Neue Steuer trifft fast alles im Supermarkt – Kunden müssen jetzt höllisch aufpassen

Der Blick in den Einkaufswagen schmerzt schon länger. Lebensmittel im Supermarkt sind in fünf Jahren um rund ein Drittel teurer geworden, vor allem Schokolade, Kaffee und Eier. Milch, Butter und Schweinefleisch wurden zuletzt sogar günstiger.

Im September 2026 blieb die große Preiswelle aus. Nahrungsmittel verteuerten sich laut Bundesamt nur um 0,4 Prozent. Energie zog dagegen um 14,9 Prozent an, wegen der Spannungen um den Iran. Unilever und Henkel kündigten weitere Preissprünge an.

📌 Steuern im Supermarkt Zwei Mehrwertsteuersätze gelten je nach Produkt: Die meisten Lebensmittel (Brot, Obst, Gemüse, Milchprodukte) werden mit dem ermäßigten Satz von 7 % besteuert. Für viele andere Waren im Supermarkt gilt dagegen der reguläre Satz von 19 % – etwa für Hygieneartikel, Kosmetik, Reinigungsmittel oder Getränke wie Mineralwasser und Softdrinks. Nicht alle „Lebensmittel“ werden gleich behandelt: Es gibt kuriose Grenzfälle: Tierfutter wird mit 19 % besteuert, Babynahrung dagegen mit 7 %. Auch bei Getränken macht es einen Unterschied, ob z. B. Milch (7 %) oder ein Milchmischgetränk mit geringem Milchanteil (19 %) gekauft wird. Alkohol- und Tabaksteuer sind bereits im Preis „versteckt“: Bei Spirituosen, Bier, Sekt und Zigaretten zahlst du zusätzlich zur Mehrwertsteuer spezielle Verbrauchsteuern (z. B. Branntweinsteuer, Biersteuer, Tabaksteuer, Sekt-/Schaumweinsteuer). Diese sind schon im ausgezeichneten Preis enthalten – auf den Gesamtpreis kommt obendrein noch die 19 % Mehrwertsteuer. Man zahlt also quasi „Steuer auf die Steuer“.

Neue Steuern treffen den Supermarkt 2027

Ab 2027 wird der Supermarkt noch einmal teurer, diesmal per Gesetz statt durch Ernte oder Ölpreis. Finanzminister Lars Klingbeil plant eine Plastik- und eine Zuckersteuer, zudem steigen Abgaben auf Schnaps und Zigaretten. Nur Bier bleibt verschont. Das berichtet die „Lebensmittelzeitung“.

Beschlossen ist davon noch nicht alles. Tabak- und Alkoholsteuer liegen im Bundestag, Plastik- und Zuckersteuer sind bisher nur Entwürfe. Verbraucherschützer rechnen die Folgen schon an Musterwarenkörben durch, voll mit Brot, Milch, Käse und Limonade.

Teurer Supermarkt dank neuer Plastiksteuer

55 Cent soll künftig jedes Kilogramm Plastik in Verpackungen kosten. Im Gesetzentwurf steht es offen: Die Steuer sei „darauf angelegt, dass die Steuerschuldner die Belastung auf den Endkunden überwälzen“. Zahlen wird also die Kundschaft.

Pro Person macht das 18 bis 21 Euro im Jahr, eine vierköpfige Familie zahlt 70 bis 85 Euro mehr. Der Bund erwartet 2027 rund 805 Millionen Euro Einnahmen, ab 2028 sogar 1,4 Milliarden.

Auch süße Getränke trifft die Reform. Je mehr Zucker, desto höher die Abgabe, zwischen 26 und 38 Cent pro Liter. Cola wird zum teuersten Kandidaten, Zero-Varianten bleiben steuerfrei. Eine Dose klettert von 75 auf 90 Cent.

Raucher trifft es hart. Die Schachtel Zigaretten steigt bis 2030 auf über elf Euro, Vielraucher zahlen jährlich 200 bis 315 Euro mehr. Schnaps und Sekt werden ab Januar 2027 um 20 Prozent höher besteuert, Bier und Wein bleiben verschont.

Ohne Tabak und Alkohol verteuert sich der Einkauf im Supermarkt ab 2028 um 55 bis 65 Euro pro Kopf. Eine Familie zahlt gut 200 bis 260 Euro drauf, mit Raucher im Haushalt bis zu 600 Euro.

Und der Supermarkt bleibt nicht allein. Medikamente werden teurer, das Deutschlandticket steigt auf 66,80 Euro, und auch Streamingdienste drehen weiter an der Preisschraube.