134 Tonnen Plastik weniger – wegen eines einzigen Action-Produkts

Ein einziger Nudelbecher sorgt bei Action für eine beachtliche Plastikbilanz. Der Discounter hat die Verpackung seiner Noodlicious-Instantnudeln von einem Kunststoffverbund auf eine leichte Papierlösung umgestellt. Nach eigenen Angaben spart das Unternehmen dadurch jährlich fast 134 Tonnen Plastik.

📌 Das steckt hinter Action Herkunft: Action wurde 1993 in Enkhuizen in den Niederlanden gegründet. Der Hauptsitz ist heute in Zwaagdijk-Oost. Sortiment: Action führt ein breites Non-Food-Sortiment, etwa Haushaltswaren, Spielzeug, Bastelbedarf, Deko, Schreibwaren und Drogerieartikel. Dazu kommen einige Lebensmittel und Snacks. Das Angebot wechselt jede Woche, und es kommen viele neue Artikel dazu. Dadurch entsteht der „Schatzsuche“-Effekt. Preisstrategie: Die Preise sind sehr niedrig, und viele Artikel kosten nur ein paar Euro. Action gibt an, dass das möglich ist, weil das Unternehmen in großen Mengen einkauft, wenig Werbung macht und die Filialen schlicht hält.

Alter Becher ließ sich nicht recyceln

Der frühere Becher bestand aus zwei Kunststoffarten, nämlich PET und PE, sowie aus einer laminierten Papierauskleidung. Solche Verbunde lassen sich in der Praxis kaum trennen. Deshalb galten die Becher als nicht recycelbar. Der Kunststoff ging dem Wertstoffkreislauf verloren.

Wie Action auf seiner Nachhaltigkeitsseite schreibt, hat das Unternehmen den Becher gemeinsam mit seinem Lieferanten ersetzt. Die neue Variante besteht aus leichtem Papier, soll vollständig recycelbar sein und dieselbe Qualität bieten. Daraus ergeben sich die fast 134 Tonnen pro Jahr. Eine unabhängige Prüfung dieser Zahl liegt uns nicht vor.

134 Tonnen brauchen eine Einordnung

Die Zahl klingt groß, steht aber ohne Bezugsgröße da. Action nennt weder Stückzahlen noch das Gewicht eines einzelnen Bechers. Deshalb lässt sich nicht nachrechnen, wie viel Plastik früher in jedem Becher steckte. Auch ein Datum für die Umstellung nennt die Seite nicht.

Trotzdem zeigt der Fall, wie sich bei Massenartikeln kleine Änderungen summieren. Wenige Gramm weniger Material pro Becher ergeben bei hohen Stückzahlen schnell eine Tonnenmenge. Die Angabe bezieht sich allerdings nur auf dieses eine Produkt. Ein leichterer Becher spart zudem Rohstoffe und Transportgewicht.

Papier ist nicht automatisch besser

Papier hat jedoch eigene Grenzen, wie der Verbraucherservice Bayern bereits 2022 erklärte. Papier ist weder wasserfest noch fettabweisend. Für feuchte Speisen braucht es deshalb meist eine Beschichtung. Die Verbraucherschützer halten fest, dass es die eine umweltfreundliche Verpackung nicht gibt.

Ob der neue Noodlicious-Becher eine solche Barriere besitzt, geht aus Actions Mitteilung nicht hervor. Auch Papier belastet die Umwelt, denn es braucht Holz, Energie und Wasser. Das Umweltbundesamt rät deshalb zu Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Ob der Becher Altpapier enthält, teilt Action nicht mit.

Entscheidend ist die richtige Entsorgung

Auch der Begriff „recycelbar“ verdient einen genauen Blick. Er sagt noch nichts darüber, ob eine Verpackung tatsächlich recycelt wird. Das betonte der Verbraucherservice schon 2022. Besser wäre ein hoher Recyclinganteil im Material.

Beim Wegwerfen gilt eine klare Regel. Laut Umweltbundesamt gehören Verbundmaterialien sowie nassfeste oder fettdicht imprägnierte Papiere nicht ins Altpapier. Leere Papierverpackungen ohne solche Schichten dürfen dagegen in die Papiertonne. Wer unsicher ist, achtet auf die Hinweise auf dem Becher oder fragt beim Entsorger vor Ort nach.