Discounter schlagen Marken, und zwar haushoch! Stiftung Warentest hat 16 Spülmaschinenmittel geprüft, und ausgerechnet die günstigen Produkte räumen ab. Von Fett bis Kalk, von Glanz bis Umweltschutz: Die Tester nahmen alles unter die Lupe. Das Ergebnis dürfte manchen Markenhersteller ärgern.
Acht der 16 getesteten Tabs und Caps erhielten die Note „gut“. Drei landeten bei „befriedigend“, zwei bei „ausreichend“. Drei Produkte fielen sogar durch mit „mangelhaft“. Auffällig: Ausgerechnet Eigenmarken von Discountern und Drogerien machten das Rennen.
📌 Das steckt hinter Spülmaschinentabs Mehrschicht-Wunder in einer Tablette: Viele Tabs bestehen aus mehreren Schichten oder Kammern mit unterschiedlichen Wirkstoffen, etwa Pulver, Gel und Enzyme. Jede Schicht löst sich zu einem anderen Zeitpunkt im Spülgang auf, damit Reiniger, Klarspüler und Salz genau dann wirken, wenn sie gebraucht werden. Die Folie ist Absicht, kein Verpackungsmüll: Die dünne, oft bläuliche Folie um viele Tabs sieht aus wie Verpackung, löst sich aber vollständig im Wasser auf. Sie schützt die empfindlichen Inhaltsstoffe vor Feuchtigkeit bei der Lagerung und dosiert das Mittel exakt für einen Spülgang. Teuer ist nicht gleich gut: Wie der aktuelle Test von Stiftung Warentest zeigt, schneiden günstige Eigenmarken von Discountern und Drogerien oft besser ab als bekannte Markenprodukte. Der Preis pro Tab sagt also wenig über die tatsächliche Reinigungsleistung aus.
Aldi und Rossmann ganz vorn
Ganz oben im Ranking landen zwei echte Schnäppchen. „Power Force All-in-One“ von Aldi erreicht die Note 2,1 und kostet nur 6,49 Euro pro Packung. Dicht dahinter folgt „Domol Ultra Power All-in-One“ von Rossmann, ebenfalls mit 2,1 bewertet. Kostenpunkt: 3,75 Euro.
Rechnet man den Preis pro Spülgang, liegt Aldi sogar knapp vorn. Spannend: Alle „gut“ bewerteten Tabs stammen von Handelsketten, keine einzige große Marke schafft es unter die Testsieger. Pro Tab zahlen Käufer im Schnitt bei den Eigenmarken nur etwa neun Cent.
Auch ein Cap überzeugt die Tester
Erstmals schafft es auch ein Cap, eine kleine Kapsel mit gelartiger Flüssigkeit, in die Riege der Testsieger. „Somat Excellence Premium 5in1“ punktet vor allem bei hartnäckigen Fett- und Teeflecken. Der Haken: Mit 20 Cent pro Cap kostet er mehr als doppelt so viel wie die Discounter-Konkurrenz.
Getestet wurde in sieben Kategorien: Reinigung, Klarspülen, Kalkschutz, Trocknen, Materialschonung, Gewässerbelastung und Verpackung. Fast zwei Drittel der Produkte verhindern Wasserflecken zuverlässig. Bei Fett und Teerändern tun sich dagegen viele der anderen Kandidaten schwer.
Schadstoffe und Materialschonung im Blick
Zwei Produkte fallen negativ auf, weil sie gewässerbelastende Stoffe wie Benzotriazole und Tenside enthalten. Alle anderen kommen ohne diese Zusätze aus. Bei Kunststoff und Silberbesteck zeigen sich zudem einige Schwächen in Sachen Materialschonung.
Einen Tipp geben die Tester noch mit auf den Weg: Einmal im Monat sollte ein Intensivprogramm mit Maschinenreiniger laufen. Das schont die Spülmaschine langfristig. Auch das Sieb am Boden verdient regelmäßige Aufmerksamkeit.
Sauberkeit durch cleveres Einräumen
Wer clever einräumt, spart sich Ärger und Nachspülen. Große, stark verschmutzte Teile wie Töpfe und Teller gehören nach unten. Sie dürfen die Sprüharme dabei niemals blockieren. Gläser, Tassen und kleinere Teller landen im oberen Korb, am besten mit der Öffnung nach unten.
Besteck sortiert man am besten gemischt in den Korb oder die Schublade. Messer zeigen aus Sicherheitsgründen nach unten. Löffel und Gabeln sollten nicht ineinanderstecken, sonst erreicht das Wasser nicht jede Stelle richtig.
Nicht alles verträgt den Gang in die Spülmaschine. Holz, empfindliche Gläser und scharfe Messer haben darin nichts verloren. Auch Kupfer, Aluminium und unbeschichtete Pfannen bleiben besser draußen. Vor dem Start lohnt ein einfacher Check. Sind die Sprüharme frei, der Filter sauber und Spülmittel korrekt dosiert? Damit der Filter nicht verstopft, sollten grobe Essensreste vorher entfernt werden. (mit dpa)
