemalige Real-Kunden heute sind, hängt am Ende stark von der jeweiligen Filiale ab.