Schokolade, Tee oder Kosmetik: Seit Tagen stapeln sich die Adventskalender in den Regalen der Supermärkte. Jetzt mischt auch Netto Marken-Discount mit und setzt dabei auf ein Konzept, das es im Lebensmittelhandel so noch nicht gab.
Der Discounter bringt als erster Supermarkt einen Adventskalender auf den Markt, der nur Eigenmarken enthält. Hinter den 24 Türchen stecken laut Netto 29 Produkte aus Food, Drogerie und Wellness. Dabei sind Marken wie BioBio, Pasta Rey, Max Balance und Blüte-Zeit.
📌 5 Fakten zu Adventskalendern Ursprung im 19. Jahrhundert: Evangelische Familien in Deutschland markierten die Tage bis Weihnachten zunächst mit Kreidestrichen an der Wand oder zündeten jeden Tag eine Kerze an. So konnten vor allem Kinder die Wartezeit sichtbar machen. Der erste gedruckte Kalender: Als Erfinder des gedruckten Adventskalenders gilt Gerhard Lang aus München. Er brachte um 1908 einen Kalender mit 24 Bildchen zum Aufkleben heraus. Seine Idee soll von einem selbstgebastelten Kalender seiner Mutter stammen. Die Türchen kamen später: Erst in den 1920er-Jahren gab es Kalender mit Türchen zum Öffnen. Die Variante mit Schokolade wurde nach dem Zweiten Weltkrieg beliebt und setzte sich ab den 1950er-Jahren durch. Wartezeit als Ritual: Der Advent ist die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Der Kalender soll sie spürbar machen und Vorfreude wecken. Deshalb gibt es meist 24 Türchen für die Tage bis Heiligabend. Vom Brauchtum zum Geschäft: Heute gibt es Kalender mit Kosmetik, Tee, Spielzeug, Bier oder Eigenmarken. Gerade für Händler sind sie ein Marketinginstrument, weil sie Kunden binden und neue Produkte vorstellen.
Adventskalender mit Netto-Eigenmarken
Der Warenwert liegt bei rund 68 Euro. Den Kalender gibt es aber für 49,90 Euro, der Versand ist inklusive. Im Geschäft können Kunden den Adventskalender allerdings nicht kaufen. Er ist nur online erhältlich.
„Mit dem ersten Eigenmarken-Adventskalender eines Lebensmittelhändlers machen wir die Vielfalt unseres Eigenmarkensortiments auf besondere Weise erlebbar“, erklärt Christina Stylianou, Leiterin der Netto-Unternehmenskommunikation. Das Ziel: „So schaffen wir ein besonderes Vorweihnachtserlebnis und bringen Kundinnen und Kunden auch die Qualität unseres Angebots näher.“ Die Marketingsprache nennt das „Sampling“ und „Markenbindung“. Wer ein Produkt im Kalender mag, kauft es vielleicht später im Laden nach.
Netto-Vorteilswelt ist mehr als ein Online-Shop
Verkauft wird der Kalender über die neue Netto-Vorteilswelt. Das ist eine digitale Plattform mit Deals, Gutscheinen und Erlebnissen, etwa zu Reisen, Freizeit und Multimedia. Hier lassen sich auch Payback-Punkte sammeln und einlösen. Eine Besonderheit ist das Modell „Wunschpreis“. Dabei können Kunden bei ausgewählten Angeboten ihre eigenen Preisvorstellungen testen. Ob Nettos Versuch aufgeht, wird sich dann wohl spätestens nach Heiligabend zeigen.
Auch bei Kaufland stehen die Adventskalender wieder in den Filialen. Online wartet aber eine Überraschung: Ein „Bieradventskalender“ für 20,79 Euro entpuppt sich als leere Pappe. Hinter den 24 Türchen fehlt das Bier.
