CDU/CSU, Grüne, SPD: Plötzlich gibt es vor 2029 ein offenes Kanzler-Rennen

Die Bundestagswahl 2029 ist noch weit entfernt – doch aktuelle Umfragen sorgen bereits für Bewegung. Bei Forsa kommt die Union derzeit auf 19 Prozent, die Grünen auf 16 Prozent und die SPD auf 14 Prozent. Ähnlich sieht es auch bei der jüngsten INSA-Umfrage aus. Damit liegen die drei Parteien deutlich näher beieinander als noch vor einiger Zeit.

Besonders für die Union ist die Entwicklung bemerkenswert. Mit 19 Prozent liegt sie zwar weiterhin vor Grünen und SPD, ihr Vorsprung beträgt gegenüber den Grünen aber nur etwa drei Prozentpunkte. Gleichzeitig kommt die AfD bei Forsa auf 26 Prozent und bei INSA auf 29,5 Prozent. Das politische Kräfteverhältnis ist damit stark fragmentiert.

📌 Forsa und INSA Politischer Vorwurf der Parteilichkeit: Beiden Instituten wird regelmäßig politische Nähe nachgesagt. Forsa-Chef Manfred Güllner gilt als SPD-nah, während INSA-Chef Hermann Binkert (Ex-CDU) in der Vergangenheit eine Nähe zur AfD vorgeworfen wurde. Methodischer Glaubenskrieg: Forsa setzt traditionell auf repräsentative Telefoninterviews, während INSA vor allem auf digitale Online-Panels baut. Keine Vorhersagen: Die veröffentlichten Zahlen sind keine Prognosen für Wahlausgänge, sondern reine Stimmungsbilder zum Zeitpunkt der Befragung. PR-Werkzeug statt Einnahmequelle: Die bekannten politischen Umfragen für RTL oder Bild bringen kaum Gewinn. Sie dienen den Instituten als kostenlose Werbung für maximale mediale Sichtbarkeit.

Kenia-Koalition könnte zur Option werden

Sollten Union, Grüne und SPD auch künftig in ähnlichen Größenordnungen liegen, könnten Dreierbündnisse stärker in den Mittelpunkt rücken. Bei Forsa kommen CDU/CSU, Grüne und SPD zusammen auf 49 Prozent, bei INSA auf 48 Prozent. Rechnerisch wäre damit eine Mehrheit eines solchen Bündnisses möglich. Ob eine sogenannte Kenia-Koalition tatsächlich zustande käme, hängt allerdings von den Sitzen und vor allem von den politischen Verhandlungen ab.

Damit rückt auch die Personalfrage stärker in den Mittelpunkt. Bei der Union stellt sich die Frage, ob Friedrich Merz 2029 erneut als Kanzlerkandidat antreten wird. Als möglicher Name für die Zukunft wird innerhalb der CDU immer wieder Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst genannt. Eine Entscheidung über die Kanzlerkandidatur ist allerdings noch nicht gefallen.

Auch SPD und Grüne müssen ihre Personalfragen klären

Bei den Grünen liegen die aktuellen Werte mit 16 Prozent bei Forsa und 14,5 Prozent bei INSA teilweise nur wenige Punkte hinter der Union. Die SPD kommt auf 14 beziehungsweise 14,5 Prozent. Damit könnten beide Parteien bis 2029 vor wichtigen Personalentscheidungen stehen. Bei der SPD werden unter anderem Boris Pistorius und Manuela Schwesig genannt, bei den Grünen könnte Robert Habeck erneut eine Rolle spielen.

Noch ist das Kanzlerrennen für 2029 offen. Die aktuellen Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Prognose für die nächste Bundestagswahl. Sie zeigen aber, dass Union, Grüne und SPD derzeit vergleichsweise eng beieinanderliegen. Es kann sich bis zur Wahl noch viel ändern.