Üble Szene am Rande einer AfD-Veranstaltung in Fürstenwalde (Brandenburg). Während die Partei dort sich und die Deutsche Einheit feierte, wäre ein Kritiker der AfD fast verprügelt worden. Der bekannte linke Video-Aktivist Hannes Kreschel war ebenfalls vor Ort und wollte dort konfrontative Interviews mit den AfD-Anhängern führen. Ein Mann, der sich unter einem AfD-Stand befand, wurde daraufhin extrem aggressiv.
Der junge glatzköpfige AfD-Anhänger mit Landser-Jacke ging wie im Tunnel auf Kreschel los. Der Aktivist lud den Ausschnitt der Gewalttat auf seiner Instagram-Seite hoch. Der Skinhead konnte nur durch das Eingreifen eines anderen Mannes gestoppt werden, der ihn im Würgegriff nahm und zu Boden brachte.
📌 Mehr über Hannes Kreschel Der Content-Creator und politische Aktivist stammt aus Sachsen-Anhalt. Der 23-Jährige geht in seinen Videos in Diskussionen mit AfD-Anhängern und Parteimitgliedern. Er versucht dabei, sie mit Inhalten aus Wahlprogrammen oder Zitaten von AfD-Politikern zu konfrontieren und inhaltlich herauszufordern. Der studierte Jurist ist durch seinen Aktivismus zu einem roten Tuch in der AfD-Szene geworden. Dabei war er selbst als Jugendlicher AfD-Anhänger. Mittlerweile ist er Mitglied der SPD.
Wie im Tunnel: AfD-Anhänger wird aggressiv – anderer Mann zeigt Schadenfreude
Direkt nach dem brutalen Vorfall bemühte sich eine Frau, die offenbar auch zur Partei gehört, den Angriff so darzustellen, als habe das alles gar nichts mit der AfD zu tun. Immer wieder behauptete sie neben Kreschel: „Das ist nicht AfD!“ Doch genau in diesem Moment erschien ein weiterer Mann in AfD-Kluft, der voller Schadenfreude mit dem Finger auf Kreschel zeigte und meinte, er habe sich das verdient und er sei ein Kommunist.
Kreschel entgegenet „Also freuen Sie sich, dass Menschen angegriffen werden!“ Unter seinem Video postete der Aktivist, der auf Instagram und TikTok insgesamt über 220.000 Follower hat: „Das passiert, wenn die AfD regiert.“
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Kreschel kritisiert die Reaktion der Polizei
Laut Angaben von Kreschel wurden er und sein Team nach diesem versuchten Angriff auf seine Person von der Polizei sanktioniert. Auf Instagram schrieb er: „Die Polizei Brandenburg hat uns einen Platzverweis ausgesprochen, da wir eine Gefahr seien. Der Mann, der uns angegriffen hat, darf weiter auf der Veranstaltung sein.“ Kreschel und sein Team hätten beobachtet, dass sich der Angreifer noch lange auf dem Gelände aufhalten durfte. Er habe „keine Worte dafür“. Später bezeichnete er die Polizeiarbeit als „teilweise unterirdisch“. Er erwarte eine Erklärung und denke über rechtliche Schritte nach.
Grenzüberschreitungen bei AfD-Veranstaltungen schon bei „Aktivist Mann“
Der ganze Vorfall erinnert an ähnliche Grenzüberschreitungen des AfD-Fans und Streamers „Aktivist Mann“, der unter anderem einen „Spiegel“-Journalisten auf einer Wahlkampfveranstaltung einschüchtern wollte, schubste und körperlich bedrängte. Erst nach mehreren Eklats um „Aktivist Mann“ distanzierte sich die Parteiführung von diesem Streamer.
Derweil träumt die AfD in Brandenburg von der absoluten Mehrheit. Auf der Veranstaltung in Fürstenwalde gab der Landesvorsitzende René Springer als Ziel für die Landtagswahl 2029 ein Wahlergebnis von 50 Prozent der Stimmen aus. Mit Blick auf die Wahl in Sachsen-Anhalt erklärte er: „44 Prozent reichen eben nicht“. Nach Schätzungen der Polizei erschienen rund 1.000 Menschen zu der Veranstaltung. Es gab auch eine Protestaktion.
