Switch On prangt auf Wasserkochern, Mikrowellen und Heißluftfritteusen in den Regalen von Kaufland. Der Name wirkt wie ein eigenständiger Elektronikhersteller mit eigener Fertigung. Tatsächlich handelt es sich um eine reine Hausmarke des Supermarktriesen, unter der fast die komplette Haushaltselektronik für den privaten Gebrauch läuft.
Von der einfachen Nähmaschine bis zum Blutdruckmessgerät reicht das Sortiment. Die Produkte richten sich klar an preisbewusste Kundschaft. Wer im Alltag ein Grundgerät sucht, wird bei Switch On häufig fündig, an High-End-Technik reicht die Marke dagegen selten heran.
📌 Fakten zu Kaufland Kaufland wurde 1968 gegründet und hat seinen Hauptsitz im baden-württembergischen Neckarsulm. Der Handelskonzern gehört zur Schwarz-Gruppe, zu der auch der Discounter Lidl zählt. Kaufland hat deutschlandweit über 790 Filialen mit rund 92.000 Beschäftigten. Durchschnittlich bietet eine Filiale 30.000 Artikel mit einem umfangreichen Sortiment an Lebensmitteln und allem für den täglichen Bedarf an.
Wer produziert die Geräte eigentlich?
Eine eigene Fabrik besitzt Kaufland für Switch On nicht. Stattdessen setzt der Handelskonzern auf ein Netzwerk aus sogenannten OEM- und ODM-Herstellern. OEM steht für Original Equipment Manufacturer, ODM für Original Design Manufacturer. Externe Fabriken bauen die Geräte, Kaufland vertreibt sie anschließend unter eigenem Namen.
Ein fester Hersteller lässt sich für Switch On kaum benennen, weil mehrere Zulieferer parallel arbeiten. Die Produktion läuft dabei häufig in großen Fabriken in Asien. Baugleiche Geräte tauchen deshalb gelegentlich auch unter anderen Markennamen auf.
Wie streng prüft Kaufland die Qualität?
Ganz ungeprüft verlassen die Geräte die Fabriken trotzdem nicht. Kaufland lässt seine Elektronik nach eigenen Angaben von unabhängigen Instituten wie dem TÜV Rheinland kontrollieren. Im Fokus stehen dabei Sicherheit, Funktionalität und eine einfache Bedienbarkeit. Zusätzlich sollen Qualitätsmanager direkt vor Ort in den Fabriken mitschauen.
Auf Geräte mit Netzstecker oder Akku gewährt Kaufland zudem drei Jahre Garantie. Das liegt deutlich über der gesetzlichen Gewährleistungsfrist. Ergänzend können Kunden Elektrogeräte mit Defekt nach bis zu drei Monaten direkt im Geschäft zurückgeben und ihr Geld zurückerhalten. Ab dem vierten Monat müssen sich Kunden dann laut Kaufland direkt an die Hersteller-Hotline wenden.
Switch On im Vergleich zu Markenprodukten
In Tests zeigt sich ein klares Muster. Grundfunktionen wie Erwärmen, Garen oder Frittieren erledigen die Geräte zuverlässig und meist unkompliziert. Wer aber Zusatzfunktionen wie Automatikprogramme, ein Sichtfenster oder eine Kindersicherung erwartet, sucht bei Switch On oft vergeblich. Markenmodelle im höheren Preissegment arbeiten meist gleichmäßiger und liefern die überzeugenderen Ergebnisse.
Switch On steht bei Kaufland zudem nicht allein da. Der Händler führt parallel Dutzende Eigenmarken, von K-Classic bei Lebensmitteln bis Countryside für den Garten. Hinter vielen Lebensmittel-Eigenmarken stecken sogar bekannte Markenhersteller. Bei Elektrogeräten bleibt der tatsächliche Produzent dagegen fast immer im Hintergrund.
Deshalb verschwindet die Marke bald wieder
Ausgerechnet jetzt steht die Zukunft von Switch On auf der Kippe. Kaufland ordnet sein Nonfood-Sortiment konzernweit neu und lehnt sich dabei stärker an die Schwesterkette Lidl an. Silvercrest übernimmt künftig den Bereich Elektrogeräte, den bislang Switch On abdeckte, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung erklärt.
Hinter dem Wechsel steckt vor allem unternehmerisches Kalkül. Größere Einkaufsmengen unter wenigen starken Labels senken die Kosten und stärken die Verhandlungsposition gegenüber Zulieferern. Kaufland und Lidl gehören beide zur Schwarz-Gruppe und bündeln ihre Marken zunehmend über beide Vertriebslinien hinweg.
Kaufland setzt immer mehr auf SB-Kassen-Systeme und lässt seine Kundschaft frei entscheiden.
