Beliebtes TK-Produkt im Test: Nur Kaufland schafft Bestnote

Rahmspinat aus der Tiefkühltruhe landet bei vielen Menschen regelmäßig im Einkaufswagen. Schnell zubereitet, lecker und angeblich super gesund, so das Image der grünen Beilage. „Öko-Test“ hat genauer hingeschaut und 22 verschiedene Marken ins Labor geschickt. Das Ergebnis dürfte so manchem Spinat-Fan den Appetit verderben, denn nur vier Produkte bekamen die Bestnote „sehr gut“.

Besonders spannend wird es bei Kaufland. Der Supermarkt hat nämlich gleich zwei Eigenmarken im Rennen, und die könnten unterschiedlicher kaum abschneiden.

📌 Wissenswertes über Spinat Wenig Eisen trotz Ruf als Kraftpaket. Mit 3 bis 4 Milligramm Eisen pro 100 Gramm ist Spinat nicht eisenhaltiger als anderes grünes Gemüse. Der Mythos soll auf einem verrutschten Komma in einer alten Berechnung beruhen. TK-Spinat steht frischem kaum nach. Durch das schnelle Schockfrosten nach der Ernte bleiben die meisten Nährstoffe erhalten. Der theoretische Vorteil von frischem Spinat schmilzt ohnehin durch Transport und Lagerung dahin. Rahmspinat hat es kalorisch in sich. Er liefert mehr als doppelt so viele Kilokalorien wie einfach zubereiteter Spinat und dreimal so viel Fett. In Maßen genossen ist das aber kein Problem. Aufwärmen ist erlaubt, falsche Lagerung nicht. Schon bei Zimmertemperatur kann sich aus Nitrat gefährliches Nitrit bilden. Im Kühlschrank gelagert und gut durcherhitzt, lässt sich Spinat problemlos aufwärmen. Vorsicht bei Kindern. Nitrit kann den Sauerstofftransport im Blut stören. Deshalb sollte Spinat nicht öfter als einmal pro Woche auf dem Teller landen, besonders bei kleinen Kindern.

Öko-Test nimmt Kaufland Spinat unter die Lupe

Unter den sieben getesteten Bio-Produkten schwingt sich der K-Bio Rahmspinat von Kaufland laut dem „Öko-Test“-Bericht zum einsamen Sieger auf. Als einziges Bio-Produkt im gesamten Testfeld erhält es die Note „sehr gut“. Die Prüfer fanden keine nennenswerten Mängel und auch bei den Inhaltsstoffen gab es nichts zu beanstanden. Mit 1,79 Euro für die 450-Gramm-Packung zählt der Testsieger sogar noch zu den günstigeren Bio-Angeboten, wie „echo24“ berichtet.

Ganz anders sieht es bei der herkömmlichen Kaufland-Marke aus. Der K-Classic Rahmspinat, für 89 Cent deutlich billiger als sein Bio-Pendant, rasselt mit der Note „mangelhaft“ gnadenlos durch. Wer beim Discounter-Regal also einfach zum Kaufland-Produkt greift, sollte genau hinschauen, welches der beiden gemeint ist. Der Namenszusatz macht hier den entscheidenden Unterschied.

Diese Probleme hat der Testverlierer

Drei Gründe führten laut dem „Öko-Test-Magazin“ beim K-Classic Rahmspinat zur Abwertung. Erstens steckte zu viel Nitrit in der Packung. Dieser Stoff entsteht, wenn sich Nitrat aus dem Gemüse bei falscher Lagerung oder Verarbeitung umwandelt. Nitrit kann im Körper den Sauerstofftransport im Blut stören und steht zudem im Verdacht, im Magen zu krebserregenden Nitrosaminen zu reagieren.

Zweitens entdeckten die Labormitarbeiter Spuren des Pilzbekämpfungsmittels Dimethomorph. Das Mittel ist seit Mai 2024 in der EU verboten. Kaufland erklärte laut „echo24“ dazu, der Spinat sei nur zwei Tage nach dem Verbot geerntet worden, ein Einsatz könnte also theoretisch noch in der erlaubten Zeit erfolgt sein. Ganz sauber ist die Sache damit aber trotzdem nicht. Drittens fehlte es dem Produkt schlicht an Milchfett. Für echten Rahmspinat schreiben die Leitsätze mindestens 0,8 Prozent vor, K-Classic blieb darunter.

Auch bei anderen Marken gab es einiges zu bemängeln

Kaufland ist beim Öko-Test zwar der auffälligste Fall, aber bei Weitem nicht der einzige Ausreißer im Testfeld. Insgesamt kauften die Prüfer ihre 22 Rahmspinat-Packungen bei Supermärkten, Discountern sowie bei den Tiefkühl-Lieferdiensten Bofrost und Eismann ein. Umgerechnet auf 500 Gramm kosteten die Produkte zwischen 56 Cent und stolzen 3,12 Euro. Ein hoher Preis war dabei kein Garant für ein gutes Ergebnis, ebenso wenig wie eine bekannte Marke. Gleich 14 der 22 getesteten Rahmspinate wiesen erhöhte Nitritwerte auf, also mehr als die Hälfte des gesamten Testfelds. Auch Rückstände von bienengiftigen Insektiziden wie Lambda-Cyhalothrin und Spinosad tauchten bei mehreren Produkten im Labor auf.

Hinzu kommt das Thema Schwermetalle. In manchen Packungen fanden die Tester Blei- und Cadmiumwerte, die teils deutlich über den zulässigen Grenzwerten für Blattgemüse lagen. Bei einigen Produkten bemängelten die Prüfer außerdem einen zu geringen Milchfettanteil, der laut den Leitsätzen für Gemüseerzeugnisse eigentlich bei mindestens 0,8 Prozent liegen müsste. Wer also grundsätzlich beim Rahmspinat vorsichtig einkaufen möchte, sollte sich nicht nur bei Kaufland, sondern generell im gesamten Tiefkühlregal lieber am kompletten Testergebnis orientieren statt an Marke oder Preis allein.

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