Galeria insolvent – jetzt steht das Schicksal der vielen Lidl-Filialen fest

Schon wieder Ärger bei Galeria: Die Warenhauskette hat zum vierten Mal Insolvenz angemeldet. Trotzdem denkt Lidl nicht ans Aufgeben. Der Discounter bleibt seinen Filialen in den Kaufhäusern treu – egal ob bestehend oder geplant.

Aktuell betreibt Lidl bereits mehrere Shops direkt in Galeria-Gebäuden. Hamburg gehört dazu, ebenso zwei Berliner Adressen am Kurfürstendamm und am Hermannplatz. Dort läuft das Geschäft einfach weiter.

📌 Das ist Galeria Karstadt Kaufhof Entstehung durch Fusion: Der Konzern entstand 2018 aus dem Zusammenschluss der einstigen Rivalen Karstadt und Galeria Kaufhof – Signa hielt 50,01 %, HBC 49,99 % der Anteile. Mehrfache Insolvenzen: Seit 2020 musste das Unternehmen gleich drei Insolvenzen anmelden, zuletzt am 9. Januar 2024 im Zuge der Pleite der österreichischen Mutter-Signa-Gruppe um René Benko. Am 1. April 2024 eröffnete das Amtsgericht Essen das offizielle Insolvenzverfahren. Staatshilfen während der Pandemie: Wegen Corona musste die Kette mehrfach Staatshilfen beantragen – insgesamt wurden rund 680 Millionen Euro an Steuergeldern über Notkredite bewilligt.

Lidl bleibt trotz Krise an Bord

Warum macht sich Lidl da keine Sorgen? Eine Sprecherin erklärt, die Filialen könnten „weitgehend eigenständig funktionieren“. Das berichtet die „Lebensmittelzeitung“. Getrennte Eingänge und eigene Technik machen genau das möglich.

Wörtlich heißt es dazu: „Aufgrund dieser funktionalen Eigenständigkeit sind wir in der Lage, die Nahversorgung an diesen hochfrequentierten Standorten dauerhaft sicherzustellen und bei Bedarf in einen direkten Austausch mit den jeweiligen Immobilieneigentümern zu treten.“

Damit nicht genug: Lidl und Galeria rücken sogar noch enger zusammen. Schon im November 2025 kündigten beide vier zusätzliche Standorte an. Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart und Viernheim stehen auf der Liste, Stichtag ist Ende 2026. Die Hamburger Filiale gibt es inzwischen schon.

Lidl hält an Düsseldorf und Stuttgart fest

Auch für Düsseldorf und Stuttgart gilt: Die Pläne stehen weiterhin. Geplant sind die Schadowstraße 93 bis Ende 2026 sowie die Königstraße 6 im Sommer oder Herbst 2026.

Ein weiteres Zitat unterstreicht die Unabhängigkeit der Standorte: „Alle Standorte verfügen nicht nur über eigene Eingänge, sondern auch über individuelle Öffnungszeiten, um den Kunden den Einkauf in der Lidl-Filiale zu den gewohnten Zeiten zu ermöglichen.“ Die beiden Berliner Filialen eröffneten bereits 2024.

Anders läuft es in Viernheim. Dort schnappte sich Kaufland, ebenfalls Teil der Schwarz-Gruppe, die Galeria-Immobilie im Rhein-Neckar-Zentrum. „Wir haben das Galeria-Haus am Rhein-Neckar-Zentrum erworben, um uns perspektivisch am Standort anzusiedeln“, sagte ein Sprecher der Kaufland-Stiftung.

Lidl selbst bestätigt dennoch Interesse am selben Standort: „An unseren Plänen, als Mieter an den Standort im Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim einzuziehen, halten wir weiterhin fest. Bezüglich einer künftigen Umsetzung befinden wir uns weiterhin in Gesprächen.“