Woanders wird im Etat drastisch gespart, hier werden die Ausgaben erhöht. Russlands Regierung reserviert im Haushalt 2027 bis 2029 insgesamt 17,954 Milliarden Rubel (umgerechnet fast 200 Millionen Euro) für ein besonderes Gesundheitsprojekt. Unter dem Titel „Neue gesundheitsschonende Technologien“ sollen innovative Medikamente, biomedizinische Verfahren und lebensverlängernde Methoden entstehen. Brisant ist der mögliche Hintergrund: Das „Wall Street Journal“ verbindet das Vorhaben mit Bemühungen, Wladimir Putins Leben zu verlängern.
Der russische Präsident ist 73 Jahre alt. Seine Gesundheit steht im Fokus. Zugleich gehört das Projekt zu den wenigen staatlichen Medizinprogrammen, die vor Kürzungen geschützt bleiben.
📌 Longevity-Bewegung Anhänger dieser Langlebigkeitsbewegung haben das Ziel, bis ins hohe Alter körperlich und geistig fit zu bleiben. Erkenntnisse aus der Wissenschaft zeigen, dass Lebensstil Gene schlägt. Ein Großteil der Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich durch einen optimalen Lebensstil vermeiden. Sport, insbesondere Ausdauersport, hat Auswirkungen auf die zelluläre Verjüngung.
Putins Tochter leitet Projekt, das ihren Vater fit halten soll
Im nächsten Jahr steigt das Budget laut Erläuterungen zum Haushaltsgesetz um zwölf Prozent. Statt 5,171 Milliarden fließen dann 5,737 Milliarden Rubel. Für 2028 sind 6,495 Milliarden vorgesehen.
Unter anderem geht es in den geförderten Projekten um den „Biodruck“. Damit wollen Forscher neue menschliche Gewebe und Organe herstellen. Laut „Wall Street Journal“ arbeiten Forscher außerdem daran, die Zellalterung durch Gentherapie zu bremsen. Das Projekt leiten Putins Tochter Maria Woronzowa und sein Vertrauter Michail Kowaltschuk. Kowaltschuk führt das Kurtschatow-Institut und zählt zu Putins engsten Freunden.
Ein weiteres Projekt: Organe für menschliche Transplantationen sollen in gentechnisch veränderten Minischweinen wachsen. Das erste Tier dieser Art wird für 2030 erwartet. Kowaltschuk nannte als Ziel, Körperteile zu ersetzen. So ließe sich das menschliche Leben verlängern.
Putin träumt von der Unsterblichkeit
Vor rund einem Jahr wurde durch eine Tonpanne ein Gespräch von Putin mit Chinas Machthaber Xi Jinping öffentlich. Die Staatsmänner sprachen über medizinische Lebensverlängerungen und Organtransplantationen. Nach Putins Darstellung könnte das ein menschliches Leben von 150 Jahren ermöglichen.
Während dieses Prestigeprojekt im Interesse Putins im russischen Staatshaushalt geschützt bleibt, trifft andere Gesundheitsprogramme der Rotstift. Sogar bei der Versorgung von Kriegsveteranen und Militärangehörigen wird gespart. Russland plant mit einem Defizit von 5,4 Billionen Rubel. Gleichzeitig erreichen die Kriegsausgaben mit 17,1 Billionen Rubel einen Rekordwert.
