In unter zwei Wochen ist Halloween. Lidl bringt schon am Montag (19. Oktober) zahlreiche Snacks im gruseligen Look in die Regale. Mit dabei: Fruchtgummis, Chips und Mini Doughnuts. Ich wollte wissen, ob die nicht nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich Gruselstimmung verbreiten, und habe die Halloween-Doughnuts getestet.
📌 Was ist Halloween eigentlich? Keltischer Ursprung: Halloween geht auf das keltische Fest Samhain zurück. Damit feierten die Kelten vor über 2.000 Jahren das Ende des Sommers und der Ernte. Name: „Halloween“ kommt von „All Hallows‘ Eve“. Das ist der Abend vor Allerheiligen, also der 31. Oktober. Kürbisse: Heute schnitzt man Kürbisse zu Laternen. Ursprünglich waren es in Irland und Schottland ausgehöhlte Rüben. Süßes oder Saures: Kinder ziehen verkleidet von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten. Der Brauch wurde vor allem in den USA beliebt. Verbreitung: Irische Auswanderer brachten Halloween im 19. Jahrhundert in die USA. In Deutschland wird es erst seit den 1990er-Jahren in größerem Stil gefeiert.
Verpackung: Knalliger Halloween-Look
Im Laden habe ich die Doughnuts erst gar nicht finden können. Der Grund: Anders als erwartet werden sie im Tiefkühlregal aufbewahrt. Vor dem Verzehr müssen die süßen Teigkringel dann erst einmal etwas eine Stunde auftauen.
Die Schachtel besteht aus Pappe und ist in einem knalligen Orange mit buntem Halloween-Design gestaltet. In der Tiefkühltruhe sticht sie sofort ins Auge und passt gut zur Jahreszeit. Beim Öffnen zeigt sich allerdings die Kehrseite: Jeweils drei Doughnuts sind noch einmal einzeln in Plastik verpackt.
Die Doughnuts gibt es in drei Varianten. Die Schokoglasur mit Kürbisstreuseln ist die klassischste Sorte, die Kürbisse sorgen für den Halloween-Bezug. Die lila Glasur mit Fledermaus-Streuseln ist die auffälligste und sieht am ehesten nach Grusel aus. Die orange Glasur mit Fledermaus-Streuseln passt farblich zur Schachtel. Die Streusel sind niedlich und machen die Doughnuts auf einem Partybuffet zum Hingucker. Wirklich originell ist das Design aber nicht.
Verpackung: ★★★★☆
Zutaten: Gruselig lange Liste
Doch nicht nur beim Halloween-Design ist mit zum Gruseln zumute. Die Zutatenliste ist endlos lang. Der Teig besteht aus Wasser, Palmöl, Zucker, Margarine, Hefe, Salz, Emulgatoren (unter anderem Mono- und Diacetylweinsäureester von Mono- und Diglyceriden sowie Natriumstearoyl-2-lactylat), Gluten, Backtriebmitteln, Dextrose und Stabilisatoren.
Dazu kommen verschiedene fett- und zuckerhaltige Glasuren. Für ein Tiefkühl-Gebäck ist das nicht ungewöhnlich, mit einem Doughnut aus der Bäckerei hat die Liste aber wenig zu tun. Die Basis ist simpel, doch die vielen Zusatzstoffe und das Palmöl ziehen die Note nach unten.
Bewertung Zutaten: ★☆☆☆☆
Nachhaltigkeit: Palmöl und Plastikmüll
In Sachen Nachhaltigkeit gibt es gleich zwei Kritikpunkte. Palmöl steht schon an zweiter Stelle der Zutaten und steckt wahrscheinlich auch in der Margarine. Sein Anbau ist oft mit der Rodung von Regenwäldern und dem Verlust von Lebensraum für Tiere verbunden. Auf der Verpackung habe ich kein Nachhaltigkeitssiegel für das Palmöl, etwa von RSPO, gefunden.
Hinzu kommt der Plastikmüll: Die Einzelverpackungen aus Kunststoff sind bei neun kleinen Doughnuts mit je 31 g reichlich viel Abfall. Positiv ist die Pappschachtel, auf der ein FSC-Siegel prangt. Das zeigt, dass das Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt, und der Karton lässt sich zudem getrennt entsorgen. Das ist ein Pluspunkt, kann den Palmöl-Kritikpunkt und die Plastikhüllen aber nur teilweise ausgleichen.
Bewertung Nachhaltigkeit: ★☆☆☆☆
Geschmack: Keine Halloween-Stimmung
Nach dem Auftauen sind die Doughnuts schön fluffig und angenehm weich. Sie schmecken süß, wobei die Glasur recht dominant ist. Geschmacklich sind sie aber sehr unspektakulär: Sie schmecken wie ein normaler Doughnut aus der Backtheke und kein bisschen nach Halloween.
Auch zwischen den drei Sorten habe ich kaum Unterschiede bemerkt, denn die Streusel und Glasuren bringen zwar Farbe, aber keinen eigenen Geschmack. Ich hätte mir bei einem Saisonprodukt mehr Mut gewünscht, zum Beispiel Pumpkin Spice oder eine andere aufregende Geschmacksrichtung. So bleibt es bei einem soliden Standard-Doughnut.
Bewertung Geschmack: ★★★☆☆
Preis: 2,99 Euro für 9 Stück
Beim Preis punktet Lild wiederrum. Eine Packung kostet 2,99 Euro und enthält neun Doughnuts mit je 31 g. Das macht pro Stück gut 33 Cent. Ein Doughnut aus der Lidl-Backstation kostet mit etwa 50 Cent etwas mehr, ist aber auch deutlich größter. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt trotzdem gut.
Bewertung Preis: ★★★★☆
Fazit
Verpackung: ★★★★☆
Zutaten: ★☆☆☆☆
Nachhaltigkeit: ★☆☆☆☆
Optik: ★★★☆☆
Geschmack: ★★★☆☆
Preis: ★★★★☆
Gesamt-Bewertung: ★★★☆☆
Gruselig ist nicht nur die bunte Halloween-Verpackung, sondern vor allem die lange Zutatenliste. Dazu kommen Palmöl und viel Plastik, die bei der Nachhaltigkeit Punkte kosten, auch wenn die Pappschachtel mit FSC-Siegel etwas versöhnt. Die Halloween Doughnuts von Lidl sind fluffig und süß, geschmacklich aber sehr basic. Wer ein Halloween-Aroma wie Pumpkin Spice erwartet, wird enttäuscht. Als süßer Snack für die Party gehen sie für 2,99 Euro in Ordnung.
