Eine Nachricht über eine Bestellung bei Lidl löst bei vielen Verbrauchern erst einmal Sorge aus. Wo bleibt das Paket? Wurde das Geld schon abgebucht? Genau mit diesen Fragen spielen Kriminelle derzeit.
Hinter der Mitteilung steckt keine Nachricht des Discounters. Es handelt sich um einen Betrugsversuch. Wer ihn nicht erkennt, riskiert seine Daten und sein Geld.
📌 Phishing-Betrug nimmt in Deutschland drastische Formen an: Die Verbraucherzentrale NRW erfasste im Jahr 2025 rund 382.470 verdächtige Phishing-Mails. Laut Angaben der Deutschen Bundesbank verursachten betrügerische Zahlvorgänge im Jahr 2025 Schäden von mehr als 580 Millionen Euro. Dabei war Phishing eine der Betrugsmaschen. Kriminelle missbrauchen auch Namen und Logos von deutschen Discountern für Fake-Gewinnspiele. Das Ziel: Persönliche Daten abzugreifen.
Angebliche Lidl-Bestellung ist erfunden
Es geht um eine angeblich nicht versandte Lidl-Bestellung. Laut der Faktencheck-Plattform „Mimikama“ nutzen die Betrüger eine erfundene Bestellübersicht. Sie soll seriös wirken.
In der Übersicht steht ein Preis von 78,72 Euro für eine Kaffeemaschine. Der Empfänger soll den Kauf erneut auslösen.
Seite imitiert den Lidl-Auftritt
Im Mittelpunkt steht eine Seite, die dem Händler optisch nachempfunden ist. Zu sehen sind das Lidl-Logo und typische Shop-Elemente. Dazu kommen Hinweise wie „Bestelldetails“ oder „Noch einmal kaufen“.
Der Weg führt aber nicht zu einem offiziellen Angebot von Lidl. Die Nachrichten verweisen stattdessen auf Domains, die nicht zum Unternehmen gehören. Das ist ein zentrales Warnsignal. Die Aufmachung soll Vertrauen schaffen. Nutzer sollen auf Buttons klicken. Anschließend sollen sie persönliche Daten, Login-Informationen oder Zahlungsdaten eingeben. Auch eingeblendete Service- oder Login-Bereiche beweisen in diesem Fall nichts. Sie sind kein Beleg für Echtheit.
So lässt sich eine Bestellung wirklich prüfen
Bei einer solchen Nachricht sollten keine Schaltflächen geöffnet werden. Auf der verlinkten Seite sollten keine Angaben erfolgen. Bestellungen lassen sich nur über die offizielle Lidl-App oder die echte Website prüfen.
Die Verbraucherzentrale rät außerdem davon ab, solche Behauptungen über den Link in der Nachricht zu überprüfen. Ob eine Bestellung vorliegt, zeigt sich nur in der offiziellen App oder auf der echten Website des Unternehmens.
Typische Warnsignale beim Phishing
Verbraucherzentrale und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) geben allgemeine Empfehlungen. Bei verdächtigen Nachrichten sollten Nutzer besonders auf Absender, Internetadresse und verlinkte Domains achten.
Mitteilungen zu angeblichen Bestellungen, Zahlungen oder Kontozugängen gehören zu den typischen Phishing-Mustern. Als klare Warnsignale gelten: ungewöhnliche Webadressen, direkte Klick-Aufforderungen und nachgebaute Shop-Elemente.
Was nach einem Klick zu tun ist
Wer bereits auf den Link geklickt hat, sollte schnell handeln. „Mimikama“ empfiehlt einen Sicherheitscheck. Zugangsdaten sollten geändert und gespeicherte Zahlungsinformationen überprüft werden. Bei Unsicherheit sollte der Kontakt zum Kundenservice nur über die offiziellen Kanäle laufen.
Wurden Zahlungsdaten eingegeben, sollten Betroffene laut „Chip.de“ unverzüglich ihren Zahlungsdienstleister oder ihre Bank kontaktieren. So lassen sich Abbuchungen stoppen und Karten sperren. Im Schadensfall sollte eine Anzeige bei der Polizei erfolgen.
Vor einem Lidl-Einkauf solltest du das unbedingt wissen. Aufgepasst: Diese Produkte kannst du bei Lidl nie mehr umtauschen
