Schock-Gerüchte um Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un: Im Internet verbreitet sich die Behauptung, der Diktator habe eine Hirnblutung erlitten und liege im Koma. Angeblich soll er zur Behandlung nach China gebracht worden sein. Doch bislang gibt es keine unabhängige Bestätigung für diese dramatischen Meldungen. Ein Blick auf die jüngsten Auftritte des Machthabers zeigt, was tatsächlich bekannt ist.
📌 Nordkorea und seine Führung Staatsname: Die offizielle Bezeichnung lautet Demokratische Volksrepublik Korea. Machtwechsel 2011: Kim Jong-un übernahm nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il die Führung des Landes. Staatsgründung: Nordkorea wurde am 9. September 1948 gegründet. Hauptstadt: Pjöngjang ist das politische Zentrum des Landes und Sitz der wichtigsten staatlichen Institutionen.
Was steckt hinter den Koma-Gerüchten?
Ausgangspunkt der Spekulationen sind Berichte in sozialen Netzwerken, die von einem medizinischen Notfall sprechen. Demnach soll Kim in ein Krankenhaus in Peking gebracht worden sein. Als möglicher Behandlungsort wird das Peking Union Medical College Hospital genannt. Belege für einen solchen Transport oder eine Hirnblutung liegen bislang nicht vor.
Wie die britische Boulevardzeitung „The Sun“ berichtet, wurde Kim zuletzt am 11. Oktober bei einem Besuch eines Verteidigungsmuseums in Pjöngjang öffentlich gezeigt. Das Medium verweist zugleich auf die fehlende Bestätigung der Todesgerüchte. Auch eine offizielle Mitteilung über ein Koma ist bislang nicht bekannt.
Kims letzter Auftritt wirft Fragen auf
Bei seinem Museumsbesuch präsentierte Kim gemeinsam mit seiner Tochter Ju-ae und seiner Frau Ri Sol-ju militärische Entwicklungen des Landes. Im Mittelpunkt stand unter anderem eine neue Ausstellung mit nordkoreanischen Waffensystemen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am 13. Oktober über den Auftritt und die gezeigten Raketen.
Eine kurze Abwesenheit von der Öffentlichkeit liefert allerdings keinen sicheren Hinweis auf den Gesundheitszustand eines Staatschefs. Gerade Nordkorea schottet Informationen über seine Führung weitgehend ab. Beobachter müssen deshalb häufig auf offizielle Medienbilder und indirekte Hinweise zurückgreifen.
Wie gefährdet ist Kims Gesundheit?
Über Kims Gesundheit wird seit Jahren spekuliert. Internationale Medien verweisen dabei auf sein deutliches Übergewicht und seinen mutmaßlich starken Tabakkonsum. Solche Faktoren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Bereits 2020 sorgte eine längere Abwesenheit des Machthabers für Gerüchte über eine schwere Erkrankung oder seinen Tod. Damals tauchten ebenfalls Spekulationen über eine mögliche Nachfolge auf. Kim erschien später wieder öffentlich.
Das Erbe Kim Jong-uns
Sollte Kim tatsächlich dauerhaft ausfallen, wäre die Nachfolge politisch von großer Bedeutung. Seine Schwester Kim Yo-jong gehört zu den einflussreichen Figuren des Regimes und tritt regelmäßig mit politischen Stellungnahmen in Erscheinung. Eine mögliche Übergangsrolle wird deshalb immer wieder diskutiert.
Auch Kims Tochter Kim Ju-ae steht im Fokus internationaler Beobachter. Sie begleitete ihren Vater wiederholt zu wichtigen militärischen und politischen Terminen. Das wird als mögliches Zeichen für ihre künftige Rolle innerhalb der Herrscherfamilie interpretiert. Ob sie tatsächlich als Nachfolgerin vorgesehen ist, bleibt offen.
Das ist derzeit sicher
Derzeit gibt es keine verlässliche Bestätigung, dass Kim Jong-un eine Hirnblutung erlitten hat, im Koma liegt oder zur Behandlung nach China gebracht wurde. Bekannt ist sein öffentlicher Auftritt am 11. Oktober. Weitere belastbare Informationen zu seinem aktuellen Gesundheitszustand liegen nicht vor.
