Maden, Würmer, Plastik: Trocken-Pilze aus dem Supermarkt fallen reihenweise durch

Das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ hat Steinpilz-Produkte aus dem Supermarkt untersuchen lassen. Auf dem Prüfstand landeten Tiefkühl-Steinpilze, eine Steinpilz-Pizza und getrocknete Ware. Das Ergebnis fällt laut NDR alarmierend aus.

Der Sender fasst es in einer Mitteilung so zusammen: „In nahezu allen getesteten Produkten wurden Madenfraß, veraltete Pilzteile und teils Maden oder Würmer entdeckt”. Die Hersteller reagieren inzwischen auf die Vorwürfe.

📌 Pilze sammeln in Deutschland Hauptsaison im Herbst: Die meisten Speisepilze wachsen von August bis Oktober. Mit milden, feuchten Wetterlagen kann die Saison schon im Frühsommer beginnen und bis in den November dauern. Es gibt aber auch Frühlingspilze wie die Morchel (April bis Mai). Wetter ist entscheidend: Pilze brauchen Feuchtigkeit und moderate Temperaturen. Besonders gut wachsen sie etwa ein bis zwei Wochen nach ergiebigem Regen, wenn es danach mild bleibt. Trockene Sommer führen oft zu mageren Ernten. Sammelregeln gelten: Für den Eigenbedarf darfst Du in der Regel eine kleine Menge sammeln, meist etwa ein Kilogramm pro Person und Tag. Geschützte Arten wie der Kaiserling oder die Echte Trüffel dürfen nicht gesammelt werden. In Naturschutzgebieten und Nationalparks ist das Sammeln oft ganz verboten. Informiere Dich vorab über die Regeln vor Ort.

Maden im Supermarkt-Regal

Auch getrocknete Steinpilze fielen durch, und zwar aus dem Supermarkt wie aus Bioläden. Eine Stichprobe zeigte starke Madenstichigkeit, sehr lange Röhren und einen unangenehmen Geruch. Dazu kam eine sichtbare Made.

Ein Labor im Auftrag des NDR fand in allen untersuchten Produkten erhöhte Werte von Bacillus cereus. Dieser Keim kann Magen-Darm-Erkrankungen auslösen. Brisant: Für getrocknete Steinpilze gibt es bislang keine verbindlichen Grenz- oder Warnwerte.

Edeka widerspricht: Der Supermarkt verteidigt sich

Bei zwei Produkten schauten auch Fachleute genau hin: Pilzsachverständige Nadja Frotscher von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie und Spitzenkoch Jens Rittmeyer. Laut NDR entdeckten beide Mängel. Sie fanden Madenfraßgänge in Stielen und Hüten sowie olivgrüne bis bräunliche Röhrenschichten. Beim Zubereiten wurden die Pilze weich und breiig.

Der Supermarkt-Konzern Edeka sieht das anders. Auf Anfrage des Portals „Rundschau“ schreibt er, der Wurmschaden sei „… nicht als solcher zu erkennen“. Die Strukturen entsprächen der „… natürlichen Gewebestruktur des Pilzes.“ Man führe „Eigenkontrollen“ „auf Basis der in den Leitsätzen beschriebenen Beschaffenheitsanforderungen“ durch.