Fäkalien im Freibad: Ekliger TikTok-Trend sucht Spaniens Urlaubsregionen heim

Ein unappetitlicher Trend sorgt in Spanien für massive Schäden in Schwimmbädern. Bei der sogenannten „braunen Herausforderung“ hinterlassen Jugendliche gezielt ihre Fäkalien im Wasser. Sie wollen den Tumult, das Eintreffen der Polizei und die Räumung der Anlage auf Video festhalten. Diese Clips landen anschließend im Netz, wo sich die Täter viele Likes erhoffen.

Obwohl den Verursachern Strafen von bis zu 20.000 Euro, jahrelange Hausverbote und hohe Schadensersatzforderungen drohen, reißen die Meldungen nicht ab. Laut dem Sender Cadena Ser gab es im vergangenen Jahr rund 300 derartige Fälle in den meist kommunalen Einrichtungen. In der aktuellen Saison sollen es bereits „Hunderte“ sein, auch wenn eine zentrale Erfassung fehlt.

📌 Das sind Spaniens beliebteste Urlaubsregionen Costa del Sol (Andalusien) – Diese Küstenregion im Süden gilt als eine der sonnenreichsten Gegenden Europas mit über 300 Sonnentagen im Jahr. Bekannte Orte sind Marbella, Málaga und Torremolinos. Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca, Formentera) – Diese Inselgruppe im Mittelmeer ist für ihre unterschiedlichen Charaktere bekannt: Mallorca kombiniert Strandurlaub mit Bergwandern (Serra de Tramuntana, UNESCO-Welterbe), Ibiza ist weltbekannt für sein Nachtleben, und Formentera besticht durch besonders türkisfarbenes Wasser. Kanarische Inseln – Obwohl politisch zu Spanien gehörend, liegen sie geografisch vor der Küste Nordwestafrikas und bieten dank ihres subtropischen Klimas ganzjährig milde Temperaturen. Teneriffa beherbergt mit dem Teide den höchsten Berg Spaniens (3.715 m). Katalonien (Costa Brava) – Diese Region im Nordosten Spaniens vereint über 200 km felsige Küste mit malerischen Buchten und die Stadt Barcelona mit weltberühmter Architektur von Antoni Gaudí, etwa der Sagrada Família.

Täter nutzen raffinierte Verstecke

Die Täter auf frischer Tat zu ertappen, ist für das Personal äußerst schwierig. Wie die Zeitung „La Razón“ berichtet, greifen manche Jugendliche zu heimtückischen Methoden. Sie bringen den Kot in Plastiktüten mit, die sie in ihren Badehosen verbergen. Erst im Wasser entleeren sie die Beutel unbemerkt.

In der nordspanischen Stadt Burgos flog eine solche Aktion nun auf. Dort läuft ein Bußgeldverfahren gegen die Eltern von vier Kindern im Alter von 11 bis 13 Jahren, wie die Stadtverwaltung der dpa bestätigte. Ein Erwachsener hatte die Gruppe im Schwimmbad El Plantío dabei beobachtet, wie sie ihre Hinterlassenschaften im Becken freisetzten. Er verständigte umgehend die Polizei, welche die Personalien aufnahm.

Harte Konsequenzen für die Eltern

Für die Eltern wird dieser Ausflug richtig teuer. Ihnen drohen Bußgelder von jeweils 3.000 Euro sowie die Übernahme der Reinigungskosten. Muss das komplette Wasser ausgetauscht werden, klettern die Ausgaben in die Tausende. Cristina Ayala, die Bürgermeisterin von Burgos, machte deutlich, dass das Verfahren „bis zur letzten Konsequenz“ durchgezogen werde. In ihrer Stadt war dies bereits der sechste Vorfall dieser Art im laufenden Jahr.

Hinter diesem Verhalten könnte ein emotionales Problem stecken. Das erklärte Andrés López, Psychiater im Gesundheitsbezirk von Osuna, bei Cadena Ser. Bei Jugendlichen diene die Nutzung sozialer Netzwerke oft dazu, Anerkennung zu finden oder Einsamkeit zu bekämpfen. Laut López besitzen diese Plattformen suchterzeugende Mechanismen, die einen Mitläufereffekt für unsoziales Verhalten begünstigen.