Aldi Nord erweitert sein dauerhaftes Eigenmarken-Sortiment. Neu ins Regal kommen sechs Produkte aus den Bereichen Proteinernährung und internationale Küche. Ergänzt werden sie durch Kaffee und eine verfeinerte Aioli. Hinter dem Ausbau steht eine Zahl, die Aldis Geschäftsmodell besonders deutlich beschreibt.
In einer durchschnittlichen Aldi-Nord-Filiale stammen rund 87 Prozent des Sortiments aus dem Eigenmarken-Portfolio. Insgesamt führt ein Markt etwa 1.850 Produkte aus 18 Warengruppen. Markenprodukte bilden damit weiterhin den deutlich kleineren Teil des Angebots. Gleichzeitig soll die begrenzte Auswahl einen schnellen Einkauf ermöglichen.
📌 Aldi und seine Eigenmarken Aldi Nord ergänzt das feste Sortiment durch bis zu dreimal wöchentlich wechselnde Aktionsartikel. Eigenmarkenprodukte werden auch in einer Verkostungsküche am Aldi-Nord-Campus in Essen geprüft. Aldi verzichtet nach eigener Aussage auf exklusive App-Rabatte und setzt auf allgemein gültige Regalpreise.
Sechs Neuheiten bleiben dauerhaft
Zu den sechs Neuheiten zählen eine High-Protein-Pasta von Cucina und proteinreiche Mini-Salamis der Marke Landbeck. Beide Produkte kosten jeweils 1,69 Euro. Bei der Pasta können Kunden zwischen Fusilli und Penne wählen. Die Salametti gibt es mit Schweinefleisch oder Hähnchen.
Aldi Nord nimmt außerdem eine Pizza mit hoher Teigkruste sowie Mango Sticky Rice ins Dauersortiment. Der thailändische Nachtisch kostet 1,99 Euro. Wie Aldi Nord erklärt, richtet der Händler sein Angebot regelmäßig an veränderten Kundenwünschen aus.
Protein trifft Social-Media-Trend
Der Schwerpunkt auf eiweißreichen Lebensmitteln kommt nicht überraschend. High-Protein-Produkte haben sich von der Fitnessnische in den Massenmarkt bewegt. Aldi reagiert darauf mit unkomplizierten Lebensmitteln für Hauptmahlzeiten und kleine Snacks. Die Produkte sollen bekannte Gerichte mit einem erhöhten Eiweißgehalt verbinden.
Beim Mango Sticky Rice greift der Discounter hingegen einen Trend aus sozialen Netzwerken auf. Videos zum thailändischen Dessert verbreiten sich seit längerer Zeit auf TikTok und Instagram. Laut GIGA orientiert sich Aldi mit den sechs Neuzugängen gezielt an populären Food-Trends. Der Artikel kostet 1,99 Euro pro 185-Gramm-Packung.
Pizza mit kurzer Zutatenliste
Auch die neue Pizza Ariosa der Eigenmarke Pizz’ah folgt einem aktuellen Ernährungstrend. Sie ist nach neapolitanischer Art gestaltet und besitzt eine hohe, luftige Teigkruste. Nach Angaben des Unternehmens besteht sie aus fünf Zutaten. Angeboten werden die Sorten Margherita, Salami und Verdure.
Der Preis beginnt bei 2,99 Euro, abhängig von Sorte und Packungsgröße. Aldi verbindet damit den Anspruch einer kurzen Zutatenliste mit einer vertrauten Tiefkühlmahlzeit. CHIP ordnet die Pizza gemeinsam mit dem Mango-Dessert als Teil der internationalen Sortimentsausrichtung ein. Die neuen Artikel bleiben dauerhaft erhältlich.
Kaffee und Aioli ergänzen
Weniger ungewöhnlich wirkt der neue Caffè Crema Intenso von Barissimo. Die kräftig gerösteten ganzen Bohnen kommen im Ein-Kilogramm-Beutel. Als Einführungspreis nennt Aldi 10,99 Euro. Damit erweitert der Discounter eine klassische Warengruppe um eine zusätzliche Geschmacksrichtung.
Hinzu kommt Aioli von Wonnemeyer im 200-Gramm-Becher. Zur Auswahl stehen Chili und Knoblauch, jeweils mit Topping. Der Preis beträgt 1,59 Euro. Beide Produkte zeigen, dass Aldi neben viralen Trends auch etablierte Alltagskategorien weiter ausdifferenziert.
Eigenmarken prägen das Konzept
Der hohe Eigenmarkenanteil gibt Aldi großen Einfluss auf Rezepturen, Verpackungen und Lieferketten. Produkte lassen sich dadurch genauer auf das eigene Preis- und Qualitätskonzept zuschneiden. Aldi Nord verweist zudem auf schlanke Strukturen und ein bewusst begrenztes Sortiment. Diese Faktoren sollen günstige Verkaufspreise ermöglichen.
Für Aldi insgesamt fällt die Eigenmarkenquote sogar noch etwas höher aus. Aldi Nord und Aldi Süd sprechen gemeinsam von rund 90 Prozent. Eigenmarken seien durchschnittlich 50 Prozent günstiger als vergleichbare Markenprodukte, heißt es bei Aldi Süd. Die Werte unterscheiden sich je nach Unternehmensgruppe und Berechnungsgrundlage.
Was Kunden jetzt beachten
Die neuen Produkte gehören zum Dauersortiment und sind daher keine klassischen Wochenangebote. Trotzdem kann die Verfügbarkeit zwischen einzelnen Filialen schwanken. Auch Preise können sich nach der Markteinführung ändern. Ein Blick auf das Regal und die aktuelle Produktkennzeichnung bleibt deshalb sinnvoll.
Der Ausbau zeigt zugleich, wie Aldi sein traditionelles Discountmodell modernisiert. Das Sortiment bleibt vergleichsweise klein, soll jedoch schneller auf Ernährungstrends reagieren. Sechs neue Artikel verändern den gesamten Einkauf kaum. Der Eigenmarkenanteil von 87 Prozent zeigt jedoch, wie stark Aldi Nord seine Regale selbst steuert.
