Aldi verkauft Schokolade unter zwei Eigenmarken, die auf den ersten Blick ähnlich wirken. Moser Roth steht für Premium-Schokolade und Pralinen, Choceur für zahlreiche Tafeln und Nussprodukte. Beide gehören zum Discounter, bedienen aber unterschiedliche Produktwelten. Wir erklären, wie sich die Marken unterscheiden und wer dahintersteckt.
Im Süßwarenregal stoßen Kunden schnell auf beide Namen. Verpackung und Sortiment unterscheiden sich deutlich. Offenbar folgt Aldi einer klaren Sortimentslogik: Jede Linie hat dabei ein eigenes Profil.
📌 Was noch hinter den Namen steckt Der Name Moser Roth ist seit 1902 geschützt und stammt aus der Stuttgarter Schokoladenbranche. Seit 2002 gehören die Markenrechte dem Aldi-Konzern. Moser Roth trägt bei Aldi Süd seit 2018 das Fairtrade-Siegel. Vor der Verkleinerung enthielt eine Tafel „Chocolat Amandes“ einmal 230 Gramm. WIHA stellt für Aldi außerdem Marken wie Château und van Bolten Nussbeisser her.
Moser Roth setzt auf Premium-Pralinen
Moser Roth positioniert Aldi als gehobene Linie. Dazu zählen Premium-Schokolade und Pralinen, häufig mit Füllungen aus Marzipan oder Nougat. Wer etwas Besonderes mitbringen will, greift eher zu dieser Marke.
Wer die Tafeln produziert, wissen viele Kunden nicht. Wie GIGA berichtet, steckt dahinter derselbe Hersteller wie bei Toffifee und Knoppers, nämlich Storck. Der Konzern fertigt Schokolade für Aldi über seine Tochterfirma WIHA. Die Produkte entstehen laut dem Bericht in denselben Produktionsstätten wie andere Storck-Markenartikel.
Choceur bedient den Schoko-Alltag
Choceur deckt das breite Alltagsangebot ab. Das Sortiment umfasst zahlreiche Tafeln und Nussprodukte. Viele Artikel erinnern an bekannte Markenklassiker, etwa die Schoko-Mäuse an Schoko-Bons oder der Milch-Jumbo an Kinder Bueno.
Auch hinter Choceur steht laut GIGA die Storck-Tochter WIHA. Zwei Eigenmarken können also vom selben Hersteller stammen und trotzdem verschieden auftreten. Für Aldi hat das Vorteile: Der Discounter spricht mit getrennten Marken unterschiedliche Kundenwünsche an. Eine offizielle Begründung für die Aufteilung liegt uns allerdings nicht vor.
Aldi-Schokolade hält mit Markenware mit
Der Vergleich mit Markenware fällt oft besser aus als erwartet. In einem ZDF-Video der Reihe „besseresser“ probiert ein Chocolatier eine Moser-Roth-Tafel und eine Lindt-Variante. Einen entscheidenden Geschmacksunterschied findet er nicht. Beim Kakaoanteil liegt Moser Roth mit 32 Prozent knapp vor Lindt mit 30 Prozent.
Dabei kostet die Lindt-Schokolade pro Kilogramm fast das Dreifache. Die Stiftung Warentest bewertete die Aldi-Schokolade laut GIGA im vergangenen Jahr mit „Gut (2,4)“. Die Hersteller halten ihre Verbindungen zu Eigenmarken meist geheim, weil diese bewusst eigenständig vermarktet werden.
Bei Moser Roth gab es Mogelpackungs-Ärger
Ganz ohne Ärger läuft das Geschäft nicht. Die Verbraucherzentrale Hamburg kürte 2023 die Sorten „Chocolat Amandes“ von Moser Roth zur Mogelpackung des Monats. Der Inhalt schrumpfte bei Aldi Nord von 184 beziehungsweise 168 Gramm auf 150 Gramm. Dabei sank der Preis zunächst von 1,59 auf 1,49 Euro.
Die Verbraucherschützer sahen darin eine versteckte Preiserhöhung. Die Umverpackung wurde länger, und statt vier Täfelchen lagen nun fünf in der Packung. Jedes wog nur noch 30 statt 46 Gramm. Zudem sank der Edelmarzipan-Anteil von 45 auf 38 Prozent.
Aldi weist den Vorwurf zurück
Aldi Nord wies die Kritik zurück. In der Stellungnahme vom 25. April 2023 heißt es: „Von einer versteckten Preiserhöhung kann hier nicht gesprochen werden, da die Preise im ganzen Schokoladensortiment zuletzt gestiegen sind.“ Die Packungsformate habe man aus produktionstechnischen Gründen angeglichen.
Nach Angaben von „t-online“ ist die Schokolade auf den Kilopreis gerechnet um knapp 15 Prozent teurer geworden. Wer Eigenmarken kauft, sollte deshalb Grammzahl und Kilopreis vergleichen. Der Blick aufs Etikett lohnt sich bei Moser Roth ebenso wie bei Choceur.
Moser Roth Trinkschokolade gibt es bei Aldi Nord nur von Oktober bis März. Wir ordnen ein, was hinter dem saisonalen Verkauf stecken könnte.
