Der Staub kommt sofort wieder? Mit diesem Trick gewinnst du das Putz-Rennen

Frisch geputzt, und nach wenigen Stunden liegt wieder eine graue Schicht auf dem Regal. Dagegen soll ein Schuss Weichspüler im Putzwasser helfen. Er hinterlässt einen hauchdünnen Film, der die elektrische Aufladung der Fläche senkt. So bleibt weniger Staub haften, lautet die Idee.

Der Trick kursiert in vielen Haushaltsratgebern und klingt zunächst logisch. Er hat aber Haken, etwa bei empfindlichen Oberflächen und bei der Umwelt. Hier erfährst du, was dahintersteckt, wie du ihn testest und was sonst gegen Staub hilft.

📌 Das wusstest du noch nicht über Staub Fachleute unterscheiden Schwebstaub (Feinstaub) und Sedimentationsstaub. Der gröbere Hausstaub setzt sich auf Böden und Flächen ab. Biozide und Weichmacher aus Möbeln oder Farben werden gasförmig frei und lagern sich am Staub an. Unter den Heizungen stößt die Gasheizung am wenigsten Staub aus, Holz- und Kohleheizungen gelten als bedeutende Quelle. Staubsauger sollten einen Zusatzfilter haben, sonst gelangt ein Teil des Staubs ungefiltert zurück in die Raumluft. Rußende Kerzen, Toaster und Laserdrucker zählen zu den Staubquellen in der Wohnung.

Wie wirkt der antistatische Film?

Weichspüler enthalten meist kationische Tenside. Sie tragen an einem Ende eine positive Ladung und ziehen deshalb auf negativ geladene Textilfasern auf. Im Putzwasser lagern sich diese Stoffe in dünner Schicht auf Flächen ab.

Wie das Portal „familie.de“ beschreibt, beeinflusst dieser Belag die Aufladung der Oberfläche. Staubpartikel werden dadurch weniger stark angezogen. Das betrifft vor allem glatte Flächen, auf denen der Schmutz sich sonst schon nach Stunden zurückmeldet. Wie lange der Effekt anhält, belegen die geprüften Quellen allerdings nicht.

Wie probierst du den Trick aus?

Eine feste Dosierung gibt es nicht, weil du das Mittel zweckentfremdest. Beginne mit höchstens einer halben Verschlusskappe auf einen Eimer Wasser. Wische zunächst nur eine kleine, unempfindliche Fläche ab und achte auf Schlieren oder Verfärbungen.

Ein einfacher Vergleich zeigt dir die Wirkung. Behandle nur eine Hälfte eines Regalbretts und beobachte, auf welcher Seite der Staub schneller zurückkehrt. Beim Waschen verstärkt eine Überdosierung laut dem „F.A.Z. Kaufkompass“ lediglich die Rückstände. Dieser Gedanke gilt sinngemäß auch fürs Putzwasser: Weniger ist mehr.

Wo solltest du darauf verzichten?

Der Film kann Rückstände hinterlassen. Bei unbehandeltem Holz, Naturstein und empfindlichen Lackierungen rät familie.de vom Trick ab. Auf dem Boden ist ebenfalls Vorsicht geboten, weil er rutschig werden kann. Glänzen Möbel plötzlich speckig, lässt du das Mittel besser weg.

Dazu kommt die Umweltfrage. Das Umweltbundesamt spricht bei Weichspülern von einem zusätzlichen Eintrag von Chemikalien in die Umwelt. Tenside müssen nach der EU-Detergenzienverordnung vollständig biologisch abbaubar sein. Für Duftstoffe und weitere organische Inhaltsstoffe gibt es dagegen bisher keine entsprechende Vorgabe.

Was spricht gegen Weichspüler im Haushalt?

Der Kaufkompass sieht Weichspüler grundsätzlich kritisch. Bis die Tenside vollständig abgebaut sind, kann es mehrere Wochen dauern. In dieser Zeit können sie sich in Gewässern anreichern. Streng genommen seien Weichspüler nicht nötig und damit eine vermeidbare Umweltbelastung, so die Redaktion.

Wer es trotzdem versuchen will, greift besser zu einem Produkt ohne Duft- und Zusatzstoffe. Laut Verbraucherzentrale, auf die familie.de verweist, können Duftstoffe Allergien auslösen. Im Haushalt mit kleinen Kindern empfiehlt familie.de deshalb ein Bio-Produkt. Beim Einkauf lohnt also ein Blick auf die Inhaltsstoffliste.

Welche Alternativen helfen gegen Staub?

Ein feuchtes Tuch bindet Staub, erklärt das UBA in seinem Staub-Ratgeber. Regelmäßiges Staubsaugen sorgt dafür, dass er sich nicht lange ablagert. Familie.de empfiehlt Mikrofasertücher, weil sie den Staub aufnehmen. Ein klassischer Staubwedel wirbelt ihn dagegen oft nur auf.

Am meisten bringt laut UBA das Lüften. Dabei gelangt im Allgemeinen deutlich mehr Staub aus der Wohnung hinaus als hinein. Am besten klappt das morgens und abends, wenn möglich kurz mit Durchzug. Auch an einer Hauptverkehrsstraße lohnt sich regelmäßiges Lüften, nur nicht zu den Stoßzeiten.

Lohnt sich der Versuch?

Auf glatten, abwischbaren Flächen kannst du den Weichspülertrick mit wenig Aufwand testen. Dosiere sparsam und prüfe vorab eine verdeckte Stelle. Ob er bei dir etwas bewirkt, zeigt der Halbseiten-Vergleich nach ein paar Tagen.

Staub entsteht allerdings ständig neu, ein Mittel dagegen gibt es nicht. Feuchtes Wischen, Staubsaugen und Lüften bleiben die Basis. Der Film aus dem Putzwasser kann höchstens ein kleiner Zusatz sein.